„Sonnenbrand ist tatsächlich nichts anderes als die Verbrennung von Haut“, erklärt Thomas Stavermann vom Berufsverband Deutscher Dermatologen. „Die UV-Strahlen der Sonne können bei zu langer Einstrahlung die Haut aufheizen und schädigen.“ Durch zu viel UV-Licht wird die Haut überbelastet, das führt dazu, dass Botenstoffe wie Histamin freigesetzt werden, ergänzt Joachim Christ, Hautarzt in Bonn. Die Folge: Die Gefäße werden erweitert, die Haut gerötet. Hinzu kommt meist ein Juckreiz.
Das ist aber nicht alles. Wenn bestimmte Zellen in der Haut durch die UV-Strahlung überlastet sind, können sie entarten: Hornzellen können Keratosen - warzenähnliche Knubbel - bilden, die zu weißem Hautkrebs ausarten können. Mutierte pigmentbildende Zellen begünstigen den gefährlichen schwarzen Hautkrebs.
Jede Rötung durch die Sonne vermeiden
Das Problem ist, dass viele Menschen die Gefahr von Sonnenbrand trotzdem nicht ernst genug nehmen. „Die Haut bei uns Europäern hat allerdings nur eine Eigenschutzzeit von etwa zehn Minuten“, warnt Stavermann. Das bedeutet: Wer ohne Schutz in die Sonne geht, schädigt seine Haut schon nach wenigen Minuten. Bräunen an sich sei nie gesund, betont deshalb der Kölner Hautarzt Hans-Georg Dauer. Und auch durch Sonnencreme geschützt sollte man versuchen, jegliche Rötung durch die Sonne zu vermeiden.
Zum Schutz gibt es laut Hautarzt Christ mehrere Möglichkeiten: Die besonders intensive Mittagssonne meiden, Kleidung tragen, die die Arme, Beine und den Kopf schützt - und einschmieren. „Jeder sollte sich zu Beginn einer Sonnensaison mit Lichtschutzcreme eincremen“, rät er. Am besten seien anfangs Produkte mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von 30, hellere Hauttypen sollten sogar mit 40 starten. „Das kann im Laufe des Sommers weniger werden.“ Allerdings reiche einmaliges Eincremen pro Tag auch später nicht immer. „Wer viel draußen ist, schwitzt oder ins Wasser geht, muss sich neu eincremen.“
UV-Strahlung auch im Schatten
Außerdem sollte man rechtzeitig an den Sonnenschutz denken. Schon 20 bis 30 Minuten vor dem Ausflug in die Sonne sollte man sich großzügig mit einer Lotion mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen. Diese Zeit brauche der Sonnenschutz, um seine volle Wirkung zu entfalten. Und auch wenn es in der Sonne noch so schön ist: Schatten ist erfrischender und gesünder. Doch auch wer sich dort aufhält, braucht unbedingt zusätzlichen Schutz. Denn sogar im Schatten unterm Sonnenschirm ist man immer noch der Hälfte der UV-Strahlung ausgesetzt.
Ist die Haut doch verbrannt, lassen sich die Beschwerden zumindest lindern. „Man kann die Stellen mit feuchten Umschlägen kühlen sowie beruhigende und kühlende Cremes, Lotionen oder After-Sun-Sprays großzügig auftragen“, sagt Kosmetik-Expertin Elena Helfenbein.
Bei schlimmeren Verbrennungen sollte man einen Arzt aufsuchen. „Der kann noch andere Medikamente verschreiben, die auch die Leidenszeit verkürzen“, sagt Thomas Stavermann. Wer sich die Haut verbrannt hat, für den ist eine Pause angesagt. In die Sonne darf man erst wieder, wenn die Symptome wie Hautrötung und Bläschenbildung komplett verschwunden sind. Und dann auch nur mit einem Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor. (dpa, dapd, ef)
Welche Irrtümer über vermeintlich gesundes Sonnenbaden kursieren, lesen Sie in der Bildergalerie.
Im Schatten braucht man keinen Sonnenschutz
Das stimmt nicht: Auch wer sich im Schatten aufhält, braucht unbedingt zusätzlichen Schutz. Denn auch unter einem Sonnenschirm ist man immer noch etwa der Hälfte der UV-Strahlung ausgesetzt. Wer denkt, im Wasser könne die Sonne einem nichts anhaben, liegt komplett daneben. Durch die Spiegelung kann sich die Strahlenbelastung im Meer oder im Pool sogar um bis zu 70 Prozent erhöhen.
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