kalaydo.de Anzeigen

Gesundheit
Welche Gesundheitstipps helfen wirklich? Infos zu Krankheiten und Symptomen sowie zu den Themen gesunde Ernährung, Psychologie und Sexualität

22. Januar 2013

Neue Erkenntnisse: Was der Placebo-Effekt bewirken kann

Erstaunlicher Effekt: Placebo-Tabletten wirken oft genauso gut wie ein neues Medikament.  Foto: dpa

Ein aufmunterndes Lächeln oder ein nettes Wort vom Arzt: Mit Freundlichkeit können Mediziner ihren Patienten manchmal viel besser helfen als mit Medikamenten, sagen Experten. Seit gut 20 Jahren wird die Placebo-Wirkung erforscht, die Ergebnisse sind erstaunlich.

Drucken per Mail

Es sind nicht immer besondere Medikamente oder aufwändige Therapien, die die beste Heilung versprechen. Auch Schein-Medikamente und einfühlsame Ärzte können die Genesung von Patienten beschleunigen. Seit rund 20 Jahren wird der sogenannte Placebo-Effekt erforscht. Diese Woche treffen sich Placebo-Forscher bei einer internationalen Tagung in Tübingen, um den Forschungsstand auf ihrem Gebiet zu erörtern.

Es müsse in der Medizin darum gehen, positive psychische Effekte zu verstärken und Ängste von Patienten zu minimieren, sagt Tagungsleiter Professor Paul Enck. Mittlerweile weiß man, dass Placebo-Effekte häufig genauso stark sein können wie neu entwickelte Medikamente.

Einfühlsamer, sympathischer Arzt

 „Ein Placebo-Effekt ist keine Einbildung. Sie simulieren im Körper tatsächlich die Wirkung von Medikamenten“, betont der Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Das könnten sich Ärzte bei der Behandlung zunutze machen.

Gleichzeitig rücke auch die Rolle der Mediziner selbst immer stärker in den Mittelpunkt. Patienten mit einer Erkältung fühlten sich im Schnitt einen Tag schneller wieder gesund, wenn sie einen einfühlsamen, empathischen Arzt hätten. Ähnliche Studien gebe es bei Herz-Operationen. „Placebo-Effekte haben viel mehr mit den Ärzten zu tun als mit den Patienten“, betonte der Forscher.

Sogenannter Nocebo-Effekt

Paul Enck möchte mit der Placebo-Forschung positive psychische Effekte verstärken.
Paul Enck möchte mit der Placebo-Forschung positive psychische Effekte verstärken.
Foto: dpa

Gestresste und wenig empathische Ärzte erzielen Enck zufolge schlechtere Behandlungserfolge. Doch der Effekt funktioniert auch in die negative Richtung. So führe etwa eine ausführliche Aufklärung über die Risiken einer Operation dazu, dass Patienten anschließend tatsächlich häufiger an einer dieser Komplikationen litten.

Auch die lange Liste von Nebenwirkungen auf Beipackzetteln könne Patienten regelrecht krank machen. „Studien zeigen: Wenn eine Nebenwirkung aus dem Beipackzettel verschwindet, dann taucht sie auch nicht auf.“ Diese sogenannten Nocebo-Effekte, quasi negative Placebo-Effekte, rückten deshalb immer stärker in den Fokus der Forschung. Placebo-Experte Enck: „Ärzte müssten sich viel mehr Gedanken darüber machen, wie sie auf ihre Patienten wirken.“ (dpa)

Der Placebo-Effekt wirkt nur bei ahnungslosen Patienten und Wunden heilen am besten ohne Pflaster – wir haben zehn Medizin-Mythen gesammelt. Welche das sind und warum sie nicht stimmen, lesen Sie in der Bildergalerie.

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität


Gesundheit von A-Z

Quelle: Onmeda

Selbsttest
BMI-Rechner

Errechnen Sie Ihren Body-Mass-Index!

Ihr Gewicht (in kg)
Ihre Körpergröße (in cm)
Alter (in Jahren)
Themenseiten
Anzeigenmarkt
Videonachrichten Gesundheit
Spezial
www.museocereanatomiche.it

Neue Forschungsergebnisse in der Medizin, der Blick in das Innere des Menschen - mehr zu lesen im FR-Spezial Medizin.

Gesundheitsmarkt

Finden Sie in unserem Branchenregister Apotheken, Pflegedienste, Ärzte und mehr.