Gesundheit
Welche Gesundheitstipps helfen wirklich? Infos zu Krankheiten und Symptomen sowie zu den Themen gesunde Ernährung, Psychologie und Sexualität

20. Oktober 2011

Kreisrunder Haarausfall: Was tun bei kahlen Stellen am Kopf?

Die kahlen Stellen beim kreisrunden Haarausfall müssen nicht dauerhaft sein.  Foto: dpa

Wenn im dichten Haar plötzlich kahle Stellen auftauchen, ist das ein großer Schock. Die Krankheit dahinter, der kreisrunde Haarausfall, hat jedoch nichts mit dem erblich bedingten Haarausfall zu tun, um den sich viele Mythen ranken.

Drucken per Mail

Wenn im dichten Haar plötzlich kahle Stellen auftauchen, ist das ein großer Schock. Die Krankheit dahinter, der kreisrunde Haarausfall, hat jedoch nichts mit dem erblich bedingten Haarausfall zu tun, um den sich viele Mythen ranken.

Etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland sind von den kahlen Stellen betroffen. „Die Alopecia areata (AA) ist eine entzündliche Haarausfallserkrankung und wird dem derzeitigen Forschungsstand nach als Autoimmunphänomen angesehen. Durch ihr charakteristisches Aussehen ist sie recht einfach zu erkennen“, erklärt Uwe Schwichtenberg, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen in Bremen. So hätten die auftretenden haarlosen Kreise meist einen Durchmesser von zwei bis sechs Zentimetern und seien scharf abgegrenzt.

Der Verlauf der Erkrankung ist sehr verschieden. Das fängt schon mit Zahl und Größe der Kahlstellen an: „Manche haben nur ein oder zwei kleine Stellen, andere ganz viele, die sich immer mehr ausweiten. Und in einigen wenigen Fällen kommt es auch zum kompletten Haarverlust“, schildert Anita Macionga-Knauer, die selbst seit mehr als 30 Jahren betroffen ist.

Betroffene Frauen fühlen sich unattraktiv

Unabhängig von seinem Ausmaß gelte, dass kreisrunder Haarausfall grundsätzlich nicht von körperlichen Schmerzen oder - wie bei einem Kopfhautekzem - von Juckreiz begleitet werde. Gerade bei Frauen meist enorm ist dagegen der seelische Schmerz, den die Erkrankung mit sich bringt, sagt Macionga-Knauer: „Es ist sehr schwer, mit dem Verlust der Haare klarzukommen. Man fühlt sich unattraktiv und sieht sich leider oft auch Negativreaktionen vonseiten des Umfelds gegenüber.“

Das allgemeine Risiko zu erkranken, liegt bei zwei Prozent. „Anders als viele andere Haarausfallerkrankungen ist sie reversibel, die Merkmale können sich also wieder zurückbilden“, erklärt Hans Christian Hennies von der Uni Köln. Ausschlaggebend dafür ist, dass AA nicht zu einer Zerstörung der Haarwurzel, sondern nur zu einer lokalen Entzündung führt, durch die das Wachstum der Haare gestört wird - dadurch fallen sie aus.

Grund ist wahrscheinlich eine fehlgeleitete Immunreaktion, die sich oft von selbst reguliert: „Tatsächlich kommt es bei mehr als 50 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres zu einer Spontanheilung, und auch danach können die Haare jederzeit anfangen, wieder zu sprießen - sei es von selbst oder durch eine Behandlung“, sagt Schwichtenberg. Allerdings könne es zu Rückfällen kommen.

Die genauen Ursachen für die Erkrankung sind bisher unbekannt. Infrage kommen viele Faktoren, die auch zusammenwirken könnten: etwa starke Stresszustände, Allergien, das Bestehen von Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen. „Sicher ist das Vorhandensein einer genetischen Veranlagung, da Alopecia Areata familiär gehäuft auftritt“, erläutert Hennies. Sollte es gelingen, diese einzelnen Genen zuzuordnen, könnten gezielte Therapien erarbeitet werden.

Nur unspezifische Behandlung

Solange der Ursprung nicht eindeutig geklärt ist, ist nur eine unspezifische Behandlung möglich. Gängig sind das Eincremen und die Unterspritzung der betroffenen Areale mit Kortison sowie eine spezielle Lichttherapie - die Creme-Puva-Behandlung. Kortison allerdings ist nicht unumstritten. „Die höchste Erfolgsquote hat die Immuntherapie mit der Chemikalie Diphenylcyclopropenon“, erklärt Schwichtenberg. Über eine längere Zeit regelmäßig aufgetragen, erzeuge sie eine allergische Reaktion und könne dazu führen, dass die Immunzellen mit der fehlgeleiteten „Haarabwehr“ aufhören.
Zehn Mythen zum Thema Haarausfall lesen Sie in unserer Bilderstrecke.
(dpa)

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität


Gesundheit von A-Z

Quelle: Onmeda

Selbsttest
BMI-Rechner

Errechnen Sie Ihren Body-Mass-Index!

Ihr Gewicht (in kg)
Ihre Körpergröße (in cm)
Alter (in Jahren)
Themenseiten
Anzeigenmarkt
Videonachrichten Gesundheit
Spezial
www.museocereanatomiche.it

Neue Forschungsergebnisse in der Medizin, der Blick in das Innere des Menschen - mehr zu lesen im FR-Spezial Medizin.

Gesundheitsmarkt

Finden Sie in unserem Branchenregister Apotheken, Pflegedienste, Ärzte und mehr.