Bei korrekter Anwendung gehört das Kondom zu den sichersten Verhütungsinstrumenten. Foto: dpa
Ob Pille, Kondom oder Spirale: Mittlerweile gibt es viele verschiedene Verhütungsmethoden. Etliche Frauen werden aber auch heute noch schwanger, obwohl sie eigentlich verhütet haben. Welche Methode ist also wirklich sicher? Wir geben einen Überblick.
Während einige Verhütungsmethoden bei korrekter Anwendung als sicher gelten, sind andere wiederum nicht oder nur in Kombination zu empfehlen. Zu den sichersten Verhütungsmitteln zählen nach wie vor die Anti-Baby-Pille und der Verhütungsring, zu den weniger sicheren das Frauenkondom und der Coitus interruptus.
Heute sind immer noch dreißig Prozent der werdenden Mütter hierzulande schwanger, obwohl sie eigentlich verhütet haben. Das heißt, die ideale Methode zur Empfängnisverhütung wurde offenbar noch nicht gefunden.
So sicher sind die Verhütungsmethoden
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So sicher sind die Verhütungsmethoden
1. Kondom
Das Kondom zählt zu den Klassikern der Verhütungsmethoden. Wie sicher es ist, hängt stark von der richtigen Anwendung ab! Von 100 Frauen werden 2 bis 12 innerhalb eines Jahres trotz Kondom schwanger.
Fazit: sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 2 - 12)
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2. Antibabypille
Die Antibabypille bietet bei regelmäßiger Einnahme einen sehr sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft, indem sie den Eisprung mithilfe von Hormonen unterdrückt. Weniger als eine von hundert Frauen, die die Pille nehmen, wird innerhalb eines Jahres schwanger.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,1 - 0,9)
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3. Minipille
Die Minipille enthält das Hormon Gestagen in geringer Konzentration. Die Minipille verändert die Gebärmutterschleimhaut und den Schleim im Gebärmutterhals. Spermien können dadurch nicht mehr in die Gebärmutter eindringen.
Fazit: sicheres Verhütungsmittel (Pearl-Index: 0,5 - 3)
Foto: Techniker Krankenkasse
4. Depotspritze
Für Frauen, die die Pille öfter vergessen, könnte die Depotspritze (Dreimonatsspritze) eine Alternative darstellen. Dabei injiziert der Arzt alle drei Monate ein Gestagenpräparat in den Gesäß- oder Oberarmmuskel.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,3 - 0,88)
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5. Verhütungsring
Eine weitere hormonelle Verhütungsmethode ist der Verhütungsring. Der Vaginalring besteht aus flexiblem Material und kann von der Frau einmal im Monat selbst in die Scheide eingeführt werden.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,4 bis 0,65)
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6. Hormonimplantat
Wer ein Hormonimplantat in seinem Oberarm trägt, muss sich im Idealfall für die nächsten drei Jahre keine Gedanken um eine mögliche Schwangerschaft machen.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0 - 0,08)
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7. Verhütungspflaster
Ein Verhütungspflaster enthält Hormone und hat eine Wirkungsdauer von einer Woche. Es kann auch unter enger Kleidung getragen werden, da es sehr dünn ist.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,72 - 0,9).
Foto: obs/medi GmbH & Co. KG
8. Spirale
Eine Spirale (Intrauterinpessar) ist drei bis vier Zentimeter lang und besteht meist aus einem kleinen T-förmigen Plastikkörper, dessen senkrechter Verlauf mit Kupfer umwickelt ist. Spiralen können drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben.
Fazit: sicher (Pearl-Index: 0,9 - 3), Sicherheit abhängig vom Kupfergehalt der Spirale und der richtigen Größe
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9. Temperaturmethode
Die Temperaturmethode bedarf viel Genauigkeit und Disziplin. Sie sollte lediglich eine Ergänzung zu anderen Methoden darstellen, wie z.B. der Knaus-Ogino-Methode oder der Billings-Methode.
Fazit: nur in Kombination zu empfehlen (Pearl-Index: 0,8 - 3)
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10. Billings-Methode
Bei der Billings-Methode untersucht die Frau täglich ihren Gebärmutterschleim, der sich im Laufe des Menstruationszyklus verändert, um so den Eisprung zu ermitteln, und notiert ihre Ergebnisse sorgfältig. Die Billings-Methode sollte nur eine Ergänzung zu anderen Methoden der natürlichen Empfängnisverhütung (z.B. Temperaturmethode) sein.
Fazit: nur in Kombination zu empfehlen (Pearl-Index: 5)
Foto: dpa/tmn
11. Verhütungscomputer
Verhütungscomputer (Zykluscomputer) sind keine Verhütungsmethode, sondern helfen dabei, die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Dies geschieht zum Beispiel durch Temperaturmessung oder Hormonbestimmung im Urin.
Fazit: Sicherheit abhängig von den Methoden, die der Computer unterstützt (Pearl-Index: 2 - 5)
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12. Frauenkondome
Frauenkondome haben den Vorteil, dass sie – wie auch herkömmliche Kondome – Schutz vor Geschlechtskrankheiten bieten. Das Frauenkondom ist ein weicher Schlauch aus Polyurethan oder Latex, der in die Vagina eingeführt wird und diese wie eine zweite Haut auskleidet.
Fazit: sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 5 - 21)
13. Diaphragma
Ein Diaphragma (Scheidenpessar) besteht aus einer elastischen Membran aus Latex oder Silikon. Der Arzt bestimmt zu Beginn die Größe des Diaphragmas; die Frau kann sich dieses selbstständig einführen.
Fazit: sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 1 - 20), mithilfe von Spermiziden kann die Sicherheit erhöht werden!
14. Knaus-Ogino-Methode
Bei der Knaus-Ogino-Methode (Kalendermethode) berechnet die Frau in einem Zeitraum von mindestens einem Jahr ihren voraussichtlichen Eisprung. Dabei zeichnet sie in einem Menstruationskalender die Zyklustage auf. Die Knaus-Ogino-Methode gilt als sehr unsicher, da es vielfältige Gründe für außergewöhnliche Zyklusschwankungen geben kann.
Fazit: nicht zu empfehlen (Pearl-Index: 9)
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15. Scheidenspülung
Die Spermien mit einer Scheidenspülung beseitigen? Diese Methode sollten Sie vergessen, denn sie ist mehr als unsicher. Fast ein Drittel von hundert Frauen, die diese Methode anwenden, wird innerhalb eines Jahres schwanger!
Fazit: nicht zu empfehlen (Pearl-Index: 31)
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16. Spermizide
Spermizide sind chemische Mittel, die Spermien abtöten, ihr Eindringen verhindern oder in ihrer Beweglichkeit beeinflussen. Die alleinige Verwendung von Spermiziden ist nicht sehr sicher.
Fazit: nur in Kombination zu empfehlen (Pearl-Index: 3 - 21)
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17. Stillzeit
Viele Frauen bekommen während der Stillzeit keinen Eisprung und werden daher nicht schwanger. Es ist jedoch nie genau vorherzusagen, wann der erste Eisprung nach der Entbindung stattfindet. Daher gilt diese Methode als unsicher.
Fazit: nicht zu empfehlen (Pearl-Index: nicht bekannt)
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18. Sterilisation
An eine Sterilisation sollten Frauen erst denken, wenn sie ganz sicher ist, keine Kinder mehr bekommen zu wollen. Eine hunderprozentige Sicherheit gibt es nie, aber die Sterilisation der Frau gilt als sehr sichere Verhütungsmethode.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,2 - 0,3)
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19. Sterilisation
Auch der Mann kann über eine Sterilisation nachdenken, wenn seine Familienplanung bereits abgeschlossen ist.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,1 - 0,3)
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20. „Pille danach“
Die „Pille danach“ dient nur als Verhütungsmittel im Notfall – nämlich dann, wenn die eigentliche Verhütungsmethode versagt hat (z.B. wenn das Kondom gerissen ist). Das Hormonpräparat ist verschreibungspflichtig.
Fazit: nur für den Notfall (Pearl-Index schwankt je nach Art der Pille)
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21. Enthaltsamkeit
Hundertprozentigen Schutz vor einer Schwangerschaft bietet nur eine Methode: Enthaltsamkeit! Zum Glück stehen heutzutage viele verschiedene Mittel und Wege zur Verfügung, um das Risiko nahezu auf null zu senken. Auf Sex verzichten müssen Sie daher nicht!
Fazit: sicher – aber keine Alternative!
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Was besagt der Pearl-Index?
Die Sicherheit, durch Geschlechtsverkehr unter Anwendung von Verhütungsmethoden nicht schwanger zu werden, kann man nach der Formel von Raymond Pearl, dem sogenannten Pearl-Index, beurteilen. Nach dieser Formel berechnet man die Zahl der ungewollten Schwangerschaften unter Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode pro 1.200 Anwendungsmonate beziehungsweise 100 Frauenjahre (demnach wenden 100 Frauen die Methode zwölf Monate lang an). Dabei gilt: Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer die Methode. Wir zeigen die Verhütungsmethoden im Überblick.
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Gesundheit
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Einen sehr sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft bietet bei sehr regelmäßiger Einnahme die Anti-Baby-Pille. Sie sorgt dafür, dass der Eisprung mithilfe von Hormonen unterdrückt wird. Weniger als eine von hundert Frauen, die die Pille nehmen, wird innerhalb eines Jahres schwanger.
Ganz anders sieht dagegen die Sicherheit bei der Scheidenspülung aus. Diese Methode sollten Frauen besser nicht anwenden, da sie mehr als unsicher ist. Fast ein Drittel von hundert Frauen, die die Scheidenspülung anwenden, wird innerhalb eines Jahres schwanger!
Der sogenannte Pearl-Index gibt einen Überblick, welche Verhütungsmethode wie sicher ist. Unsere Bildergalerie zeigt den Index – von der Enthaltsamkeit bis zum Verhütungscomputer.
Die wichtigsten Fragen zur Pille
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Die wichtigsten Fragen zur Pille
2. Wie hieß die erste Pille?
Der Pharmakonzern Schering führte mit Anvolar die erste Anti-Baby-Pille in Deutschland ein. Wegen der damaligen Moralvorstellungen zunächst als Mittel gegen Menstruationsstörungen, das nur verheirateten Frauen verschrieben wurde. In der DDR wurde die Pille bereits ab 1965 kostenlos verteilt.
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3. Was hat sich durch die Pille verändert?
Die Pille war effektiver als alle Verhütungsmethoden zuvor. Durch sie konnten die Frauen die Verhütung bestimmen. Sie führte auch dazu, dass Paare später heirateten. Zu Beginn der 1970er Jahre sanken die Geburtenraten in den Industrieländern weltweit. Ursache waren verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen, wie die Individualisierung und die Auflösung traditioneller Werte, weshalb der Begriff Pillenknick alleine nicht ganz zutreffend ist.
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4. Wie viele Frauen nutzen die Pille heute?
Etwa 53 Prozent der Frauen verhüten mit der klassischen Pille, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ermittelt. 37 Prozent benutzen ein Kondom, manche als Ergänzung zur Pille. An dritter Stelle stehen mit rund zehn Prozent Spirale oder Sterilisation.
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5. Wie wirkt die Pille?
Die Pille enthält die künstlichen weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen. In sogenannten Mikropillen sind die Hormone niedrig dosiert. In den Minipillen steckt nur Gestagen. Die Hormone spielen dem Körper eine Schwangerschaft vor und verhindern dadurch den Eisprung.
Außerdem verändern sie den Schleim am Gebärmutterhals, so dass keine Spermien in die Gebärmutter gelangen. Auch die Gebärmutterschleimhaut verändert sich, in ihr können sich keine befruchteten Eizellen einnisten.
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6. Welche positiven Effekte hat die Pille?
Neben der Tatsache, dass sie eine Schwangerschaft verhütet, verbessert die Pille auch das Hautbild, sie verhindert einen unregelmäßigen Zyklus und Regelschmerzen sind häufig weniger stark.
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7. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Kopfschmerzen, Übelkeit, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Brustspannungen sind mögliche Nebenwirkungen. Auch die Libido kann unter der Einnahme der Pille leiden. Vor der Einnahme sollten Frauen mit ihrem Arzt außerdem klären, ob in der Familie ein erhöhtes Thrombose-Risiko besteht. Auch Rauchen, Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck erhöhen das Risiko von Blutgerinnseln zusätzlich.
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8. Welche Wechselwirkungen bestehen?
Erbrechen und Durchfall können die Wirkung beeinträchtigen. Ebenso Medikamente wie Antibiotika, echtes Johanniskraut und Anti-Epileptika.
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9. Pille vergessen – was tun?
Bei der Mikropille kann die Tablette auch noch zwölf Stunden später eingenommen werden. Bei der Minipille ist die Einnahme nur drei Stunden nach dem eigentlichen Termin möglich. Anschließend ist der Schutz nicht mehr sicher.
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10. Gibt es die Pille für den Mann?
Bisher nicht. Bis zum Sommer 2011 wurde intensiv an einer Antibabyspritze für Männer geforscht. Doch im August wurde auch dieses Projekt von der WHO abgebrochen.
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1. Seit wann gibt es die Pille?
1960 wurde die Anti-Baby-Pille in den USA erfunden. Ein Jahr später kam sie nach Deutschland. Seitdem ist sie das mit Abstand beliebteste Verhütungsmittel.
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