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14. Mai 2012

Still-Debatte durch „Time“-Cover: Wirbel um Mutter mit Kind an der Brust

Das Cover des US-Magazins "Time" zeigt eine Mutter, die ihr fast vierjähriges Kind stillt. Foto: dapd

Ein Titelbild hat nicht nur in den USA eine Debatte über das Stillen ausgelöst. Auf dem Cover des Magazins „Time“ ist eine junge Mutter zu sehen, die ihr Kind stillt. Das Irritierende: Der Junge ist fast vier und steht auf einem Stuhl, um an der Brust zu nuckeln.

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In den USA, wo vielerorts sogar das Stillen in der Öffentlichkeit ein Tabu ist, sorgte das Cover des berühmten Magazins Time für reichlich Wirbel und viel Stoff für Diskussionen. Abgebildet ist die 26-jährige Jamie Lynn Grumet, die ihrem fast vierjährigen Sohn Aram die Brust gibt.

„Are You Mom Enough?“ lautet der Titel zum Foto, das in den USA viele empörte Reaktionen hervorgerufen hat, von denen „ekelhaft“ und „viel zu alt“ eher zu den harmloseren gehören. Grumet selbst sagte nach Erscheinen des Bildes in einer US-Fernsehshow, sie habe gewusst, in was sie da hineingeraten würde. Doch sie habe zeigen wollen, dass das lange Stillen eine Option sei.

Story über „Attachment Parenting“

Sie selbst sei von ihrer Mutter gestillt worden, bis sie sechs Jahre alt war. Das habe ihr viel Selbstbewusstsein gegeben. Bis zu drei Mal pro Tag gibt die junge Frau, die mit Mann, Sohn und fünfjährigem Adoptivsohn in Los Angeles lebt, dem noch Dreijährigen die Brust.

Das provokante Cover sollte nicht allein Aufmerksamkeit auf das Stillen lenken. Eigentlich geht es in der Titelstory des Magazins um die Ideen des US-Kinderarztes Dr. William Sears, der seit vielen Jahren für „Attachment Parenting“, eine „bindungsorientierte Elternschaft“, wirbt. Nach den Vorstellungen des 72-Jährigen soll die Bindung zwischen Eltern und Kind so eng wie möglich sein. Durch das Schlafen des Kindes im Bett der Eltern, dadurch, dass das Baby eng am Körper getragen wird und durch Stillen bis sich das Kind selbst entwöhnt. Das mache Kinder gesünder und selbstbewusster, so die These des Kinderarztes.

Dass Stillen Babys nicht nur satt macht, sondern auch das Bedürfnis des Kindes nach Nähe und Zuwendung stillt, wird auch hierzulande vermittelt. Früher Hautkontakt von Mutter und Kind reduziere das Schreien und fördere die Mutter-Kind-Interaktion, heißt es etwa auf der Homepage des Bundesernährungsministeriums.

Still-Empfehlungen der WHO

Dennoch sind langzeitstillende Mütter auch in Deutschland, das als wesentlich stillfreundlicher gelten kann, die Ausnahme. Hierzulande fangen zwar etwa 90 Prozent aller Mütter nach der Geburt ihres Babys mit dem Stillen an. Nach zwei Monaten sind es jedoch nur noch 70 Prozent der Säuglinge, die gestillt werden. Und nach sechs Monaten sind es nur noch 40 bis 50 Prozent.

Organisationen wie der Deutsche Hebammenverband ermutigen Frauen, ihre Babys fünf bis sechs Monate ausschließlich zu stillen. Es sei gut für das Kind, wenn es während der Beikosteinführung im zweiten Lebenshalbjahr weitergestillt würde. „Bis zum zweiten Geburtstag und länger, wenn Sie und ihr Kind das wünschen“, heißt es. Das deckt sich mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Babys in den ersten sechs Monaten ausschließlich Muttermilch zu geben und bis zum zweiten Lebensjahr oder darüber hinaus ergänzend zu stillen.

Diese Empfehlung für die ersten sechs Monate wurde von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie jedoch unlängst relativiert. Es gibt keine Belege, dass es vorsorglich besser ist, mit der Beikostfütterung länger als vier Monate zu warten, sagen Allergologen. (ef)

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Quelle: Onmeda

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