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19. Juni 2012

Hotelzimmer-Test: An welchen Stellen sich Bakterien tummeln

Ein Zimmermädchen putzt viele Hotelzimmer. Werden Schwämme und Lappen nicht sauber gehalten, gelangen Bakterien dadurch von einem Raum in den nächsten.Foto: dpa

Im Hotelzimmer sollte man sich überlegen, ob man die Fernbedienung in die Hand nimmt. Denn auf dieser sammeln sich die meisten Keime im Raum, so das Ergebnis einer Untersuchung. Auch der Knopf der Nachttischlampe ist ein ziemlich verseuchtes Terrain.

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Bis zu 10.000 verschiedene Arten von Bakterien, weit mehr als bislang vermutet, leben im und am Menschen. Diese Zahl haben Wissenschaftler erst kürzlich im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht. Welche gut für unsere Gesundheit sind und welche bei der Entstehung von Krankheiten eine Rolle spielen, muss noch viele Jahre erforscht werden, so die Wissenschaftler. Die meisten menschlichen Mitbewohner seien allerdings harmlos.

Dennoch entstehen viele Krankheiten durch Bakterien und andere Keime, die durch mangelnde Hygiene von Mensch zu Mensch übertragen werden. Eine neue Untersuchung zeigt auf, welche Gegenstände und Stellen in Hotelzimmern besonders belastet sind.

Hohe Keimzahlen auf Putzhilfen

Im Hotelzimmer ist vor allem die Fernbedienung mit Keimen belastet.
Im Hotelzimmer ist vor allem die Fernbedienung mit Keimen belastet.
Foto: dpa

Demnach tummeln sich die meisten Keime auf der Fernbedienung und auf dem Schalter der Nachttischlampe. Deutlich weniger stark belastet sind die Klinke der Badezimmertür oder das Kopfteil des Bettes. Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Forscher. Auch hier ist unklar, wie viele Krankheitserreger unter den festgestellten Bakterien sind, da nur die gesamte Anzahl der Keime ermittelt wurde. Aber eine hohe Zahl von Bakterien sei ein guter Indikator für eine schlechte Hygiene an solchen Stellen, berichteten die Mikrobiologen.

Viele Bakterien fanden die Wissenschaftler erwartungsgemäß auch im Waschbecken und in der Toilette der Hotelzimmer. Am besorgniserregendsten sei jedoch die hohe Belastung von Putzgegenständen der Reinigungskräfte: Dort habe man hohe Keimzahlen auf Schwämmen, Lappen und anderen Putzhilfen gefunden, sagen die Forscher. Da diese Utensilien meist in mehreren Räumen eingesetzt würden, könnten darüber Krankheitserreger leicht von einem Hotelzimmer in das nächste weitergetragen werden.

Optisch sauber reicht nicht

Hohe Keimzahlen wurden auf Schwämmen, Lappen und anderen Putzhilfen gefunden.
Hohe Keimzahlen wurden auf Schwämmen, Lappen und anderen Putzhilfen gefunden.
Foto: dpa

„Bisher wird die Sauberkeit eines Hotelzimmers in erster Linie nach dem rein optischen Eindruck beurteilt“, sagte Katie Kirsch von der University of Houston, die die Studienergebnisse auf der Tagung präsentierte. Zudem gebe es in der Branche keine einheitlichen Standards oder Verfahren für die Reinigung von Hotelzimmern. Das erhöhe das Risiko für Hotelgäste. Denn der Kontakt mit kontaminierten Oberflächen sei ein möglicher Übertragungsweg für Krankheiten. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem seien dadurch gefährdet.

„Das Zimmerpersonal reinigt meist 14 bis 16 Räume in einer Acht-Stunden-Schicht und hat nur rund 30 Minuten für einen Raum“, sagte Kirsch. Daher sei es für sie besonders wichtig zu wissen, welche Objekte in einem Hotelzimmer besonders stark keimbelastet seien. Aufgrund der neuen Informationen könnten die Hotels ihre Reinigungspraktiken anpassen und so das potenzielle Gesundheitsrisiko durch die mikrobielle Belastung senken.

Vorbeugestrategie gegen potenzielle biologische Risiken

Die jetzige Studie sei erst der Beginn einer ausführlicheren Bestandsaufnahme, betonten die Forscher. Sie steht im Rahmen eines Projekts, bei dem eine ursprünglich von der US-Raumfahrtbehörde NASA entwickelte Test- und Vorbeugestrategie gegen potenzielle biologische, chemische und physikalische Risiken nun auch auf Hotels angewendet werden soll. Im Rahmen dieses Systems werden standardisiert Problempunkte identifiziert und dann entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Für ihre Tests hatten die Forscher in den US-Bundesstaaten Indiana, North Carolina und Texas Räume in jeweils drei Hotels untersucht. In jedem Hotelzimmer nahmen sie dabei Proben von 19 verschiedenen Oberflächen sowie von den Reinigungswägen der Putzkräfte. Anhand der Proben wurde zunächst nur jeweils die Gesamtmenge der Bakterien bestimmt, einzelne Erreger identifizierten die Wissenschaftler noch nicht. (dapd, ef)

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Quelle: Onmeda

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