„Schlotbaron“ oder „Der Pate“: Kaum ein Fußball-Manager in der Bundesliga hatte so viele Beinamen wie Rudi Assauer. Jetzt geht der 67-Jährige mit seiner Alzheimererkrankung an die Öffentlichkeit.
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„Schlotbaron“ oder „Der Pate“: Kaum ein Fußball-Manager in der Bundesliga hatte so viele Beinamen wie Rudi Assauer. Jetzt geht der 67-Jährige mit seiner Alzheimererkrankung an die Öffentlichkeit.
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Die Nachricht schockiert nicht nur Fußballinteressierte: Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer hat Alzheimer. Schon seit Jahren leidet der 67-Jährige an der Krankheit. Hunderttausende Menschen in Deutschland leiden unter Alzheimer. Die wichtigsten Fakten zur Volkskrankheit.
Der langjährige Manager von Schalke 04, Rudi Assauer (67), leidet seit Jahren an der Hirnerkrankung Alzheimer. Der einstige Fußball-Macho kann ohne fremde Hilfe nicht mehr leben, braucht tägliche Betreuung. Assauer, der im vergangenen Frühjahr seine Frau Britta geheiratet hatte, lebe derzeit bei seiner Tochter in der Nähe von Gelsenkirchen, berichtet unter anderem die „Bild“-Zeitung.
Assauer habe von der Erkrankung seit Jahren gewusst, sie aber verheimlicht, hieß es aus der Familie. Als die Anzeichen wie Gedächtnisverlust und Verwechseln von alten Bekannten unübersehbar wurden, habe er sich entschlossen, offensiv an die Medien zu gehen. Assauer schrieb eine Autobiografie, die die Krankheit zum Thema macht. Der Titel lautet: „Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben“, wie der Verlag mitteilte.
1,2 Millionen Alzheimerkranke
Assauer teilt mit seiner Erkrankung das Leid vieler Menschen in diesem Land. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sind bundesweit 1,2 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, deren häufigste Form Alzheimer ist. Da die Zahl der alten Menschen weiter wachsen wird, geht die Organisation davon aus, dass die Zahl der Demenzkranken bis 2050 auf über 2,6 Millionen steigen wird - sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Bei den über 90-Jährigen leidet nach Angaben der Neurologie der Kölner Universitätsklinik schon heute etwa jeder Dritte an Alzheimer.
Zehn Symptome für Demenz
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2. Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten
An Alzheimer erkrankten Personen fällt es plötzlich schwer, alltägliche Dinge zu verrichten, die man eigentlich ganz beiläufig erledigt. Sie wissen dann zum Beispiel nicht mehr, in welcher Reihenfolge sie ihre Kleidungsstücke anziehen sollen.
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3. Sprachprobleme
Jeder vergisst mal ein Wort. Bei Demenz-Kranken sind es aber oft ganz simple Wörter, die ihnen nicht mehr einfallen. Die Sprachverarmung versuchen sie mit ungewöhnlichen Umschreibungen auszugleichen. Schuhe sind dann etwa „das für die Füße“.
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4. Orientierungslosigkeit
Es ist normal, dass man mal nicht sofort weiß, welcher Wochentag gerade ist oder wohin man gerade gehen wollte. Doch Demenzkranke können auch in einer eigentlich vertrauten Umgebung orientierungslos werden. Sie erkennen zum Beispiel die Straße in der sie leben nicht mehr wieder und wissen nicht, wie sie nach Hause kommen. Sogar Tag und Nacht geraten bei Demenzkranken manchmal durcheinander.
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5. Urteilsvermögen lässt nach
Demenzkranken fällt es zunehmend schwer, Situationen richtig einzuschätzen. Sie ziehen beispielsweise an warmen Tagen zu viele Schichten Kleidung an oder sind im Winter viel zu luftig gekleidet.
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6. Probleme, den Überblick zu behalten
Einem Alzheimer-Patienten fällt es schwer, einer Unterhaltung zu folgen. Viele schaffen es auch nicht mehr Verpflichtungen nachzukommen. Zum Beispiel ihre regelmäßigen Rechnungen zu bezahlen.
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7. Sachen verlegen
Nach dem Portemonnaie oder den Autoschlüsseln hat wohl jeder schon mal gesucht. Doch Alzheimer-Patienten verlegen Gegenstände an ungewöhnliche Orte, packen etwa das Bügeleisen in den Kühlschrank oder ihre Armbanduhr in die Zuckerdose.
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8. Stimmungsschwankungen
Ein an Demenz erkrankter Mensch kann ungewöhnlich emotional werden und scheinbar grundlos schnelle Stimmungswechsel durchleben. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein und der Betroffene agiert viel weniger emotional als man es von ihm aus früheren Zeiten gewohnt war.
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9. Veränderung der Persönlichkeit
Ein Alzheimer-Patient kann seine Persönlichkeit ungewohnt verändern, so dass Eigenschaften zutage treten, die man von der Person nicht kannte. Der Patient ist dann zum Beispiel sehr misstrauisch oder sehr ängstlich, besonders in Situationen, in denen die Vergesslichkeit zutage tritt.
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10. Antriebslosigkeit
Ein Demenz-Patient kann sehr apathisch werden und für Stunden nur noch vor dem Fernseher sitzen, viel schlafen und das Interesse an sozialen Kontakten und an seinen Hobbys verlieren.
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Jeder Mensch ist anders, deshalb werden auch keine zwei Menschen genau die gleichen Symptome haben. Dennoch gibt es typische Anzeichen, die auf Demenz hindeuten, oder auf Alzheimer, die häufigste Form der Demenz.
1. Vergesslichkeit
Besonders ein abnehmendes Kurzzeitgedächtnis gehört zu den häufigsten Symptomen von Alzheimer-Demenz. Betroffene vergessen Dinge und können sich auch später nicht mehr erinnern. Ist es normal, den Namen des Nachbarn vergessen zu haben, mit dem man nachmittags geplaudert hat, vergessen Alzheimer-Patienten nicht nur den Namen. Sie wissen nicht mehr, dass die Begegnung überhaupt stattgefunden hat.
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Depression, Ängste, Gereiztheit
Alzheimer löscht Stück für Stück Erinnerungen aus. Zu den Symptomen gehören kognitive Störungen, die sich unter anderem auf das Gedächtnis, die Entscheidungs- und die Sprachfähigkeit auswirken. Auch die Gefühlswelt sowie die Persönlichkeit des Betroffenen verändert sich, Depressionen, Ängste und Gereiztheit gehören zu den Begleiterscheinungen. Der Patient weiß im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr, wo er sich befindet und wer er ist. Oft erkennen die Kranken ihre Angehörigen nicht mehr, manchmal werden sie auch aggressiv. Wie im Fall Assauer brauchen die Patienten dann rund um die Uhr Betreuung.
Ist Alzheimer eine Erbkrankheit? Sind Eltern oder Geschwister von der Krankheit betroffen, ist das Risiko höher, selbst zu erkranken. Ein genetischer Faktor scheint hier eine größere Rolle zu spielen. Wie groß der Einfluss der Gene aber tatsächlich ist, darüber streiten die Wissenschaftler noch. Wir in der Familie eine größere Zahl an Alzheimerfällen hat, sollte zwar wachsam auf möglich Symptome achten, Grund zur Panik besteht allerdings nicht, da die Krankheit laut Experten nicht ausbrechen muss.
Wann ist die heimtückische Krankheit zum ersten Mal in Erscheinung getreten? Vor mehr als 100 Jahren beschrieb der Psychiater Alois Alzheimer (1864-1915) zum ersten Mal die später nach ihm benannte Krankheit. Ein Mann brachte seine verwirrte und orientierungslose Frau in die „Städtische Anstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt. Nach dem Tod der Patientin untersuchte Alois Alzheimer 1906 ihr Gehirn. Er fand Eiweißablagerungen in der Hirnrinde und abgestorbene Nervenzellen.
Wissenschaft hofft auf großen Durchbruch
Eiweißfragmente - Amyloid-Peptide - lagern sich im Gehirn ab. Bis heute ist unter Wissenschaftlern jedoch strittig, was genau im Gehirn bei Alzheimer und Demenz passiert. Alzheimer ist noch nicht heilbar, allerdings hofft die Wissenschaft auf einen baldigen Durchbruch bei der Therapie der Krankheit. So haben französische Wissenschaftler des Forschungsinstituts Inserm Ende Januar die Entdeckung eines Proteins namens FKBP52 verkündet, das Alzheimer-Patienten helfen soll. „Dieser Stoff kann den gestörten Proteinhaushalt von Menschen mit Alzheimer regulieren“, sagte Etienne-Emile Baulieu, der Leiter der Forschungsgruppe, im Interview mit der Tageszeitung „Le Monde“. Zurzeit werde das Medikament an Mäusen getestet. Baulieu hofft, in drei bis fünf Jahren ein Mittel gegen die Krankheit zu finden.
Aktuell können bestimmte Medikamente nur das Fortschreiten der Symptome etwas bremsen. Daher ist eine frühe Diagnose wichtig.
Die Organisation Alzheimer’s Disease International hat zehn frühe Symptome aufgelistet, die auf Demenz hindeuten. Welche das sind, lesen Sie in der Bilderstrecke. (tn, dapd, dpa)
Diese Krankheiten machen uns am meisten Angst
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Diese Krankheiten machen uns am meisten Angst
2. Unfall mit Verletzungen
57 Prozent der Deutschen fürchten, Opfer eines Unfalls zu werden.
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3. Schlaganfall
54 Prozent der Deutschen haben Angst vor einem Schlaganfall.
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4. Alzheimer/Demenz
54 Prozent der Deutschen fürchten sich vor Alzheimer/Demenz.
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5. Herzinfarkt
45 Prozent der Deutschen fürchten sich vor einem Herzinfarkt.
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6. Bandscheibenvorfall
38 Prozent der Deutschen haben Angst, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden.
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7. Psychische Erkrankungen
36 Prozent haben Angst, psychisch zu erkranken, etwa an einer Depression.
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8. Schwere Lungenerkrankung
27 Prozent der Deutschen fürchten eine schwere Lungenerkrankung.
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9. Diabetes
20 Prozent der Deutschen fürchten sich vor Diabetes.
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10. Geschlechtskrankheit
19 Prozent fürchten sich vor einer Geschlechtskrankheit, etwa vor Aids.
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1. Krebs
73 Prozent der Deutschen haben Angst vor einer Krebserkrankung.
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DAK/Kooperationsgemeinschaft Mammographie
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