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25. August 2011

Studie: Frühe Behandlung hemmt HIV-Übertragung

Täglich infizieren sich etwa 1000 Kinder mit dem HI-Virus. Einige von ihnen haben beim Welt-Aids-Tag 2010 in Indien auf ihre Situation aufmerksam gemacht.  Foto: dpa

Eine frühzeitige Behandlung kann einer Studie zufolge die Übertragung des Aidserregers HIV hemmen. Mehr als 1700 Paare weltweit nahmen an der Untersuchung teil. In deren Verlauf wurden 39 Menschen neu mit dem Erreger angesteckt.

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Eine frühzeitige Behandlung von HIV-Infizierten kann das Risiko einer Übertragung einer Studie zufolge um bis zu 96 Prozent reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des US-Instituts für Allergie- und Infektionskrankheiten in Bethesda im US-Staat Maryland.

Demnach beweist die am 12. Mai veröffentlichte Studie, dass eine frühzeitige Behandlung nicht nur der Gesundheit der Infizierten selbst zugutekomme, sondern auch die Übertragung des HI-Virus (Humanes Immunschwäche-Virus) beim Sex wesentlich gehemmt werde.

Ein entscheidender Fortschritt

Der Chef der US-Behörde, Anthony Fauci, erklärte: "Diese neuen Ergebnisse zeigen überzeugend, dass die Behandlung von Infizierten einen großen Beitrag zur Verringerung der HIV-Übertragung haben kann." Je früher die Behandlung beginne, umso besser seien die Resultate. Margaret Chan von der Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte: "Das ist ein entscheidender Fortschritt, denn wir wissen, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr für rund 80 Prozent aller Neuinfektionen verantwortlich ist."

"Das ist ein Durchbruch", erklärte der Chef des Aidsprogramms UNAIDS der Vereinten Nationen, Michel Sidibé. "Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die Paare auch Zugang zu der frühzeitigen Behandlung erhalten."

Mehr als 1700 zumeist heterosexuelle Paare in den USA, Afrika, Asien und Lateinamerika nahmen nach Angaben von UNAIDS an der Untersuchung teil. Bei 890 Paaren trug der Mann das Virus, in 873 Fällen war es die Frau. Voraussetzung für die Teilnahme: Die CD4-Zellzahl der infizierten Probanden musste einen Wert zwischen 350 und 550 aufweisen. Diese Zahl gibt Aufschluss über das Stadium der Infektion. Sinkt die Anzahl dieser wichtigen Immunzellen unter 200 pro Mikroliter Blut, kann das Immunsystem keine wirksame Infektionsabwehr mehr aufbauen. Der Betroffene erkrankt dann an vielen weiteren Infektionen und das Vollbild der Krankheit Aids bricht aus.

1000 Kinder stecken sich jeden Tag neu an

Bei der im April 2005 begonnenen Untersuchung wurde der einen Hälfte der Infizierten ein Mix aus Aids-Medikamenten verabreicht, während die andere Hälfte die Präparate erst nach einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes einnahm. Insgesamt wurden elf Präparate, die bereits auf dem Markt sind, eingesetzt.

Bei der Bestandsaufnahme im April 2011 wurde deutlich, dass sich insgesamt 39 Menschen neu mit HIV infiziert hatten. In mindestens 28 Fällen wurde das Virus nachweislich direkt vom Partner übertragen. Fast alle Neuinfizierten dieser Gruppe - 27 Personen - hatten den Erreger von einem Partner bekommen, der die Aids-Medikamente gar nicht oder erst nach der Verschlechterung eingenommen hatte.

Nach Schätzungen von UNAIDS sind derzeit mehr als 33 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Aber nur rund die Hälfte weiß von ihrer Erkrankung - und gibt das Virus damit unwissentlich weiter. In den vergangenen 30 Jahren sind mehr als 25 Millionen Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion gestorben. Derzeit stecken sich Tag für Tag etwa 7000 Menschen neu an, darunter rund 1000 Kinder.

(dpa)

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Quelle: Onmeda

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