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26. Oktober 2012

Nach Novartis-Rückruf: Alles Wissenswerte zur Grippe-Impfung

Soll ich mich trotzdem impfen lassen? Nach dem Impfstoff-Rückruf ist die Verunsicherung groß.  Foto: dapd

Zu Beginn der Grippesaison sorgen Impfstoffe des Pharma-Konzerns Novartis für Aufregung. Deutschland hat einen Auslieferungsstopp für zwei Influenza-Impfstoffe verhängt. Was Patienten jetzt wissen sollten.

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Sollte ich mich jetzt besser doch nicht gegen Grippe impfen lassen?
Nein. Nach Angaben des Paul-Ehrlicher-Institut (PEI), dem Bundesinstitut für Impfstoffe, können sich Patienten nach dem Rückruf der beiden Impfstoffe des Pharmaunternehmens Novartis bedenkenlos gegen Grippe impfen lassen. Die betroffenen Chargen der Impfstoffe Begripal und Fluad seien von dem Unternehmen aus dem Verkehr gezogen worden, sagte Institutspräsident Klaus Cichutek am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Es bestehe keine Gefahr mehr, dass Patienten mit diesen Seren geimpft würden.

Kann meine Grippe-Impfung nach dem Rückruf ausfallen?
Experten schließen eine Impfstoffknappheit nicht aus. Doch in Deutschland sind aktuell 16 Grippeimpfstoffe zugelassen. Auch andere Pharmafirmen wie etwa GlaxoSmithKline und Sanofi Pasteur dürfen ihre Mittel auf dem deutschen Markt verkaufen. Es gibt also durchaus Alternativen. Eine Liste der zugelassenen Mittel findet sich auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts.

Wie konnte es passieren, dass die Impfstoffe ausflocken?
In Italien, wo der Grippeimpfstoff für Deutschland produziert wird, wurden in Ampullen weiße Partikel, sogenannte Ausflockungen, entdeckt. Woher die Ausflockungen in den Impfstoffen stammten, ist noch nicht geklärt. Es bestehe die Vermutung, dass diese von dem neuen Antigen eines kursierenden Grippe-Virus herrührten, erläutert Klaus Cichutek, dessen Institut für Medikamentenzulassungen zuständig ist. Am Donnerstag waren aus Sicherheitsgründen mehrere Chargen der genannten Impfstoffe wegen möglicher Nebenwirkungen zurückgerufen worden.

Ich wurde schon mit Begripal oder Fluad geimpft, muss ich mir Sorgen machen?
Die Rücknahme einiger Chargen ist eine Vorsichtsmaßnahme. Noch sind nicht alle Fragen abschließend geklärt, doch wenn Nebenwirkungen auftreten, machen sich diese nach dem bisherigen Kenntnisstand innerhalb weniger Stunden bemerkbar. Dann können allergische Reaktionen auftreten. Wie schwer die sein können, wissen die Experten nicht.

Wo in Deutschland werden die beiden Novartis-Mittel Begripal und Fluad verabreicht?
Die Situation in Deutschland ist unübersichtlich. In einigen Regionen haben sich Krankenkassen zusammengeschlossen und kaufen Impfstoffe eines bestimmten Unternehmens mit Rabatt ein. Der Zusammenschluss der gesetzlichen Krankenversicherungen, der GKV-Spitzenverband, hat nach eigenen Angaben jedoch keine Auflistung darüber. Novartis selbst hat die beste Übersicht. Die für Impfstoffe zuständige Sparte Novartis Vaccines beantwortete eine Anfrage der Nachrichtenagentur dapd bis Donnerstag allerdings nicht.

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Was steckt hinter diesen exklusiven Rabattverträgen der Krankenkassen?
Für beide Vertragspartner - die Kassen und die Pharmafirmen - bringen sie Vorteile. Die Kassen können günstiger einkaufen, die Firmen haben einen gesicherten Absatz. Dies geschieht aber zum Preis der Abhängigkeit von einem Hersteller. Solche Rabattverträge dürfen die Krankenkassen seit 2003 abschließen. Im Jahr 2010 gewährten Pharmafirmen den Kassen nach Angaben der GKV Rabatte in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. 2012 seien es sogar 1,6 Milliarden gewesen.

Es hieß auch schon vor der Rückrufaktion, dass der Grippeimpfstoff knapp ist, warum?
Bereits in den vergangenen Wochen war es in Bayern und in Norddeutschland Engpässen bei Begripal gekommen. Novartis hatte in diesen Bundesländern die Ausschreibung der Krankenkassen für den Impfstoff gewonnen, kam aber mit der Lieferung nicht hinterher. Durch die exklusiven Verträge der Pharma-Firmen mit Krankenkassen in einigen Bundesländern haben andere Hersteller ihre Produktion gedrosselt und den Impfstoff nicht auf Vorrat produziert. (dapd, dpa)

Allgemeine Fragen und Antworten zum Grippe-Schutz, wer zu den Risikogruppen gehört, die sich impfen lassen sollten und welche Nebenwirkungen auftreten können, lesen Sie in der Bilderstrecke.

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Quelle: Onmeda

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