Die Pille ist nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das beliebteste Verhütungsmittel bei Erwachsenen. 53 Prozent derjenigen, die verhüten, tun das mit der Pille. Auf Platz zwei folgt das Kondom mit 37 Prozent. Weit abgeschlagen folgen andere Verhütungsmethoden wie die Spirale (zehn Prozent) oder die Temperaturmethode (ein Prozent).
Kondom und Pille sind schon seit Jahren die beliebtesten Methoden der Empfängnisverhütung. Häufig werden sie sogar gleichzeitig eingesetzt. Das ist nicht verkehrt. Weil beide Verhütungsmittel so häufig verwendet werden, passieren mit Pille und Kondom auch die häufigsten Verhütungspannen. So berichten knapp 60 Prozent der befragten Frauen, die mit der Pille verhüten, von Anwendungsproblemen. Davon hatten 38 Prozent in den letzten 12 Monaten mindestens einmal die Einnahme vergessen.
Klassiker „Pille vergessen“
Welche Verhütungspannen besonders häufig sind, erklärt seit kurzem ein neues Tool der Webseite familienplanung.de der BZgA. Gleichzeitig sind dort alle wichtigen Informationen zu finden, was in den konkreten Fällen zu tun ist. Beim Klassiker „Pille vergessen“ ist entscheidend, wie lange die Einnahme vergessen wurde. Beträgt der Zeitraum weniger als zwölf Stunden, reicht es, die vergessene Pille nachzunehmen und die Einnahme wie gewohnt fortzusetzen. Vorsicht: Bei bestimmten Minipillen ist der Schutz schon nach drei Stunden nicht mehr sicher.
Dass die Pille bei Durchfall oder Erbrechen nicht wirkt, passiert ebenfalls immer wieder. Geschieht dies innerhalb von vier Stunden nach Einnahme der Pille, besteht der Empfängnisschutz nicht mehr.
Auf Reisen vergessen Frauen gerne mal, dass die Pille durch eine Zeitverschiebung möglicherweise eher eingenommen werden muss. Auch manche Arzneiwirkstoffe beeinträchtigen die Wirksamkeit der des hormonellen Verhütungsmittels. Dazu zählen zum Beispiel Antibiotika, Johanniskraut, bestimmte Schlaf- und Beruhigungsmittel. Psychopharmaka, Blutdruck- und Cholesterinsenker, Abführmittel.
Anwendungsfehler bei Kondomen
Wird mit Kondomen verhütet, sind es oft Anwendungsfehler, welche die Sicherheit beeinträchtigen. Oder das Kondom ist nicht das passende. Weil bekanntlich nicht alle Geschlechtsteile gleich groß sind, besteht häufig das Problem, dass das Kondom zu groß oder zu klein ist. Dabei kommt es weniger auf die Länge als auf den Penisumfang an. Die passende Größe lässt sich mit dem Kondometer ermitteln.
Was besagt der Pearl-Index?
Die Sicherheit, durch Geschlechtsverkehr unter Anwendung von Verhütungsmethoden nicht schwanger zu werden, kann man nach der Formel von Raymond Pearl, dem sogenannten Pearl-Index, beurteilen. Nach dieser Formel berechnet man die Zahl der ungewollten Schwangerschaften unter Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode. Ein Pearl-Index von 1 bedeutet zum Beispiel, dass eine von 100 Frauen mit der gewählten Methode innerhalb eines Jahres ungewollt schwanger geworden ist.
Es gilt also: Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer die Methode. Wir zeigen die Verhütungsmethoden im Überblick.
Foto: dpaWird das Kondom schon beim Öffnen beschädigt, sollte man ein neues verwenden. Das gleiche gilt, wenn im Reservoir des Gummis Luft eingeschlossen wurde. Ist das Kondom gerissen oder nach dem Sex beim Herausziehen abgerutscht, ist der Schutz nicht mehr sicher. In diesem Fall sollte die Frau schnell zum Arzt gehen.
Was bei weiteren Verhütungspannen zu tun ist und was man über die Pille danach wissen sollte, darüber informiert die Seite Verhütungspannen der BZgA ausführlich.
1. Verhütung beim ersten Mal
Erfreulicher Trend: Nur acht Prozent der deutschen Jugendlichen haben bei ihrem ersten Mal nicht verhütet. Das ist der bisher niedrigste gemessene Wert. 1980 waren es noch 29 Prozent der Jungen und 20 Prozent der Mädchen, die bei ihrem ersten Mal nicht verhütet haben. 2001 immerhin noch 15 Prozent (Jungen) und 12 Prozent (Mädchen).
Quelle für alle Fakten ist die Studie „Jugendsexualität 2010“ der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, für die Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt wurden.
Foto: dpa
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