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Gesundheit
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25. August 2011

Kopfschmerz: Frühe Therapie gegen chronisches Leiden

Rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter Kopfschmerzen. Foto: dpa

Es wummert, bohrt oder pulsiert, manchmal kommen Wahrnehmungsstörungen oder Übelkeit hinzu: Kopfschmerzen haben rund 80 Prozent der Deutschen mehr oder weniger stark im Schraubstock-Griff – viele davon nur kurz, manche aber auch tagelang.

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Es wummert, bohrt oder pulsiert, manchmal kommen Wahrnehmungsstörungen oder Übelkeit hinzu: Kopfschmerzen haben rund 80 Prozent der Deutschen mehr oder weniger stark im Schraubstock-Griff – viele davon nur kurz, manche aber auch tagelang.

Kinder und Jugendliche sind mittlerweile ebenso häufig betroffen wie Erwachsene: Vier von fünf Schülern leiden zumindest gelegentlich an Kopfschmerzen, belegen neue Studienzahlen aus München und Greifswald. Beim Weltkopfschmerzkongress im Juni 2011 diskutierten 1200 Fachleute über neue Ansätze im Kampf gegen das bohrende Übel. Wichtig ist demnach vor allem: Frühzeitig einzugreifen, damit der Schmerz gar nicht erst chronisch wird.

„Die Prävention von Kopfschmerzen muss schon in der Schule beginnen“, betonte Prof. Andreas Straube (Uniklinikum München). Seit den 70er Jahren habe sich die Zahl der jungen Kopfschmerzpatienten etwa vervierfacht. Mädchen sind fast zweieinhalb mal so oft betroffen wie Jungs – die Ursache dafür ist unklar. Klar hingegen ist, dass schon ein kurzes Aufklärungsprogramm in der Schule das Risiko für einige Arten von chronischem Kopfschmerz mindert. Das belegte eine Studie aus Norwegen.

Straube will dies nun durch eine Untersuchung in Münchner Gymnasien untermauern: Die Schüler sollen dabei über die Beziehung von Ernährung, mangelnder Bewegung, Lebensrhythmus und Kopfschmerzen informiert werden - und auch darüber, wie Stress vermieden werden. Zum Stress zählt einer ersten Befragung zufolge übrigens auch ausgedehntes Musikhören: „Wer mehr als eine Stunde MP3-Player hört, hat ein höheres Kopfschmerzrisiko“, sagte Straube. Auch sei bereits klar, dass viel Bewegung und Sport das Risiko minimiere.

Jede Berührung sorgt für Schmerzen

Menschen mit chronischen, also immer wiederkehrenden Kopfschmerzen, haben neuen Untersuchungen zufolge oft generell eine veränderte Schmerzwahrnehmung, eine Übererregbarkeit. „Die zentralen Verarbeitungssysteme sind dysreguliert“, erläuterte Prof. Hans-Christoph Diener (Uniklinik Essen). So leiden Migräne-Patienten häufig an einer Überempfindlichkeit der Haut (Allodynie), bei der schon jede Berührung als Schmerz empfunden wird.

Wissenschaftler aus Holland berichten darüber, dass auch Patienten mit Depressionen doppelt so häufig wie andere Menschen an einer solchen Überempfindlichkeit leiden. Dieser gemeinsame Mechanismus zeige einmal mehr, dass bei Kopfschmerzen oft zugleich weitere Krankheiten behandelt werden müssten, betonte Diener, am besten in einem integrativen Therapieansatz, zu dem auch Entspannungstechniken, psycho- oder bewegungstherapeutische Elemente gehören.

Die zehn Prozent der Deutschen, die unter Migräneattacken leiden, können zumindest mittelfristig auf neue Therapieansätze hoffen: So kann der Wirkstoff Triptan bald auch ohne Nadel und nur mittels Hochdruck durch die Haut injiziert werden. Der Wirkstoff DHE (Dihydroergotamin) kann künftig auch inhaliert werden - und soll so wesentlich besser wirken. Bei chronischer Migräne haben zwei große Studien zudem die lindernde Wirksamkeit von Botox nachweisen können. „Onabotulinumtoxin A wird dabei an 31 verschiedene Stellen des Kopfes injiziert“, erläuterte Diener. „Vermutlich werden dabei die Schmerzsignale unterbrochen.“ Die Migräneattacken pro Monat konnten in den Studien durch Botox deutlich reduziert werden.

Auch gegen den schlimmsten aller Kopfschmerzen, den sogenannten Cluster-Kopfschmerz, wird eine neue Behandlungsmethode vorgestellt: Prof. Arne May (Uniklinikum Hamburg) berichtet von guten ersten Studienergebnissen mit einem Mini-Stimulator, der in den Oberkiefer implantiert wird und von dort aus bei Schmerzattacken ein Nervenbündel stimuliert - ausgelöst via Fernsteuerung per Handy. (dpa)

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Quelle: Onmeda

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