Mit Kurzvorträgen wie „Trocken werden“ oder „Land in Sicht“ will die Deutsche Kontinenz Gesellschaft (DKG) über die „Volkskrankheit“ Inkontinenz aufklären. Der Bedarf ist da: Fast elf Prozent der Deutschen leben laut DKG mit Harn- oder Stuhlinkontinenz. „Das ist kein Frauen-Problem und auch kein Alten-Problem“, sagt Krankenschwester Angelika Sonnenberg, Leiterin einer Inkontinenz-Selbsthilfegruppe in einem Kölner Krankenhaus.
Sonnenberg spricht von jungen Frauen Mitte Zwanzig, die mit Inkontinenz in ihre Sprechstunde kämen. Jedoch wagten viele Erkrankte noch nicht einmal einen Arztbesuch, weil die Krankheit ein solches Tabuthema sei. Das werde besonders deutlich, wenn sie auf Messen mit ihrem Infostand über das Thema informiere: „Man darf die Leute nicht ansprechen - aber den Flyer, den wollen sie alle!“
Was genau ist Harn-Inkontinenz?
Darunter versteht man die mangelnde Fähigkeit des Körpers, den Blaseninhalt zu speichern und selbst zu bestimmen, wann die Blase entleert werden soll. Als Folge tritt Urin unwillkürlich aus.
Foto: dpaDie Ursachen für eine Erkrankung sind vielfältig. So können die Gründe für das Einnässen bei Kindern eine zu kleine Blase sein, falsche Trinkgewohnheiten oder ein chronischer Harnwegs-Infekt, wie die DKG erklärt. Bei Erwachsenen kann ein beschädigter Schließmuskel beim Lachen oder Niesen zu unkontrolliertem Urinabgang führen oder auch eine schwache Blasenmuskulatur Inkontinenz verursachen. Die eindeutige Diagnose kann nur der Facharzt stellen.
Auf ihrer Internetplattform bietet die DKG für Betroffene Informationsangebote: Neben „Trink- und Pipi-Protokoll“ für Kinder und „Stuhltagebuch“ für Erwachsene gibt es dort auch eine Anleitung zum Beckenbodentraining. Ausflugsbroschüren und Tourentipps sind ebenfalls darunter, die immer auch auf die stillen Örtchen in Reichweite verweisen.
Wie wichtig solche Hilfestellungen sind, erklärt Heinz Kölbl, Professor an der Universität Mainz und zweiter Vorsitzender der DKG: Zahlreiche Erkrankte würden durch ihre Scham vom gesellschaftlichen Leben abgehalten und verkröchen sich zu Hause: „Viele Betroffene isolieren sich selbst. An Inkontinenz stirbt man nicht - aber sie kann einem das Leben nehmen.“
Blähungen
Symptome: Im Darm ist zu viel Luft. Diese Darmgase wollen nach draußen, das verursacht peinliche Geräusche und unangenehme Gerüche.
Ursachen: Sie sind vielfältig aber meistens harmlos: Falsche Ernährung, zu hastiges Essen oder Stress. Seltener sind Blähungen auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder auf eine Darmerkrankung zurück zu führen.
Was hilft? Oft schon, langsamer und ballaststoffärmer zu essen und gut zu kauen. Bei andauernden, starken Blähungen sollte man die Ursache von einem Arzt abklären lassen. Weitere Informationen
Foto: dpaDabei ließen sich viele Arten der Krankheit erfolgreich behandeln, sei es durch Gymnastik, Medikamente oder eine OP, erklärt Kölbl: „Die Behandlungspalette wird immer größer.“ Diese Dinge müssten heute „nicht mehr schicksalhaft hingenommen werden.“ Zumindest aber ließen sich die Symptome lindern - beispielsweise mit professionellen Einlagen, sagt Krankenschwester Sonnenberg.
(dpa)
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