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02. Oktober 2012

Jede Sekunde zählt: Schlaganfall-Diagnose auch für Laien

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Deshalb ist es gut, die Symptome zu erkennen, die darauf hindeuten.  Foto: dpa

Ein Schlaganfall ist der häufigste Grund für eine Behinderung im Erwachsenenalter. Jährlich erleiden 270.000 Deutsche einen. Tritt der Schlaganfall ein, zählt jede Sekunde. Mit einem drei-Fragen-Schnelltest können ihn auch Laien diagnostizieren.

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Er entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn oder Gefäß im Halsbereich, das das Hirn versorgen soll, „verstopft“ ist oder „platzt“ und der Blutstrom dadurch unterbrochen wird, erläutert Karl Einhäupl, Neurologe und Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Die die umliegenden Gehirnzellen werden dann nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und können absterben.

Die Zellen in der betroffenen Hirnregion würden dadurch zunächst nur in ihrer Funktion gestört - und könnten durch schnelles Handeln gerettet werden. „Die Chance, dass ein Mensch sich davon ohne bleibende geistige oder körperliche Folgen erholt, steigt deshalb erheblich mit der Geschwindigkeit, in der Hilfe naht.“ Deshalb sei es sehr wichtig, dass möglichst viele Menschen die Symptome des Schlaganfalls kennen und im Notfall sofort den Rettungsdienst alarmieren, betont der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité.

Drei-Fragen-Schnelltest

Zu den möglichen Symptomen zählen Seh- oder Sprachstörungen, heftige Kopfschmerzen, starker Schwindel, Taubheitsgefühle in einzelnen Körperregionen oder Lähmungserscheinungen. „Wenn Sie auch nur eines davon plötzlich bei sich oder anderen bemerken, wählen Sie die 112 (oder in Bayern und im Saarland die örtliche Rufnummer 19222)“, rät auch Otto Busse, Gründungsvorsitzender und Generalsekretär der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. „Rufen Sie den Rettungsdienst lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.“

Der Innenraum eines Schlaganfall-Notarztwagens, eines sogenannten Stroke-Einsatz-Mobils, in Berlin.
Der Innenraum eines Schlaganfall-Notarztwagens, eines sogenannten Stroke-Einsatz-Mobils, in Berlin.
Foto: dapd

Den Drei-Fragen-Schnelltest von Sanitätern könnten auch Laien durchführen: Kann die Patientin oder der Patient den Mund zu einem gleichmäßigen Lächeln formen? Beide Arme gleichmäßig mit den Handflächen noch oben in die Höhe halten? Einen einfachen Satz nachsprechen, zum Beispiel 'Das ist ein sehr saurer Apfel'? „Wenn nicht, ist es zu 95 Prozent ein Schlaganfall und der Betroffene muss sofort ins Krankenhaus.“

Medikamente helfen bei Gerinnseln und Blutungen

Dort müsse als allererstes mit Hilfe einer Computertomographie (CT) oder auch einer Kernspintomografie der Grund des Schlaganfalls bestimmt werden. „Bei 85 Prozent aller Fälle ist das eine umschriebene Mangeldurchblutung des Gehirns durch einen Gefäßverschluss, nur bei 15 Prozent ist es eine Blutung“, sagt Otto Busse. Blutgerinnsel, die die Gefäße verstopfen, können in der Klinik mit Hilfe einer Infusion mit einem gerinnungshemmenden Medikament aufgelöst werden. „Das muss spätestens viereinhalb Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome passieren, sonst ist das Verfahren zu gefährlich und auch kaum noch wirksam“, erläutert Busse. Je früher, desto besser. Bei Hirnblutungen können in speziellen Fällen andere Medikamente die Gerinnung fördern und damit die Blutung stoppen. „Auch das muss so schnell wie möglich geschehen.“

Frühe Rehabilitation durch „Stroke-Units“

Eine große Hilfe sei es, wenn das behandelnde Krankenhaus über eine der 229 so genannten „Stroke-Units“ verfüge, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zertifiziert worden seien, meint Stiftungsvorsitzender Einhäupl. Eine „Stroke-Unit“ ist eine Station, auf der Schlaganfallpatienten rund um die Uhr besonders überwacht werden, wobei ein Team von Neurologen, Kardiologen, Neuro- und Gefäßchirurgen sowie Radiologen zusammenarbeitet. Dort beginnt auch schon in den ersten Tagen die Rehabilitation durch Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Pflegende. (dapd)

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Quelle: Onmeda

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