Mit ihrer Forderung nach Einführung von Cannabis-Clubs hofft die Linke auf eine Debatte über einen neuen drogenpolitischen Kurs in Deutschland. „Wir wollen weg von der Verteufelung“, sagte der drogenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Frank Tempel.
Am heutigen Mittwoch ist ein Linken-Antrag Thema einer öffentlichen Bundestagsanhörung, nach dem Cannabis durch Cannabis-Clubs legalisiert werden soll. Die Einrichtungen sollen nach Vorstellung Tempels ohne kommerzielles Interesse den Cannabis-Anbau für ihre Mitglieder übernehmen. „Für den Anbau in Cannabis-Clubs ist durch den Vereinsvorstand die erforderliche Sachkunde nachzuweisen“, so der Antrag. Tempel betonte, er wolle durch eine Entkriminalisierung von Cannabis Aufklärung, Jugendschutz und Prävention voranbringen sowie den Schwarzmarkt bekämpfen. Erlaubt sein soll der Besitz von 30 Gramm getrocknetem Cannabis.
Rund 600.000 Menschen in Deutschland haben laut Bundesregierung einen problematischen Cannabiskonsum. Millionen weitere konsumieren die Droge weniger exzessiv. Union und FDP lehnen eine Legalisierung von Cannabis strikt ab. Die drogenpolitische Expertin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sagte: „Ich halte von Cannabis-Clubs überhaupt nichts."
Die Drogenbeauftragte der SPD-Fraktion, Angelika Graf, sagte: „Ich habe eine ganze Reihe von Vorbehalten.“ So könne der Zugang zu Cannabis durch die Clubs wohl kaum auf Mitglieder beschränkt werden. Zugleich mahnte Graf eine Reform für reine Konsumenten an. „Da sollten wir uns etwas überlegen." So sei es wenig sinnvoll, dass es in den Bundesländern unterschiedliche Höchstmengen zwischen 6 und 15 Gramm für die Straffreiheit bei Cannabis-Besitz gebe.
Heroin wird als die Droge mit der größten Zerstörungskraft angesehen. Doch kalkuliert man die Auswirkung auf die Gesellschaft mit ein, ist Alkohol gefährlicher. Für eine Studie, erschienen 2010 im Journal „The Lancet“, untersuchte der britische Professor David Nutt mit weiteren Wissenschaftlern verschiedene Drogen. Demnach sind Heroin und Crack zwar die tödlichsten Rauschgifte. Bezieht man jedoch die Auswirkung auf die Gesellschaft und die Kosten für diese mit ein, führt die legale Droge Alkohol die Rangliste der gefährlichsten Rauschgifte an.
Foto: dpaGegner einer Legalisierung von Cannabis argumentieren, neuere Züchtungen hätten einen stark gestiegenen Gehalt des berauschenden Wirkstoffs THC. Davon werde man leichter abhängig. Befürworter wie der Deutsche Hanf Verband ziehen in Zweifel, dass Cannabis in den vergangenen Jahrzehnten stärker geworden sei.
THC-Gehalt stark gestiegen
Daten des Staatsanwalts Jörn Patzak, der in seiner Stellungnahme für eine Bundestagsanhörung an diesem Mittwoch gegen eine Legalisierung eintritt, zeigen eine Schwankung: Bei Haschisch, also gepresstem Harz, bewegte sich demnach der THC-Gehalt in Deutschland zwischen 1993 und 2009 von 6,5 über Werte bis zu 9,1 hin zu 8,4 Prozent. Bei Marihuana, also Blätter- und Blütengemische, reichten die Werte von damals 3,6 bis zuletzt 3,4 Prozent. Reine Cannabisblüten hätten zwischen 10,3 und 12 Prozent aufgewiesen.
Ein Ranking über die gefährlichsten Drogen lesen Sie in der Bilderstrecke oben.
(dpa/ef)
1. Koffein
Ob in Kaffee, Cola oder im schwarzen Tee – Koffein gehört zu den größten Süchtigmachern im Alltag. Hierzulande werden pro Jahr rund 150 Liter Kaffee und 80 Liter Cola getrunken. Die koffeinhaltigen Getränke sind so beliebt, weil sie aufputschen und einen gut durch den Alltag bringen.
Kaffee, Cola & Co. sollen vor allem das zentrale Nervensystem stimulieren. Im Idealfall steigt der Blutdruck an, die Durchblutung verbessert sich und die Konzentrationsfähigkeit steigt. Wer allerdings an den regelmäßigen Genuss von Kaffee, schwarzem oder grünem Tee gewöhnt ist, bei dem hat Koffein in der Regel keinen oder höchstens einen sehr geringen Einfluss auf den Blutdruck. Koffein scheint vor allem bei Personen, die kaum Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke trinken, zu einer Blutdrucksteigerung zu führen.
Foto: dpaNachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität
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