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12. September 2012

Roter Fleck auf der Stirn: Heller Hautkrebs ist die häufigste Krebsart

Der helle Hautkrebs ist den meisten Menschen weitgehend unbekannt.  Foto: dpa

Heller Hautkrebs ist nicht so gefährlich wie der schwarze Hautkrebs. Doch er kommt viel häufiger vor und muss ebenfalls behandelt werden. Woran man die schädlichen Veränderungen erkennt und was man dagegen tun kann.

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Heller Hautkrebs ist die häufigste Krebsart überhaupt. „Jährlich gibt es allein in Deutschland rund 200.000 Neuerkrankungen“, sagt Prof. Eggert Stockfleth vom Hauttumorcentrum an der Charité in Berlin. Damit kommt der helle Hautkrebs etwa zehnmal so häufig vor wie der weitaus bekanntere - und gefährlichere - schwarze Hautkrebs.

Die Tendenz ist steigend: Der Vorsitzende der European Skin Cancer Foundation (ESCF) beziffert die Zuwachsraten auf zwischen fünf und sieben Prozent im Jahr. Das Problem: Der helle Hautkrebs ist den meisten Menschen weitgehend unbekannt. Deswegen hat die ESCF den 13. September zum europaweiten Tag des hellen Hautkrebses bestimmt. „Wenn man ihn rechtzeitig erkennt, ist der helle Hautkrebs zu 100 Prozent heilbar“, sagt Stockfleth.

Körpereigenes Abwehrsystem bekommt Probleme

Heller Hautkrebs entsteht vor allem durch die ultravioletten (UV-) Strahlen der Sonne. Sie schädigen das Erbgut der Hautzellen. Diese Schäden kann der Körper zwar in einem gewissen Maße erkennen und reparieren. Wenn die Haut der Sonne jedoch zu intensiv und zu lange ausgesetzt ist, bekommt das körpereigene Abwehrsystem Probleme. Dann können Krebszellen entstehen.

Die häufigste Form des hellen Hautkrebses ist der Basalzellkrebs, auch Basalzellkarzinom oder Basaliom genannt. „Rund vier von fünf Patienten leiden unter dieser Form. Häufig tritt der Basalzellkrebs im höheren Alter ab etwa 50 Jahren auf“, sagt Prof. Claus Garbe vom Universitätsklinikum Tübingen. Er ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft.

Stachelzellkrebs befällt alle Körperteile

Heller Hautkrebs entsteht vor allem durch die ultravioletten (UV-) Strahlen der Sonne.
Heller Hautkrebs entsteht vor allem durch die ultravioletten (UV-) Strahlen der Sonne.
Foto: dpa

Basalzellkarzionome sind Tumore, die langsam wachsen und vorwiegend auf der Glatze oder an den sogenannten Sonnenterrassen im Gesicht auftreten - auf der Stirn, an den Wangen, auf der Nase oder den Ohren. „Im Anfangsstadium sehen sie aus wie ein leicht geröteter Fleck, der erhaben oder auch eben sein kann“, beschreibt Garbe sie. „Mit der Zeit verkrustet der Tumor dann und kann auch bluten.“ Basalzellkarzinome bilden zwar in der Regel keine Metastasen, können aber umliegendes Gewebe zerstören.

Eine seltenere Form des hellen Hautkrebses ist der Stachelzellkrebs, auch Plattenzellkarzinom oder Spinaliom genannt. Obwohl überwiegend an sonnenexponierten Körperstellen zu finden, kann der Stachelzellkrebs grundsätzlich alle Körperteile befallen. Vor allem Menschen um die 70 Jahre mit sonnengegerbter Haut sind gefährdet. „Ein Plattenzellkarzinom beginnt in der Regel als roter Knoten, der so verhornt, dass sich seine Oberfläche wie Sandpapier anfühlt“, schildert Garbe. Im Gegensatz zum Basalzellkrebs kann der Stachelzellkrebs metastasieren, also Tochterzellen bilden.

Gute Heilungschancen bei früher Diagnose

Eine Frühform des hellen Hautkrebses sind aktinische Keratosen. Etwa zehn Prozent von ihnen entwickeln sich im Laufe der Zeit zu einem Plattenzellkarzinom. Auch sie treten vorwiegend auf der Glatze oder an den Sonnenterrassen im Gesicht auf. Aktinische Keratosen sind häufig nur mehrere Millimeter groß. Mit ihrer rauen Oberfläche ähneln sie dem Plattenzellkarzionom. Im Gegensatz zu diesem sind sie jedoch auf die oberste Hautschicht begrenzt und streuen nicht.

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So unterschiedlich die Formen des hellen Hautkrebses sind - eines ist allen gemein: Je früher man ihn diagnostiziert, desto größer sind die Heilungschancen. „Wer eine komische Stelle auf seiner Haut bemerkt, sollte deswegen sofort zum Hautarzt gehen“, rät Prof. Uwe Reinhold, Vorsitzender von Onkoderm, einem bundesweiten Netzwerk von auf Krebs spezialisierten Hautärzten. In den meisten Fällen reiche ein chirurgischer Eingriff aus, um den Tumor vollständig zu entfernen.

Nichtchirugische Alternativen seien beispielsweise eine Strahlen- oder Kältetherapie sowie die photodynamische Therapie. Bei dieser werden die Tumore zuerst mit wirkstoffhaltigen Cremes oder Gelen vorbehandelt und dann mit speziellen Lichtquellen bestrahlt. „Welche Therapie die richtige ist, kann aber nur der Hautarzt entscheiden.“ (dpa)

Worauf es zu achten gilt, um Hautkrebs vorzubeugen und bei welchen Symptomen man zum Hautarzt gehen sollte, lesen Sie in der Bilderstrecke.

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Quelle: Onmeda

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