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20. März 2013

IGeL-Leistungen : Schlecht informiert und abgezockt beim Arzt

Jedem vierten Patienten wurde im vergangenen Jahr vom Arzt eine Zusatzleistung angeboten, die er privat hätte bezahlen müssen.  Foto: dpa

Was tun, wenn ein Arzt eine Untersuchung anbietet, die man selbst zahlen muss? Genau das ist jedem vierten Patienten im letzten Jahr passiert. Längst nicht alle wurden ausreichend informiert. Viele der sogenannten IGeL-Leistungen schneiden zudem in einer Bewertung schlecht ab.

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Jedem vierten Patienten ist im vergangenen Jahr laut einer aktuellen Umfrage beim Arzt mindestens einmal eine Leistung auf eigene Rechnung angeboten worden. Nun kommen die teils umstrittenen Angebote verstärkt auf den Prüfstand. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen zieht eine Bilanz der bisherigen Patienteninformationen zu dem Thema.

Der Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge informiert nur die Hälfte der Mediziner über die Vor- und Nachteile der Leistungen. Deutlich mehr Frauen als Männer bekamen eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten. 31 Prozent der Versicherten, denen ein solches Angebot gemacht wurde, lehnten diese laut Umfrage ab.

27 Prozent fühlten sich demnach nur oberflächlich über die Leistung informiert. 18 Prozent gaben an, dass ihnen nur gesagt worden sei, die Kassenleistung reiche nicht. elf Prozent haben nach eigenen Angaben eine solche Leistung angenommen, weil eine weitere Behandlung oder Untersuchung davon abhängig gemacht worden sei.

1,5 Milliarden Euro für Zusatzleistungen

Die Bundesregierung hatte bereits im November bessere Informationen in der Praxis zu den IGeL-Angeboten angemahnt. Die Kritik: Oft überredeten Ärzte ihre Patienten zu solchen Leistungen. Studien zufolge sollen die Versicherten zuletzt 1,5 Milliarden Euro für Millionen solcher Angebote ausgegeben haben.

Rund 350 solcher Zusatzangebote gibt es - von der Bachblüten-Therapie bis zur Messung des Augeninnendrucks zur Vorsorge und Früherkennung eines Grünen Stars. Als unumstritten sinnvoll gelten Angebote wie eine Untersuchung vor einem Tauchlehrgang oder Reiseschutzimpfungen.

Viele andere Angebote schneiden nicht so gut ab. Seit einem Jahr können sich Patienten auf der Internetseite igel-monitor.de über Nutzen und Risiken von IGeL-Leistungen informieren. Betreiber ist der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (MDS).

IGeL-Mehrzahl schneidet nicht gut ab

30 Leistungen wurden auf der Seite bislang ausführlich bewertet. Darunter diejenigen, die von Ärzten besonders häufig angeboten werden, etwa der Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung, der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs, die Augeninnendruck-Messung zur Glaukom-Früherkennung und die Professionelle Zahnreinigung. Bezogen auf die von uns bewerteten individuellen Gesundheitsleistungen lautet unsere Bilanz: Die Mehrzahl der IGeL-Leistungen schneidet nicht gut ab, einige sogar ziemlich schlecht“, sagt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS. (dpa/ef)

Von den 30 Untersuchungen und Therapien, die bislang auf IGeL-Monitor getestet wurden, bekamen zwölf die Wertung „tendenziell negativ“ oder „negativ“. Welche das sind, lesen Sie in der Bildergalerie.

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Quelle: Onmeda

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