Sexuell übertragbare Krankheiten, im Fachjargon STI (von sexually transmitted infections) genannt, erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung um das Zwei- bis Zehnfache. Aus diesen Gründen setzt die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bei ihrer neuen Kampagne zur HIV-Prävention verstärkt auf Informationen über weitere sexuell übertragbare Krankheiten. Das Risikobewusstsein für sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis, Tripper oder Chlamydien müsse erhöht werden, sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).
Geschwüre oder Läsionen, verursacht durch Geschlechtskrankheiten, können die Haut so beschädigen, dass Erreger leichter eindringen können. Zudem ist die Immunabwehr generell geschwächt. Darüber hinaus steigern diese Infektionen bei Nichtinfizierten die Empfänglichkeit für HIV und machen HIV-Positive noch ansteckender. Außerdem können sie eine HIV-Therapie beeinträchtigen. Aber auch unabhängig von HIV können Tripper und Co. der Gesundheit gefährlich werden - wegen teils gravierender Spätfolgen.
Bei Jugendlichen sind Chlamydien-Infektionen häufig
Während die HIV-Neuinfektionen seit 2007 zurückgehen, hat sich die Zahl der Syphilis-Infektionen laut dem Robert-Koch-Institut von 1697 Erkrankungen im Jahr 2001 auf 3698 Erkrankungen im Jahr 2011 mehr als verdoppelt.
Tripper (Gonorrhö) und Syphilis sind besonders verbreitet bei Männern, die Sex mit Männern haben. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass mindestens vier von fünf aller in Deutschland gemeldeten Syphilis-Fälle so übertragen werden. Unter heterosexuellen Erwachsenen gibt es vor allem Chlamydien-Infektionen, Trichonomaden (Parasiten), Pilz-Erkrankungen oder Papillomviren (HPV). Bei den Jugendlichen sind Chlamydien-Infektionen besonders häufig.
Die neue Aids-Aufklärungskampagne „Mach's! Aber mach's mit“ widmet sich neben der HIV-Prävention verstärkt auch anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI - Sexually Transmitted Infections). So soll das Risikobewusstsein für Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Tripper oder Chlamydien erhöht werden.
Foto: dapdWichtig zu wissen: Nicht immer schützt ein Kondom komplett vor Ansteckung - denn ein Teil der Erreger kann auch durch Schmierinfektionen und engen Körperkontakt weitergegeben werden.
Immerhin ist die Anzahl der Männer und Frauen, die Kondome nutzen gestiegen. Eine neue Untersuchung der BZgA zeigt: Heute greifen 87 Prozent der Deutschen zu Beginn einer neuen Partnerschaft zum Kondom - noch Mitte der 90er Jahre taten das nur 65 Prozent. Auch von denjenigen, die oft ihre Partner wechseln, schützen sich mittlerweile 86 Prozent regelmäßig. Zugleich schrumpft in dieser Hochrisiko-Gruppe die Zahl derer, die nie Kondome verwenden: Ende der 80er Jahre war es fast die Hälfte, heute sind es nur noch 14 Prozent.
(dpa, dapd, ef)
1. Verhütung beim ersten Mal
Erfreulicher Trend: Nur acht Prozent der deutschen Jugendlichen haben bei ihrem ersten Mal nicht verhütet. Das ist der bisher niedrigste gemessene Wert. 1980 waren es noch 29 Prozent der Jungen und 20 Prozent der Mädchen, die bei ihrem ersten Mal nicht verhütet haben. 2001 immerhin noch 15 Prozent (Jungen) und 12 Prozent (Mädchen).
Quelle für alle Fakten ist die Studie „Jugendsexualität 2010“ der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, für die Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt wurden.
Foto: dpaNachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität
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