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Gesundheit
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03. November 2012

Rauchentwöhnung: Verliebt in die Zigarette

Raucher sind in ihre Zigarette regelrecht verliebt, erklärt der Suchtexperte.  Foto: dpa

Raucher sind in ihre Zigarette regelrecht verliebt, sagt ein Suchtexperte. Vielen fällt es unglaublich schwer, davon loszukommen. Dabei gewinnen Raucher, die ihre Sucht aufgeben, laut einer aktuellen Studie bis zu zehn Lebensjahre. Welche Entwöhn-Methoden geeignet sind.

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Vermeintlich beruhigt sie in Stressmomenten, entspannt bei der Tasse Kaffee oder macht wach am Morgen: Jeder Raucher hat seine festen Rituale, in denen die Zigarette ganz klar dazu gehört. „Raucher sind in ihre Zigaretten regelrecht verliebt“, sagt Jürgen Selzer, Diplom-Pädagoge und Suchttherapeut aus Wiesbaden. Durch die Gewöhnung an das Nikotin setzt in jeder Rauchpause ein kleiner Entzug ein. „Beim Rauchen schüttet der Körper Wohlfühlhormone, sogenannte Dopamine, aus“, erklärt der Experte den Teufelskreis der Sucht. „Im Laufe der Zeit wird dieser Belohnungseffekt aber immer geringer, während der Entzugsstress zwischen den Zigaretten immer größer wird.“ Die nächste Zigarette erweckt dann beim Raucher das Gefühl, den inneren Stress ein wenig zu reduzieren. „In Wirklichkeit schaukelt sich die ganze Anspannung aber immer weiter hoch“, erklärt Selzer.

Die Sucht manipuliert die Gefühle

Das Gefühl, dass Rauchen den Nerven gut tut, man es braucht und nicht aufgeben möchte, sei ein Ausdruck der Sucht: „Es ist dieses typische Verliebtsein, dass viele Raucher glauben lässt, dass ein Leben ohne Zigarette nicht lebenswert ist.“ Die Entwöhnung von der großen Liebe sei daher in der Regel nicht ganz leicht, „zumindest wenn man es ganz alleine und ohne Hilfe versucht“, weiß der Experte. Nur fünf von 100 Menschen, die von heute auf morgen ohne Unterstützung aufhören, halten länger als ein Jahr durch. „Die Erfolgsquoten steigen, wenn man sich gezielt methodische Hilfe sucht.“

Nach einer Studie der Universität Tübingen sei dabei der Erfolg am höchsten bei einer Kombination aus Verhaltenstherapie und Hypnose, einem Methoden-Mix, der mittlerweile auch anteilig von den Krankenkassen bezahlt wird, zum Beispiel im Rahmen eines Nichtraucherkurses: „Hier bleiben bis zu 48 Prozent der Teilnehmer länger als ein Jahr rauchfrei“, erklärt der Experte. Adressen von Therapeuten und Termine für Nichtraucherkurse bekommen Raucher bei ihren Krankenkassen. Ein Tagesseminar kostet ungefähr 150-400 Euro. Viele Krankenkassen übernehmen auf Antrag bis zu 80 Prozent der Kosten.

Anzahl der Jahre, die man rauche

Dass sich der Schritt lohnt, dass Rauchen aufzugeben, zeigt eine aktuelle Studie, die im britischen Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Frauen, die vor ihrem 40. Lebensjahr aufhören zu rauchen, können das Risiko für den Rauchertod um 90 Prozent reduzieren. Frauen, die mit 30 aufhören gar um 97 Prozent, schreiben die Autoren. Der wichtigste Risikofaktor sei die Anzahl der Jahre, die man rauche. Raucht man während 40 Jahren 10 Zigaretten am Tag, ist das viel gefährlicher, als während 20 Jahren 20 Zigaretten am Tag zu rauchen. Die Forscher der Universität Oxford hatten zwischen 1996 und 2001 rund 1,2 Millionen Britinnen ausgewählt, die sie bis ins Jahr 2011 beobachteten. (dapd, ef)

Wie viele Männer und Frauen rauchen, welche Krankheiten durch die Sucht entstehen und welche Kosten der Zigarettenkonsum verursacht, Zahlen und Fakten zum Thema Rauchen lesen Sie in der Bildergalerie.


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Quelle: Onmeda

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