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02. Februar 2012

Diagnose Alzheimer: Verlauf und Symptome der Volkskrankheit

„Schlotbaron“ oder „Der Pate“: Kaum ein Fußball-Manager in der Bundesliga hatte so viele Beinamen wie Rudi Assauer. Jetzt geht der 67-Jährige mit seiner Alzheimererkrankung an die Öffentlichkeit.  Foto: dpa

Die Nachricht schockiert nicht nur Fußballinteressierte: Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer hat Alzheimer. Schon seit Jahren leidet der 67-Jährige an der Krankheit. Hunderttausende Menschen in Deutschland leiden unter Alzheimer. Die wichtigsten Fakten zur Volkskrankheit.

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Der langjährige Manager von Schalke 04, Rudi Assauer (67), leidet seit Jahren an der Hirnerkrankung Alzheimer. Der einstige Fußball-Macho kann ohne fremde Hilfe nicht mehr leben, braucht tägliche Betreuung. Assauer, der im vergangenen Frühjahr seine Frau Britta geheiratet hatte, lebe derzeit bei seiner Tochter in der Nähe von Gelsenkirchen, berichtet unter anderem die „Bild“-Zeitung.

Assauer habe von der Erkrankung seit Jahren gewusst, sie aber verheimlicht, hieß es aus der Familie. Als die Anzeichen wie Gedächtnisverlust und Verwechseln von alten Bekannten unübersehbar wurden, habe er sich entschlossen, offensiv an die Medien zu gehen. Assauer schrieb eine Autobiografie, die die Krankheit zum Thema macht. Der Titel lautet: „Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben“, wie der Verlag mitteilte.

1,2 Millionen Alzheimerkranke

Assauer teilt  mit seiner Erkrankung das Leid vieler Menschen in diesem Land. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sind bundesweit 1,2 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, deren häufigste Form Alzheimer ist. Da die Zahl der alten Menschen weiter wachsen wird, geht die Organisation davon aus, dass die Zahl der Demenzkranken bis 2050 auf über 2,6 Millionen steigen wird - sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Bei den über 90-Jährigen leidet nach Angaben der Neurologie der Kölner Universitätsklinik schon heute etwa jeder Dritte an Alzheimer.

Depression, Ängste, Gereiztheit

Alzheimer löscht Stück für Stück Erinnerungen aus. Zu den Symptomen gehören kognitive Störungen, die sich unter anderem auf das Gedächtnis, die Entscheidungs- und die Sprachfähigkeit auswirken. Auch die Gefühlswelt sowie die Persönlichkeit des Betroffenen  verändert sich, Depressionen, Ängste und Gereiztheit gehören zu den Begleiterscheinungen. Der Patient weiß im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr, wo er sich befindet und wer er ist. Oft erkennen die Kranken ihre Angehörigen nicht mehr, manchmal werden sie auch aggressiv.  Wie im Fall Assauer brauchen die Patienten dann rund um die Uhr Betreuung.

Ist Alzheimer eine Erbkrankheit? Sind Eltern oder Geschwister von der Krankheit betroffen, ist das Risiko höher, selbst zu erkranken. Ein genetischer Faktor scheint hier eine größere Rolle zu spielen. Wie groß der Einfluss der Gene aber tatsächlich ist, darüber streiten die Wissenschaftler noch. Wir in der Familie eine größere Zahl an Alzheimerfällen hat, sollte zwar wachsam auf möglich Symptome achten, Grund zur Panik besteht allerdings nicht, da die Krankheit laut Experten nicht ausbrechen muss.

Wann ist die heimtückische Krankheit zum ersten Mal in Erscheinung getreten? Vor mehr als 100 Jahren beschrieb der Psychiater Alois Alzheimer (1864-1915) zum ersten Mal die später nach ihm benannte Krankheit. Ein Mann brachte seine verwirrte und orientierungslose Frau in die „Städtische Anstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt. Nach dem Tod der Patientin untersuchte Alois Alzheimer 1906 ihr Gehirn. Er fand Eiweißablagerungen in der Hirnrinde und abgestorbene Nervenzellen.

Wissenschaft hofft auf großen Durchbruch

Eiweißfragmente - Amyloid-Peptide - lagern sich im Gehirn ab. Bis heute ist unter Wissenschaftlern jedoch strittig, was genau im Gehirn bei Alzheimer und Demenz passiert. Alzheimer ist noch nicht heilbar, allerdings hofft die Wissenschaft auf einen baldigen Durchbruch bei der Therapie der Krankheit. So haben französische Wissenschaftler des Forschungsinstituts Inserm Ende Januar die Entdeckung eines Proteins namens FKBP52 verkündet, das Alzheimer-Patienten helfen soll. „Dieser Stoff kann den gestörten Proteinhaushalt von Menschen mit Alzheimer regulieren“, sagte Etienne-Emile Baulieu, der Leiter der Forschungsgruppe, im Interview mit der Tageszeitung „Le Monde“. Zurzeit werde das Medikament an Mäusen getestet. Baulieu hofft, in drei bis fünf Jahren ein Mittel gegen die Krankheit zu finden.

Aktuell können bestimmte Medikamente nur das Fortschreiten der Symptome etwas bremsen. Daher ist eine frühe Diagnose wichtig. 

Die Organisation Alzheimer’s Disease International hat zehn frühe Symptome aufgelistet, die auf Demenz hindeuten. Welche das sind, lesen Sie in der Bilderstrecke.  (tn, dapd, dpa) 

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Quelle: Onmeda

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