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01. August 2012

Ernährung: Tierische Produkte in vegetarischem Essen

 Von Caroline Vollrath
Wenn dieses Ferkel nur wüsste... Foto: dpa

Ein Glas Apfelsaft oder Brot mit Frischkäse - diese Lebensmittel scheinen zunächst vegetarisch. Eine Studie von Foodwatch zeigt jedoch: In vielen Produkten befinden sich tierische Bestandteile, ohne dass die Verpackung darauf hinweist.

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In Apfelsaft können sich Reste von Gelatine befinden, in Fertigsuppen ist oftmals Speck beigegeben. In vielen vermeintlich vegetarischen Lebensmitteln verbergen sich tierische Produkte - selbst wenn diese als "vegan" oder "vegetarisch" gekennzeichnet sind, denn die Bezeichnungen sind nicht rechtlich definiert.

Was Veganer Nicht essen

Veganer verzichten neben Fleisch auch auf andere tierische Produkte, wie auf Honig, Wachs, Ei- und Milchprodukte.

Bei Softdrinks und Säften ist Vorsicht geboten. Viele Säfte werden über Gelatine oder Fischblasen geklärt.

In Gummibärchen ist tierische Gelatine, in Schokolade Milch. Es gibt aber Hersteller, die Fruchtgummi aus pflanzlicher Gelatine verkaufen.

Alkohol-Getränke sind oft nicht vegan. Manche Biersorten enthalten Fisch-Gelatine. Wein wird in der Herstellung häufig durch Gelatine oder Fischblase gefiltert, Whisky und Wodka werden durch Tierkohle gefiltert. Campari wird mit Karmin aus Schildläusen hergestellt.


In einigen Essigsorten finden sich zermahlene Schalen von Krustentieren.

Medikamente, zum Beispiel die Hüllen von Pillen, können Gelatine enthalten.

Brezeln, Laugenstangen und Croissants erhalten ihren Glanz häufig durch Schweinefett. Einige Brote werden auch mit Schlachtfett, nicht mit pflanzlicher Margarine hergestellt.

Außerdem achten Veganer darauf, dass ihre Kleidung nicht aus tierischen Stoffen wie etwa Haut und ihre Kosmetik ohne Tierversuche hergestellt ist.

Unzureichende Kennzeichnung

Oftmals betrifft dies Lebensmittel, von denen der Verbraucher nicht erwartet, dass sie tierische Bestandteile enthalten könnten. Schon länger ist bekannt, dass industrielle Großbäckereien eine Aminosäure als Mehlbehandlungsmittel einsetzten, die aus Schweineborsten oder Federn gewonnen wird. Diese Aminosäure, genauer L-Cystein, wird als technischer Hilfsstoff eingesetzt, der die Verarbeitung des Teiges erleichtern soll. Gekennzeichnet wird dies nicht.

Wiederrum ungewollt kommen oftmals tierische Bestandteile durch Kreuzkontamination - also Verunreinigung von Maschinen, die verschiedene Produkte herstellen - in Lebensmittel. So beispielsweise kann Milchzucker, der bei der Herstellung von Vollmichschokolade benötigt wird, durch Nutzung derselben Maschinen in rein pflanzliche Bitterschokolade gelangen.

Gelatine in vielen Produkten zu finden

Dies sind leider nicht die einzigen Lebensmittel, in denen Verbraucher wohl eher keine tierischen Zutaten vermuten würden. So dient Gelatine oftmals als Trägerstoff für Vitamine, Farbstoffe und Aromen, beispielsweise in Chips.

Es wird aber noch absurder: Selbst in Fruchtsäften und sogar in Sekt, Wein und Limonaden können Reste von Gelatine vorhanden sein: Sie wird dazu verwendet die Trübstoffe zu binden. Diese bleiben an der Gelatine hängen, sinken zu Boden und klären auf diese Weise die Flüssigkeit. Dabei können aber Rückstände von der Gelatine zurückbleiben.

In verschiedenen Frischkäsesorten wird ebenfalls Gelatine eingesetzt, als Verdickungsmittel. Dies ist zwar oftmals gekennzeichnet, aber viele Verbraucher rechnen in solchen Lebensmitteln gar nicht erst mit tierischen Produkten.

Es gibt Alternativen

Dabei können durchaus andere Verfahren eingesetzt werden, um die Benutzung von tierischen Produkten zu vermeiden: Beispielsweise kann Gelatine durch Agar Agar, hergestellt aus Algen, oder pflanzlichen Pektinen aus Früchten, Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl ersetzt werden. Zur Klärung und Filterung von Säften kann die Technik der "Ultrafiltration" genutzt werden: Der Saft wird dabei durch eine feine Membran gefiltert - ganz ohne Gelatine.

Eine klare Kennzeichnungspflicht würde es den Verbrauchern erleichtern, bei der Wahl ihrer Nahrungsmittel auf ethische, religiöse oder gesundheitliche Aspekte zu achten.

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Quelle: Onmeda

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