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31. Januar 2012

Bei Erkältungen: Die Heilkraft des Nebels

 Von Jörg Zittlau
Beliebtes Hausmittel: Feuchte Dämpfe helfen bei Husten und Schnupfen.  Foto: Fotolia/Gina Sanders

Dampf- und Sole-Inhalationen sind bei Erkältungen immer noch ein Mittel der Wahl. Regelmäßige Anwendungen stabilisieren die Schleimhäute. Die Methode ist wirksam und birgt kaum Risiken, worauf man beim Inhalieren achten sollte.

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Mit dem Kopf über der dampfenden Schüssel und über dem Nacken das große Handtuch – schon Großmutter behandelte Husten und Schnupfen, indem sie heiße Kräuterdämpfe einatmete. Mittlerweile gibt es dafür auch elegante Plastikaufsätze, aber dies zeigt nur, dass die Inhalation noch heute gegen grippale Infekte zum Einsatz kommt. Doch wie sie eigentlich funktioniert und was dabei zu beachten ist, wissen nur wenige. So hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass der heiße Dampf die Fortpflanzung der Schnupfenviren in den Atemwegen behindere. Eine These, die HNO-Experte Jörg Schipper vom Uni-Klinikum Düsseldorf schlichtweg „als Quatsch“ bezeichnet. Denn Schnupfenviren ließen sich durch die feuchte Hitze nicht beeindrucken. Und dass sie stattdessen das Wachstum von Pilzen anregen würde sei ebenfalls vom Tisch. „Die Inhalation gehört zu den wirklich risikoarmen Anwendungen der Medizin“, betont Schipper.

Trockene Luft

Der eigentliche Effekt der Inhalation besteht darin, die körpereigenen Schutzmechanismen der Atemwege zu unterstützen. Diese leiden nämlich unter der trockenen Luft, wie sie zur Winterzeit in geheizten Räumen auftritt: Die Schleimhäute trocknen aus, werden rissig und dadurch anfällig für Infektionen. Zudem schaffen es die Flimmerhärchen, mit denen die Atemwege ausgekleidet sind, im Trockenen nicht mehr, Keime und andere Fremdkörper abzutransportieren. „Hier kann man dann mit einer befeuchtenden Dampfanwendung wirksam gegensteuern“, so Schipper.

Für die Befeuchtung der Atemwege reicht es, den Wasserdampf pur zu inhalieren. In der Praxis werden jedoch oft ätherische Öle zugesetzt, denen der Ruf vorauseilt, auf die Atemwege wie ein „Rohrputzer“ zu wirken. Wissenschaftlich steht diese These freilich eher auf wackeligen Füßen. So konnte man zwar am Heidelberger Universitätsinstitut für pharmazeutische Chemie nachweisen, dass Zimt-, Teebaum-, Salbei-, Thymian- und Zitronenmelissenöl genau die Erreger abtöten, die sich vorzugsweise in den Atemwegen einnisten. Doch ob diese Effekte auch im tatsächlichen „Kampfgebiet“ des menschlichen Körpers zum Tragen kommen, ist fraglich. Nichtsdestoweniger weiß auch HNO-Experte Schipper die ätherischen Öle zu schätzen: „Denn sie wirken abschwellend und entzündungshemmend, und dadurch unterstützen sie den Schleimabtransport in den Atemwegen.“

Salz im Ultraschall

Ein weiterer beliebter Zusatz für Inhalationen ist Kochsalz. Es lässt sich jedoch, im Unterschied zu den flüchtigen ätherischen Ölen, bei der klassischen Methode mit kochendem Wasser nur äußerst widerwillig vom Wasserdampf mitziehen, so dass letzten Endes nur wenige Mineralmoleküle bis in die Atemwege gelangen. Pneumologe Andreas Meyer von den Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach rät daher zu Verneblern. In ihnen wird das Wasser samt zugesetztem Salz per Ultraschall oder Düsenkompressor in feinste Tröpfchen zerstäubt, die auch in tiefere Bereiche des Atemtrakts vordringen können.

Dort verändern sie die Oberflächenspannung der Schleimschicht, mit der Konsequenz, dass sich größere Schleimtropfen bilden. „Und die können dann vom Patienten besser abgehustet werden“, erläutert Meyer. Als Inhalationsdosis reichen sechs Minuten pro Tag – dies sollte auch in einem stressigen Alltag zu realisieren sein.

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Quelle: Onmeda

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