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Gesundheit
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05. November 2012

Umfrage: Doping unter Freizeitsportlern weit verbreitet

Viele Freizeitsportler greifen zu Schmerzmitteln, um bei Wettkämpfen, etwa einem Marathon, besser abzuschneiden.  Foto: dpa

Auch im Freizeitsport ist Doping längst angekommen. Das zeigt die Studie einer großen Krankenkasse. Vor allem jüngere Hobbysportler haben demnach wenige Hemmungen, ihre Ausdauer und ihre Leistung mithilfe von Medikamenten zu steigern.

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Vor allem jüngere Freizeitsportler finden es in Ordnung, sich beim Training oder beim Wettkampf mit Schmerzmitteln oder Erkältungspräparaten zu dopen, so das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) unter rund 1000 Personen ab 18 Jahren. Sechs von zehn unter 25-Jährige finden nichts dabei, Medikamente einzunehmen, um bessere Leistungen zu erbringen. Etwa jeder Dritte hat sogar selbst schon zu Schmerzmitteln gegriffen, um die eigene Schmerzgrenze beim Sport zu überwinden. Und jeder Vierte unter 25-Jährige hat Erkältungspräparate genutzt, um in seiner Sportart bessere Ergebnisse zu erzielen.

Schmerz- und Erkältungsmittel

Dabei ist Doping im Freizeitsport nicht ungefährlich. Von Schmerzmitteln erhoffen sich viele Sportler, dass sie über ihre Schmerzgrenze hinaus trainieren können und bei Wettkämpfen dadurch besser abschneiden. Erkältungsmittel enthalten oft anregende Wirkstoffe, die einen leistungssteigernden Effekt haben können. Doch diese Medikamente sind nicht für Gesunde gedacht. "Solche Mittel haben nicht zu vernachlässigende Nebenwirkungen – man sollte sie keinesfalls ohne medizinische Notwendigkeit einnehmen", sagt Meike Herb, Apothekerin bei der TK.

Einstieg durch Nahrungsergänzungsmittel

Als Einstieg, um die Leistung zu steigern, dienen vielen Sportlern Nahrungsergänzungsmittel wie Eiweißdrinks und Vitaminpulver. Jeder dritte Befragte gab an, solche Mittel zu nutzen. Dabei sind diese Präparate in der Regel überflüssig oder gar gesundheitsschädlich. Eine gesunde Ernährung deckt bereits 150 Prozent der empfohlenen Eiweißmenge ab. Diese Überversorgung ist auch bei Leistungssportlern ausreichend. Wer darüber hinaus Eiweißpräparate zu sich nimmt, kann seine Nieren belasten. Das ist nicht ungefährlich, wenn der Sportler gleichzeitig wenig trinkt, heißt es in der Studie. Gesunde Alternativen für den Eiweißnachschub nach dem Sport sind Milch, Joghurt oder Quark.

Leistungssteigernde Mittel aus dem Internet

Nicht wenige Hobbysportler greifen auch zu härteren Methoden und besorgen sich gezielt Medikamente zur Leistungssteigerung.
Nicht wenige Hobbysportler greifen auch zu härteren Methoden und besorgen sich gezielt Medikamente zur Leistungssteigerung.
Foto: dpa

Eine Studie der Deutschen Sporthochschule zeigt zudem, dass nicht wenige Nahrungsergänzungsmittel Steroidhormone oder ähnliche verbotene Substanzen enthalten, ohne dass diese auf der Verpackung angegeben sind. Sportler können sich also nicht darauf verlassen, dass die bestellten Präparate harmlos sind. „Insbesondere dann, wenn sie die Mittel über weniger kontrollierte Wege wie das Internet beziehen“, sagt Apothekerin Herb.

Die Umfrage der Krankenkasse bestätigt auch, was der Austausch in vielen Internet-Foren vermuten lässt: Ambitionierte Hobbysportler greifen auch zu härteren Methoden und besorgen sich gezielt Medikamente zur Leistungssteigerung. So gaben acht Prozent der unter 25-jährigen Studienteilnehmer zu, Präparate zur Leistungssteigerung im Internet bestellt zu haben und etwa zehn Prozent stimmen der Aussage zu, um ihre Leistung zu verbessern, sei ihnen jedes Mittel recht.

Herz- und Leberschäden, Unfruchtbarkeit

Die dopenden Freizeitsportler ignorieren, wie gefährlich und schwer abschätzbar die Nebenwirkungen solcher Medikamente sind. Anabolika etwa kann Herz und Leber schädigen, unfruchtbar machen und Akne hervorrufen. Diese am häufigsten missbrauchte Dopingsubstanz kann bei Männern zu Brustwachstum führen, Frauen hingegen haben mit übermäßigem Haarwuchs zu kämpfen. Wird das Mittel von Jugendlichen benutzt, kann es das Wachstum hemmen. (ef)

Mehr zu gängigen Dopingmitteln wie Anabolika und wie sie wirken lesen Sie in der Bildergalerie.

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Quelle: Onmeda

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