Seit etwa zwei Jahren erobern Bubble Teas die Republik. Zunächst nur in Berlin, gibt es Bubble Tea mittlerweile in jeder deutschen Großstadt. Seit kurzem verkaufen das Getränk auch die 850 Filialen von McCafé, einer Sparte von McDonald's. Damit hat Bubble Tea endgültig die Provinz erreicht.
Bubble Tea ist ein buntes, süßes und kaltes Mixgetränk aus Tee, Milch und Fruchtsirup. Das Charakteristikum sind feste Geleestückchen aus Maniokstärke, die im Ganzen durch den Strohhalm in den Mund sausen. „Jugendliche finden das einfach cool“ sagt der Taiwanese Chitai. Der 22-Jährige verkauft das Getränk aus seiner Heimat im Berliner Szene-Stadtteil Kreuzberg. „Das ist hier gelebte Jugendkultur. Jeder will da dazugehören.“ Nur Ältere lassen sich selten in Chitais Laden blicken. „Die kommen höchstens in Begleitung ihrer Kinder oder Enkel.“
Erwachsene freunden sich nur selten mit dem süßen, aromatisierten Kaltgetränk und seiner glibberigen Konsistenz an. Ärzte, Verbraucherschützer und Krankenkassen haben bereits mehrfach vor Bubble Tea gewarnt. Es bestehe die Gefahr, dass Kleinkinder an den Kugeln ersticken. Außerdem erhalte das Getränk zu viele Farb- und Aromastoffe.
Zudem ist das neue Lieblingsgetränk vieler Jugendlicher enorm kalorienreich und enthält sehr viel Zucker, haben Verbraucherschützer untersucht. Ein Becher des Getränks mit 300 Millilitern kam auf 300 bis 500 Kalorien – bis zu dreimal so viel wie bei Cola. Noch alarmierender klingt eine Untersuchung der Stiftung Warentest. Ein großer Becher enthält bis zu 30 Stück Würfelzucker.
Abgrenzung zu den Eltern
„Bubble Tea ist eine Kalorienbombe inklusive synthetischer Farbstoffe und Aromen“, urteilten die Tester. Sie untersuchten exemplarisch vier Sorten Bubble Tea der Ketten BoboQ und Boobuk und fand zu viel Zucker sowie sogenannte Azofarbstoffe, die im Verdacht stehen, bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefiziten zu führen. So steht das Lieblingsgetränk der Kinder in krassem Gegensatz zum modernen Öko- und Gesundheits-Lifestyle vieler Eltern.
Genau dieser Gegensatz könnte ein Grund für den Erfolg des Getränks sein, sagt Trendforscher Peter Wippermann. „Die betonte Verspieltheit und Kindlichkeit sind Selbstverwöhnung für die Jugendlichen. Sie haben endlich wieder einen Ort, an dem sich kein Erwachsener blicken lässt“, sagt er. Das verleihe Bubble Tea eine Art mythische Kraft.
Sommergetränk 2012
Den Versuch von McCafé, Bubble Tea aus der Nische der reinen Jugendszene herauszuholen, sieht Wippermann skeptisch. „Bubble Tea in die Erwachsenenkultur zu bringen, ist eine Zeitbombe.“ Wird Bubble Tea auch bei der breiten Masse populär, könnte das wichtigste Kaufargument für Jugendliche wegfallen: Die Abgrenzung zu den Eltern.
Bei McDonald’s laufen die Geschäfte mit Bubble Tea laut Unternehmenssprecher Nicolas von Sobbe bereits gut. Und trotz aller Warnungen von Gesundheitsexperten und Verbraucherschützern prophezeit Trendforscher Wippermann: „Bubble Tea wird deutschlandweit das Sommergetränk 2012.“ (dpa, ef)
Latte macchiato
Kaffee an sich hat so gut wie keine Kalorien. Doch mit Milch und Zucker wird er zum Dickmacher. 150 Milliliter Vollmilch im Kaffee sind schon fast 100 Kalorien. Zehn Gramm Zucker obendrauf machen noch mal 40 Kalorien extra. Bei einem Latte macchiato mit 300 bis 400 Millilitern Flüssigkeit kommen da schnell 200 Kalorien zusammen. Fettarme Mich spart ein paar Kalorien ein.
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