Eine unangemessen große Angst vor bestimmten Lebewesen, Situationen oder Objekten, so definiert sich eine Phobie. Sie verursacht Panikzustände, Schweißausbrüche, Herzrasen. Obwohl die Betroffenen oft wissen, dass ihre Angst unbegründet ist, bekommen sie diese nicht in den Griff.
Jemanden, der sich gar nicht mehr einkriegt, wenn er eine Spinne sieht, hat fast jeder in der Familie. Und auch die Angst vor dem Zahnarztbesuch können viele zumindest ansatzweise nachvollziehen. Wer lässt sich schon gerne im Mund bohren? Aber Ängste vor lustigen Clowns oder gar vor Knöpfen? Auch das gibt es, wenn auch viel seltener. In ihrem Buch „Pfui Spinne, Watte, Knopf“ hat Mareile Kurtz zum Beispiel den Ekel vor Watte oder Füßen beschrieben. Die Autorin selbst hat eine Knopf-Phobie.
Neben solchen spezifischen Phobien, bei denen die Betroffenen ihre Angst mit einem bestimmten Schlüsselreiz verbinden, leiden viele Menschen an Klaustrophobie, der Angst vor geschlossenen oder engen Räumen. Oder, im Gegenteil, der Angst vor Plätzen. Wer dagegen an einer sozialen Phobie leidet, hat eine unangemessen große Furcht sich vor Anderen zu blamieren. Betroffene trauen sich deshalb zum Beispiel nicht, vor Menschen zu sprechen oder zu essen.
Arachnophobie, die Angst vor Spinnen kennt so gut wie jeder. Auch vor dem Zahnarzt entwickeln viele eine Angststörung. Daneben gibt es Phobie-Kuriositäten. Wer an Arachibutyrophobie leidet, hat Angst vor Erdnussbutter. Er fürchtet ganz konkret, dass diese im Gaumen kleben bleibt. Das kommt im englischsprachigen Raum, wo „Peanut Butter“ häufiger verzehrt wird, entsprechend öfter vor.
Foto: yaybiscuits123/FlickrInsgesamt haben nach Erhebungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) etwa 14 Prozent der Deutschen im Alter von 18 bis 65 Jahren eine Angststörung, die behandelt werden sollte. Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer.
Allen Phobien gemeinsam ist das Vermeidungsverhalten, mit denen die Betroffenen in der Regel auf ihre Ängste reagieren. Je nachdem, unter welcher Angststörung jemand leidet, kann diese den Alltag stark einschränken. Wer etwa unter Platzangst leidet, verlässt im schlimmsten Fall kaum noch seine Wohnung.
Doch längst nicht jede Phobie muss auch wirklich wie eine Krankheit behandelt werden. Ist man jedoch durch seine Ängste im Alltag stark eingeschränkt, ist es ratsam, etwas zu unternehmen. Und viele Ängste lassen sich gut behandeln. Etwa mit einer Verhaltenstherapie. Während der Therapie wird nach den Ursachen für die Angstzustände geforscht und Betroffene werden in kleinen Schritten mit ihren Ängsten konfrontiert um zu lernen, dass diese unbegründet sind.
Spinnenphobie, Schlangenphobie und Klaustrophobie kennen Sie? Seltene und eher skurrile Phobien haben wir in der Bilderstrecke gesammelt.
(ef)
„Sag mal, du bist doch Arzt“ – mit diesen Worten holen sich Freunde gerne Rat bei einem Mediziner – auch wenn dieser gar nicht im Dienst ist, sondern zum Beispiel beim Sport. Die häufigsten Fragen, die Ärzte so zu hören bekommen, beantwortet der britische Arzt Dr. Christian Jessen in seinem nun auf Deutsch erschienenen gleichnamigen Buch. Zehn davon lesen Sie hier in gekürzter Fassung.
Foto: dpaNachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität
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