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Gesundheit
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25. August 2011

Ha-ha-ha!: So lachen Sie sich gesund

Bitte recht freundlich: Wer sich öfters ein herzhaftes Lachen gönnt, schenkt seinem Körper einen wahrhaften Glückshormon-Cocktail.  Foto: www.hoho-haha.de/dpa/tmn

Lachen ist gesund, heißt es. Warum? Was löst das Ha-ha-ha im Körper aus? Seit Jahren versuchen Wissenschaftler, das Rätsel zu entschlüsseln. Klar ist: Lachen trainiert die Muskeln, bringt die Atmung in Schwung und hilft Stress abzubauen.

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Lachen ist gesund, heißt es. Warum? Was löst das Ha-ha-ha im Körper aus? Seit Jahren versuchen Wissenschaftler, das Rätsel zu entschlüsseln. Klar ist: Lachen trainiert die Muskeln, bringt die Atmung in Schwung und hilft Stress abzubauen.

Lachen ist gesund, heißt es. Warum? Was löst das Ha-ha-ha im Körper aus? Seit Jahren versuchen Wissenschaftler, das Rätsel zu entschlüsseln. Klar ist: Lachen trainiert die Muskeln, bringt die Atmung in Schwung und hilft Stress abzubauen.

Die Medizin kostet nichts, und jeder kann sie jederzeit überall herstellen: das Lachen. Witze, kitzeln, nette Menschen, eine komische Situation genügen – und schon signalisiert Gehirn an Körper: Lachen. „Das Belohnungssystem wird eingeschaltet“, beschreibt Michaela Schäffner vom europäischen Berufsverband für Lachyoga und Humortraining den Impuls, der eine Kettenreaktion in Gang setzt.

Ein ganzer Glückshormon-Cocktail durchströmt den Körper. Vermutlich werden Serotonin, Dopamin sowie das auch beim Stillen und Sex wirksame Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet. Der Körper geht in den Entspannungsmodus, sagt Schäffner. Es wird tief in den Bauch geatmet, das Schmerzempfinden kann nachlassen, der Blutdruck sinken.

Bisher beruht vieles weitgehend auf Hypothesen, weil es an klinischen Studien mangelt. Zum Beispiel ist die Wirkung der glücklich machenden Endorphine nicht nachgewiesen. „Sie sind so kurzlebig, dass man Probanden mit der Kanüle in der Vene in heitere Stimmung versetzen und gleichzeitig die Hormonkonzentration messen müsste. Das ist heikel“, fasst der Humanbiologe Prof. Carsten Niemitz von der Freien Universität Berlin zusammen. Über die Vorgänge im Gehirn ist ebenfalls wenig bekannt: Die Lachbewegungen machen eine Kernspintomographie unmöglich.

Lachen ist wie schwere Arbeit

Lachen entspricht schwerer körperlicher Arbeit. Mehr als 100 Muskeln sind beteiligt: „von der Gesichts-, Hals- und Atemmuskulatur bis zur Zwischenrippenmuskulatur“, erläutert Niemitz. Allein im Gesicht steuern 40 Muskeln die Mimik. Je intensiver das Lachen, desto mehr Muskeln werden von oben nach unten bewegt - „sich vor Lachen schütteln“, sagt der Volksmund. „Mir tut vor Lachen der Bauch weh“ umschreibt den auf intensives „Ha-ha-ha“ folgenden Zwerchfell-Muskelkater. Der Satz „Hör auf zu lachen, mir tut schon alles weh“ beschreibt die Wirkung des vollen Körpereinsatzes. Und wer sich „krumm und kringelig lacht“, trainiert vergleichbar einer Rumpfbeuge die Muskeln zwischen Brust- und Schambein. Im Zuge dieser ganzen Strapazen lacht mancher sich schlapp.

Lachen als „Massage für die Eingeweide“ kann körperliche Beschwerden lindern. So fällt dank der tiefen Atmung das Abhusten bei Bronchitis und Erkältungen leichter. Auch Raucher, denen zu viel Luft in der Lunge Probleme bereitet, können profitieren, sagt Barbara Wild, Professorin für Psychiatrie an der Universität Tübingen. Außerdem verändert sich das Schmerzempfinden. Wild zufolge stellten Schweizer Forscher fest, dass Probanden, die bei einem Mr.-Bean-Film viel echtes Lächeln und Lachen zeigten, ihre Hände länger in Eiswasser tauchen konnten als andere.

„Fröhliche Menschen werden mit Krankheiten besser fertig“, schildert Niemitz eine Beobachtung. Auf die psychologische Lach-Wirkung als Ausdruck von Zuneigung und „Es ist nicht so schlimm“-Botschaften bauen auch Kliniken, die zum Beispiel Clowndoktoren einsetzen. „Leute in einer unangenehmen Situation hinlenken auf die Beschäftigung mit etwas Positivem“, nennt der Mediziner, Kabarettist und Gründer des Vereins „Humor hilft heilen“, Eckart von Hirschhausen, das Ziel. Lachen sei „vor allen Dingen ein soziales Signal, was Aggressionen mindert, Menschen zu Gruppen zusammenbindet und Stress abbaut“. Es löst sowohl atmosphärische wie körperliche Spannung, so dass „wir auch physisch beim Loslachen lockerlassen“.

Schutz gegen Krankheit und Aggression

Diese Effekte nutzt die Therapie von Depression – Lachen gilt von Hirschhausen zufolge als Schutzfaktor gegen seelische Erkrankungen – und Aggression. „In der Lachyoga-Therapie lernen Menschen Übungen, die zum Beispiel typische Wuthaltungen in entspanntes Verhalten ummünzen“, erläutert Schäffner. Wer regelmäßig Türen knallt, lernt, bereits beim Griff zur Klinke den Anti-Stress-Mechanismus in Gang zu setzen. Dieser hemmt möglicherweise unter anderem die Produktion von Adrenalin, das den Körper normalerweise in Alarmstimmung versetzt. Lachyoga-Kurse werden in vielen Städten angeboten. Die Lehrgänge müssen aus eigener Tasche bezahlt werden, weil die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die Kosten nicht übernehmen. Weder Kurse noch die Lachtherapie gehören zum Leistungskatalog, so der GKV-Spitzenverband in Berlin.

Mitmenschen unterscheiden genau zwischen herzlichem und hämischem Lächeln. Sympathisch wirkt derjenige, der die Augen schließt und nach dem Bruchteil einer Sekunde mit wieder geöffneten Augen am anderen vorbei guckt, fanden Carsten Niemitz und sein Team heraus. „Das Gegenüber fühlt sich nicht fixiert und bedroht“ folgert Niemitz. Herzlich wirkt, wer binnen einer halben Sekunde seiner guten Stimmung freien Lauf lässt. Wer länger braucht, produziert das sprichwörtliche „falsche Lachen“ – und verliert die Sympathie. (dpa/tmn)

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Quelle: Onmeda

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