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28. August 2012

Sodbrennen, Völlegefühl : Ab wann Magenbeschwerden bedenklich sind

Der Magen-Darm-Trakt ist wichtig für die Versorgung aber auch sehr anfällig.  Foto: dapd

Ein flaues Gefühl, Sodbrennen oder ein häufiger Druck. Unter Magenbeschwerden leiden viele. Deshalb ist die Verunsicherung groß, wann man mit den Schmerzen zum Arzt gehen sollte, weil sich dahinter eine ernste Erkrankung verbergen könnte.

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Ein flaues Gefühl in der Magengrube, Übelkeit, Sodbrennen oder auch nur ein ungewohnter Druck, der auf dem Oberbauch lastet - es gibt kaum jemanden, der damit noch nie zu tun hatte, sagt Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Internisten. „Mit dem Magen-Darm-Trakt steht und fällt unsere ganze Versorgung. Er ist aber auch sehr anfällig. Redensarten wie 'Mir schlägt etwas auf den Magen' zeugen von seiner großen Bedeutung für unser Wohlbefinden.“

Gerade weil Magenprobleme vielfältig und verbreitet sind, seien Betroffene aber auch oft ratlos, ob und wann sie sich mit ihren Beschwerden an einen Arzt wenden sollen.

Magenschleimhautentzündung ist meist harmlos

Hinter Übelkeit und Erbrechen stecke in den allermeisten Fällen die Magenschleimhaut, die sich entzündet habe und deshalb Übelkeit und Erbrechen verursache, sagt Wesiack, selbst praktizierender Arzt. „Auslöser einer sogenannten Gastritis, bei der der Magen mehr Säure ausschüttet, als die Schleimhäute vertragen, können Medikamente sein, aber auch übermäßiger Alkohol- oder Nikotingenuss, Viren oder Bakterien.“

Solch eine Magenschleimhautentzündung sei normalerweise harmlos und gebe sich auch ohne ärztliche Behandlung nach spätestens einer Woche wieder, „vorausgesetzt Sie gönnen sich Schonung, trinken warmen Tee und essen leicht Verdauliches wie Zwieback und Haferschleim.“ Werden die Beschwerden oder auch das Sodbrennen innerhalb einer Woche nicht besser oder treten sie wenige Wochen später schon wieder auf, rät Wesiack aber doch zum Arztbesuch. „Dann sollte man klären, was dahinter steckt.“

Essgewohnheiten spielen wichtige Rolle

Eine dauerhafte Magenschleimhautentzündung könne beispielsweise durch das Magenbakterium Helicobacter Pylori hervorgerufen werden, das zahlreiche Menschen in sich tragen, ohne es zu wissen. „Wird es nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, kann es offene Wunden im Magen und im Zwölffingerdarm hervorrufen oder sogar ein Magengeschwür“, warnt Internist Wesiack.

Bei immerhin 30 bis 50 Prozent der Patienten, die sich wegen Magenproblemen an einen Arzt wenden, stelle dieser aber einen Reizmagen fest. „Das heißt, die Betroffenen haben Beschwerden, ohne dass krankhafte Veränderungen des Magens wie etwa eine Entzündung oder eine Verletzung nachgewiesen werden können“, erläutert Patrick Heinz, Geschäftsleiter der Deutschen Gesundheitshilfe. „Man spricht hier auch von einer Magenfunktionsstörung oder funktionellen Dyspepsie.“ Als Auslöser gelten Stress oder unregelmäßiges, hektisches Essen, aber auch besonders scharfe, saure oder süße Speisen sowie Nikotin, Medikamente und Alkohol. Auch die erbliche Veranlagung spiele eine Rolle.

Diagnose durch Abtasten und Magenspiegelung

Weitere Warnhinweise auf mögliche Magenerkrankungen, die man unbedingt ärztlich abklären sollte, sind laut Internist Wesiack eine plötzliche Gewichtsabnahme ohne erklärbaren Grund, Schmerzen beim Essen bestimmter Speisen oder - möglicherweise wegen verborgener Blutungen - dunkel gefärbter Stuhl.

„Das Gute ist, dass der Arzt oder die Ärztin viele Krankheiten schon anhand der geschilderten Symptome und durch vorsichtiges Abtasten feststellen und dann auch mit Medikamenten und entsprechenden Ernährungshinweisen behandeln kann.“ Bei Verdacht auf eine Viren- oder Bakterieninfektion der Magenschleimhaut bringt zudem ein Abstrich der Schleimhaut Gewissheit, der mit Hilfe einer Magenspiegelung gewonnen wird. Dabei führt der Arzt durch die Speiseröhre ein spezielles Endoskop in den Magen seines Patienten. (dapd)

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Quelle: Onmeda

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