Die Sache mit dem Cholesterin ist komplizierter als sie vordergründig aussieht. Richtig ist: Hühnereier enthalten viel Cholesterin. Rund 250 Milligramm stecken in einem Eigelb. Richtig ist auch: Cholesterin ist ein Risikofaktor. Ist der Cholesterinspiegel erhöht, und das ist er bei etwa jedem dritten Deutschen im Alter zwischen 18 und 80, steigt die Gefahr, dass die Arterien verkalken. Die Folgen können ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall sein.
Enthalten ist der Stoff nur in tierischen Lebensmitteln, und Hühnereier sind besonders cholesterinreich. Aber auch fettes Schweinefleisch, Innereien, Schmalz oder Butter enthalten viel Cholesterin. Dennoch ist nicht eindeutig belegt, ob das Cholesterin, das wir über die Nahrung aufnehmen, maßgeblich den Cholesterinwert im Körper beeinflusst. Denn unser Körper bildet den Stoff auch selbst.
Ausdauersport hilft, das Cholesterin zu senken
Cholesterin ist auch nicht grundsätzlich schlecht. Im Gegenteil gibt es das „gute“ HDL- und das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Wobei das gute das schlechte Cholesterin sogar aus dem Blut beseitigt. Deshalb gilt: Je mehr vom guten HDL, umso besser. Um den Wert zu erhöhen, ist Bewegung eine der effektivsten Maßnahmen. Vor allem Ausdauersport hilft, das schlechte LDL-Cholesterin zu senken. Als kritisch gilt ein Wert über 200 Milligramm auf 100 Milliliter. Dabei sollte der LDL-Cholesterin-Spiegel nicht über 160 Milligramm liegen.
Zu viel Cholesterin ist nicht gut. Es lagert sich in den Wänden der Blutgefäße ab und verengt diese. Unser Körper produziert den Stoff selbst. Doch auch über tierische Lebensmittel nehmen wir ihn auf. Welche Nahrungsmittel besonders viel oder eher wenig Cholesterin enthalten, lesen Sie hier.
Foto: adactio/flickrNeben Bewegungsmangel sind Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und Rauchen weitere Risikofaktoren für den erhöhten Cholesterinspiegel. Auch wenn Kritiker bemängeln, dass eine Umstellung der Ernährung den Cholesterinwert im Körper nur gering beeinflusst, Schaden kann es nicht, anstatt viele tierische Fette zu essen, eher auf ungesättigte, pflanzliche Fette umzusteigen. Für eine cholesterinarme Ernährung wird empfohlen, am Tag maximal 300 Milligramm zu sich zu nehmen.
Ob der eigene Cholesterinwert zu hoch ist, kann man im Rahmen eines Gesundheits-Checks nach dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre bestimmen lassen. Der Check zählt zu den Vorsorge-Untersuchungen.
Beispiele dafür, welche Nahrungsmittel besonders viel und welche wenig Cholesterin enthalten, lesen Sie in der Bilderstrecke oben.
(ef)
1. Fett macht Fett
Das stimmt so nicht. Der Körper braucht sogar einen gewissen Anteil an Fett. Rund 30 Prozent aller Kalorien sollen aus fetthaltigen Lebensmitteln kommen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Im Schnitt etwa 70 bis 80 Gramm Fett am Tag. Isst man mehr Fette, werden diese im Körper abgelagert. Außerdem kommt es darauf an, welche Fette wir zu uns nehmen. Gesund sind ungesättigte Fettsäuren. Sie stecken zum Beispiel in Oliven oder Walnüssen. Auch Fette aus Fischen sind gesund. Tückisch, weil besonders ungesund, sind dagegen die versteckten Fette in Wurst oder Kuchen.
Foto: dpaNachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität
Errechnen Sie Ihren Body-Mass-Index!
Neue Forschungsergebnisse in der Medizin, der Blick in das Innere des Menschen - mehr zu lesen im FR-Spezial Medizin.