Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf fettreiche Kost. Der Grund liegt unter anderem in ihren Genen. Das fanden US-Forscher bei Experimenten mit Mäusen heraus. Bei dauerhaft fettreicher Kost stieg nur bei den Weibchen die Aktivität eines bestimmten Enzyms in den Bauchfettzellen und führte zu einer Zunahme der Fettmasse. Genetische veränderte Mäuse, die das Enzym nicht mehr bilden konnten, blieben dagegen schlank.
Auch der Östrogenspiegel beeinflusste den Effekt einer erhöhten Fettzufuhr: Sinkende Östrogenproduktion wirkte aktivierend auf das Enzym und vermehrte das Bauchfett. Das könnte erklären, warum bei Frauen nach den Wechseljahren durch fettreiche Ernährung die Fettbildung im Bauchraum eher zunimmt als bei Männern, schreiben die Forscher im Fachblatt Diabetes. Bei vermehrter Bauchfettbildung steigt die Anfälligkeit für verschiedene Krankheiten.
Von besonderer Bedeutung war das Gen, das die Produktion des Enzyms Aldehyd-Dehydrogenase-1 (Aldh1) steuert. Es ist an der Bildung des Hormons Retinsäure beteiligt. Nur bei den Weibchen führte eine fettreiche Ernährung zu vermehrter Enzym- und Hormonproduktion und verstärkte die Fettspeicherung. Fehlte das Aldh1-Gen, sank der Retinsäurespiegel und die Bauchfettmasse vermehrte sich nicht. Stattdessen wurde mehr Fett verbrannt. Bei männlichen Mäusen hatte der Ausfall des Enzyms nur geringe Wirkung.
Auch im Bauchfett von Menschen fanden die Forscher bei fettleibigen Frauen höhere Aldh1-Aktivitäten als bei Normalgewichtigen. Daher seien die Befunde wahrscheinlich auf den Menschen übertragbar. (wsa)
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