kalaydo.de Anzeigen

Gesundheit
Welche Gesundheitstipps helfen wirklich? Infos zu Krankheiten und Symptomen sowie zu den Themen gesunde Ernährung, Psychologie und Sexualität

03. Juli 2012

Smartphone, E-Mail: Dauernde Erreichbarkeit kann krank machen

Ständige Erreichbarkeit auch nach Feierabend verursacht Stress und kann krank machen.  Foto: dapd

Die Arbeitswelt hat sich für viele stark verändert. Durch E-Mail und Smartphone sind viele noch im Dienst, wenn sie das Büro längst verlassen haben. Das verursacht Stress, der auf Dauer krank machen kann. Was man dagegen tun kann.

Drucken per Mail

Die Arbeitswelt hat sich für viele stark verändert. Durch E-Mail und Smartphone sind viele noch im Dienst, wenn sie das Büro längst verlassen haben. Das verursacht Stress, der auf Dauer krank machen kann. Was man dagegen tun kann.

Früher war nicht alles besser, aber manches einfacher. Die Trennlinie zwischen Arbeit und Freizeit zum Beispiel ist heute oft nicht mehr klar zu ziehen. Wenn es zu Opas Zeiten „Feierabend!“ hieß, dann war das in vielen Betrieben das Signal, dass nun Schluss mit der Arbeit sein sollte. So einfach ist das heute nicht mehr.

Die „Entgrenzung von Arbeit und Freizeit“ nennt Wolfgang Panter das. Er ist Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Wo sich beides nicht mehr auseinanderhalten lässt, gibt es keinen Feierabend mehr.

Durch Smartphones, mit denen man auch die beruflichen E-Mails jederzeit abrufen kann, arbeiten viele auch nach Feierabend weiter.
Durch Smartphones, mit denen man auch die beruflichen E-Mails jederzeit abrufen kann, arbeiten viele auch nach Feierabend weiter.
Foto: dpa

Keine Mails mehr vor dem Einschlafen

Das Thema hat mittlerweile auch die Politik entdeckt: Eine deutliche Trennung von Arbeit und Freizeit forderte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen erst kürzlich. Hilfreich dafür sei es, sich selbst klare Regeln zu geben, betont Wolfgang Panter. Etwa dafür, wann das Einloggen ins Firmennetzwerk am Wochenende definitiv tabu ist oder wann abends das Handy ausgeschaltet wird. Mails noch kurz vor dem Einschlafen zu lesen, sei ohnehin nicht zu empfehlen, sagt Panter. Wer das sein lässt, schläft in der Regel ruhiger.

Dass der Druck am Arbeitsplatz zunimmt, ist nicht nur gefühlt so. Nach Einschätzung der Bundespsychotherapeutenkammer in Berlin fallen immer mehr Arbeitnehmer wegen psychischer Erkrankungen aus. Statistisch gesehen sind 12,5 Prozent aller Fehltage auf sie zurückzuführen. Vor allem die Zahl der Krankentage wegen Burnout-Symptomen hat erheblich zugenommen: Waren es 2004 nur 0,6 Fehltage pro 100 Versicherte, stieg die Zahl 2011 schon auf 9 Tage.

Zunahme psychischer Erkrankungen

Verlässliche Daten dazu, wie stark der Stress am Arbeitsplatz zugenommen hat, gebe es kaum, sagt Birgit Köper von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund. „Stress ist auch ein subjektives Phänomen.“ Grundsätzlich sei die Zunahme psychischer Belastungen und psychischer Erkrankungen aber unstrittig. Und während sich beim Thema Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit viel getan hat, seien die Betriebe bei der Prävention der neuen Gesundheitsrisiken noch ganz am Anfang.

Ein Grund für die Entwicklung ist nach Panters Überzeugung, dass die Arbeitszeitverkürzung der vergangenen Jahrzehnte zu einer Verdichtung der Arbeit geführt hat. Vor allem habe jedoch die Komplexität der Arbeit enorm zugenommen.

„Jetzt schalte ich das Ding ab“

Längst gebe es auch eine Kultur der ständigen Erreichbarkeit. Das gelte nicht für alle Arbeitnehmer, aber für immer mehr. Und Vorgesetzte, die gewohnt sind, praktisch immer angerufen werden zu können, vermitteln diese Haltung im Betrieb auch an andere, ist Panter überzeugt. Auch das trägt dazu bei, dass der Feierabend verschwindet: Wer immer erreichbar ist, hat keinen mehr. „Deshalb sollte man sich sagen 'Jetzt schalte ich das Ding ab'“, empfiehlt der Mediziner.

Mobil zu arbeiten und bei den Arbeitszeiten flexibel zu sein, habe natürlich auch Vorteile, sagt Svenja Hofert, die als Coach in Hamburg arbeitet. „Viele Arbeitnehmer wünschen sich das ausdrücklich.“ In der IT-Branche beispielsweise sei das auch nichts Besonderes. „Kernarbeitszeiten von 9.00 bis 16.00 Uhr finden da viele doof.“ Aber unterm Strich führe das eben oft dazu, dass mehr gearbeitet wird. Hinzu kommt, dass nicht jeder perfekt in Selbstorganisation sei. Dann ufern die Arbeitszeiten schnell aus - und von Feierabend ist bald keine Rede mehr. „Wenn es einfach zu viel wird, sollte man das ansprechen - auch wenn die Hemmschwelle hoch ist“, rät Svenja Hofert. „Am besten gegenüber dem direkten Vorgesetzten.“ (dpa)

Auch im Urlaub fällt es vielen schwer, das Handy wegzulegen und nicht die Jobmails zu lesen. Welche Tipps dabei helfen, wenigstens in den Ferien richtig abzuschalten, lesen Sie in der Bilderstrecke.

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität


Gesundheit von A-Z

Quelle: Onmeda

Selbsttest
BMI-Rechner

Errechnen Sie Ihren Body-Mass-Index!

Ihr Gewicht (in kg)
Ihre Körpergröße (in cm)
Alter (in Jahren)
Themenseiten
Anzeigenmarkt
Videonachrichten Gesundheit
Spezial
www.museocereanatomiche.it

Neue Forschungsergebnisse in der Medizin, der Blick in das Innere des Menschen - mehr zu lesen im FR-Spezial Medizin.

Gesundheitsmarkt

Finden Sie in unserem Branchenregister Apotheken, Pflegedienste, Ärzte und mehr.