Es geht um alles in wenigen Sekunden. Entweder das Team gibt sich mit einem zweiten Platz zufrieden oder es holt den erträumten Olympiasieg, so wie die Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann. Im alles entscheidenden Moment die beste Leistung abzurufen, dafür arbeiten Spitzensportler häufig mit Sportspsychologen zusammen. Viele Methoden der Mentaltrainer lassen sich auch im Alltag oder im Job anwenden.
Durch psychologische Trainings sollen die Profisportler lernen, auch unter größtem Stress einen klaren Kopf zu bewahren. Doch nicht nur im Sport, auch im Alltag und im Beruf hilft es, in entscheidenden Momenten klar und konzentriert zu sein. In Sachen Stressmanagement kann man sich von den Spitzensportlern für den Alltag einiges abschauen. „Eine Vorgehensweise ist, so, wie ein Sportler den Wettkampf als Herausforderung sieht, auch die täglichen Stresssituationen als Ansporn anzusehen“, erklärt Korinna Ruthemann von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken.
Auch Selbstgespräche, wie sie Leichtathleten am Start führen, helfen im Alltag weiter. Um sich Mut zu machen oder sich selbst zu beruhigen. Etwa mit dem Satz: „Jetzt verschaffe ich mir erst einmal einen Überblick.“ Anschließend kann man sich sagen: „Ich fange jetzt mit der ersten Aufgabe an und gehe dann erst zur nächsten.“ Hat man die Aufgaben so gut bewältigt, tut es auch gut, sich selbst zu loben. Etwa indem man sagt: „Das hab ich jetzt richtig gut gemacht!“
Doch um motiviert zu sein, muss man vor allem wissen, warum man etwas tut. Der Sportler quält sich jeden Tag, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Eine Goldmedaille, den Titel als Weltmeister oder Pokalsieger. Der Traum, im entscheidenden Wettkampf erfolgreich zu sein, hilft dem Leichtathleten oder dem Fußballer beim täglichen, anstrengenden und oft eintönigen Training. Auch das lässt sich in den Alltag übertragen. (ef/dpa)
Welche Tricks und Tipps der Sportpsychologen ebenfalls hilfreich sind, um Alltag und Job gut zu bewältigen: Weitere Tipps von Korinna Ruthemann, Expertin für Mentaltraining und Stressbewältigung, lesen Sie hier.
Cool bleiben in Prüfungssituationen
Einiges aus dem Sportbereich lässt sich gut auf andere stressige Situationen übertragen. Wie ein Sportler sich mit mentalem Training auf einen Wettkampf vorbereitet, kann man sich fit machen für eine Prüfung oder ein Vorstellungsgespräch. „Malen Sie sich den optimalen Verlauf der Situation aus und notieren Sie ihn, wie eine Art Drehbuch. In diesem Drehbuch markieren Sie wichtige Knotenpunkte, die Sie sich gut merken können. Diesen Ablauf laufen Sie mehrfach in Gedanken ab. Hangeln Sie sich dabei von Knotenpunkt zu Knotenpunkt, bis sich der Ablauf automatisiert hat“, erklärt Korinna Ruthemann.
Nachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität
Errechnen Sie Ihren Body-Mass-Index!
Neue Forschungsergebnisse in der Medizin, der Blick in das Innere des Menschen - mehr zu lesen im FR-Spezial Medizin.