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Gesundheit
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15. Oktober 2012

Gesundheit: Länger leben trotz Krebs

 Von Lilo Berg
Rauchen ist der wichtigste Krebsrisikofaktor. Foto: imago

Tumorerkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache hierzulande. Ärzte hoffen nun auf neuartige Therapien.

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Drei von vier Befragten empfinden Krebs als bedrohlicher als beispielsweise eine Demenz oder ein Unfall. Die Krankheit, so begründeten die Teilnehmer einer repräsentativen Forsa-Umfrage ihre Furcht, könne jeden treffen und nehme oft einen schweren Verlauf.

Tatsächlich ist niemand hundertprozentig davor geschützt, an einem bösartigen Tumor zu erkranken – da mag der Lebensstil noch so gesund sein. Dennoch sind wir der Krankheit nicht hilflos ausgeliefert.

Wie wichtig das eigene Verhalten ist, zeigt sich etwa beim Lungenkrebs. Seit in Deutschland immer weniger Männer rauchen, gehen die Erkrankungszahlen bei ihnen zurück, während sie bei Frauen mit steigendem Tabakkonsum deutlich ansteigen: um 30 Prozent seit Ende der Neunzigerjahre, wie das Berliner Robert-Koch-Institut mitteilt.

Krebs ist viel besser behandelbar

Ob es sich um Lungenkrebs, Brustkrebs oder eine andere der insgesamt rund 200 verschiedenen Tumorarten handelt: Die Diagnose Krebs ist nach wie vor erschreckend. Und doch können die Ärzte heute oft weit mehr gegen die Krankheit ausrichten als früher und ihren Patienten eine bessere Lebensqualität ermöglichen. Beispiel Hodenkrebs: Hier haben sich die Überlebensaussichten in den vergangenen 25 Jahren entscheidend verbessert, was mit einer besonderen Chemotherapie zu tun hat. Beim zweiten Gesundheitsforum der Berliner Zeitung am Donnerstagabend geht es um das Potenzial der modernen Krebsmedizin – um Erfolgsgeschichten, Grenzen ärztlicher Kunst und Zukunftsaussichten.

Bei normaler Nutzung gibt es keine Hinweise, dass Mobilfunk zu Krebs führt.
Bei normaler Nutzung gibt es keine Hinweise, dass Mobilfunk zu Krebs führt.
Foto: dapd

Krebs ist heute die zweithäufigste Todesursache und könnte schon bald auf Platz eins vorrücken. Das liegt vor allem an der demografischen Entwicklung, denn bösartige Geschwulste treten meist spät im Leben auf. Das durchschnittliche Erkrankungsalter in Deutschland liegt bei 69 Jahren und immer größere Teile der Bevölkerung sind in dieser Altersklasse. Weil Krebstherapien oft teuer sind, rechnen viele Gesundheitsökonomen mit dramatisch ansteigenden Behandlungskosten – falls nicht doch noch eine Kehrtwende gelingt.

Zum Beispiel in der Krebsvorbeugung. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass sich weltweit mehr als 30 Prozent aller Krebsfälle durch Prävention verhindern ließen. Der Verzicht auf Tabak (Rauchen ist der wichtigste Krebsrisikofaktor), mehr Bewegung, weniger Übergewicht, keine Sonnenbrände – damit wäre schon viel gewonnen.

Familiäre Belastung spielt geringe Rolle

Demgegenüber spielt die familiäre Belastung nur eine geringe Rolle; lediglich fünf bis acht Prozent aller Krebsfälle sind auf Vererbung zurückzuführen. „Die meisten Menschen machen gern die Gene oder die Gesellschaft für Krebs verantwortlich, aber viel wichtiger ist das individuelle Verhalten“, sagte der Mediziner Hans-Jörg Senn kürzlich beim Europäischen Krebskongress in Wien. Das Bewusstsein dafür zu wecken, sei eine vordringliche Aufgabe für die Gesundheitspolitik.

Dass die Krebsstatistiken nach oben weisen, hat aber auch mit der besseren Früherkennung zu tun. Beispiel Brustkrebs: Seit 2005 steigt die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland rapide an, was im Wesentlichen mit dem damals eingeführten Mammografie-Screeningprogramm zu tun hat. Bei der Röntgenreihenuntersuchung werden vermehrt kleine und daher besser heilbare Tumore entdeckt. Ob der Aufwand bei der Früherkennung tatsächlich die Sterblichkeit senkt, werden die Tumorstatistiker aber erst in einigen Jahren wissen.

Aufbruchsstimmung in der Krebsmedizin

Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie – auf diesen drei Säulen basieren nach wie vor die meisten Krebstherapien. Aber immer häufiger kommen Behandlungen hinzu, die an die individuelle Biologie des Patienten angepasst sind. Das Medikament Herceptin etwa hemmt bestimmte Moleküle, die einen Brusttumor zum Wachstum anregen – allerdings nur bei Frauen mit passendem Genprofil. Anderen nützt es nichts. Herceptin ist der Vorbote einer ganzen Generation hocheffektiver und nebenwirkungsarmer Arzneien der sogenannten personalisierten Medizin. Große Hoffnungen ruhen dabei auf dem Internationalen Krebsgenomprojekt, das die Gensequenzen der 50 häufigsten Tumore ermitteln will: Es soll die Grundlage für viele neuartige Therapien schaffen.

Es herrscht Aufbruchsstimmung in der Krebsmedizin – und doch bleiben die meisten Ärzte bescheiden. Vom Sieg über den Krebs, so wie in den Siebzigerjahren, spricht heute keiner mehr. Die Krankheit ist mächtig und es wird darum gehen, sich gut mit ihr zu arrangieren.

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Quelle: Onmeda

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