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29. August 2012

Weg mit dem Schweiß!: Was wirklich gegen Schwitzen hilft

Für besonders starke Schwitzer reicht ein Deo nicht aus.  Foto: dpa

Im Büro oder beim Date - Schweißflecken unter den Achseln sind uns peinlich. Neue Deos sollen nicht nur den Geruch überdecken sondern auch die Schweißbildung mindern. Wie gut sie wirken und was sonst gegen das Schwitzen hilft.

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Wer viel schwitzt, hat es nicht leicht. Die Angebetete rümpft womöglich die Nase, und die Kollegen wollen vielleicht nicht neben einem sitzen. Damit es nicht soweit kommt, gibt es inzwischen aber spezielle Gegenmittel. Deodorants sollen heute nicht nur verhindern, dass Schweiß unangenehm riecht - Käufer sollen überhaupt nicht mehr unter den Armen schwitzen und ein sicheres Gefühl haben.

Ob Deos diesen Psychoeffekt tatsächlich haben, ist schwer zu überprüfen. „Es gibt aber Untersuchungen darüber, ob bestimmte Deos tatsächlich schweißhemmend sind“, sagt Heike Diekmann von der Stiftung Warentest. Sie hat eine vergleichende Studie geleitet, in der 16 Deosprays gegeneinander antraten, deren Hersteller neben gutem Duft auch weniger Schweißfluss versprechen. Das Ergebnis: Unangenehmen Körpergeruch verhinderten die Sprays in jedem Fall. „Das packen alle Deos ganz gut, auch wenn man weiter schwitzt“, versichert Dieckmann. Den Schweißfluss deutlich verringern konnten knapp zwei Drittel der getesteten Produkte.

Botox gegen übermäßiges Schwitzen

Große Auswahl, doch nicht alle Deos hemmen Schwitzen und Schweißgeruch.
Große Auswahl, doch nicht alle Deos hemmen Schwitzen und Schweißgeruch.
Foto: dpa-tmn

Dieckmann gibt allerdings zu bedenken, dass es sich bei den Testpersonen um Menschen mit normalem, also nicht krankhaftem Schweißfluss gehandelt habe. „Es kann sein, dass so ein Deo für besonders starke Schwitzer nicht ausreicht.“ Wer überdurchschnittlich stark schwitzt oder gar unter übermäßiger Schweißproduktion (Hyperhidrose) leidet, für den gibt es verschiedene medizinische Lösungen: von Tabletten, sogenannten Anticholinergika, über das Spritzen von Botox in betroffene Körperregionen bis hin zu operativen Eingriffen an den Schweißdrüsen.

Diese Methoden haben aber oft starke Nebenwirkungen. Und selbst eine Operation könne die Schweißproduktion selten vollständig stoppen, warnt der Dermatologe Prof. Christian Raulin aus Karlsruhe. „Als einfachstes, kostengünstigstes und effektivstes Mittel haben sich dagegen die Antitranspirante erwiesen.“

Nachts sind Schweißdrüsen ruhig gestellt

Antitranspirante gibt es als Spray, flüssig oder als Creme. Allen gemeinsam ist, dass sie Aluminiumchlorid enthalten. „Das normalisiert und reguliert die Schweißdrüsenausführungsgänge“, erklärt Raulin. Auch in Deodorants mit schweißhemmender Wirkung ist Aluminiumchlorid enthalten, allerdings in deutlich geringerer Konzentration. In reinen Antitranspiranten liege der Anteil oft bei 20 Prozent und mehr.

Ein weiterer Unterschied zum Deodorant: Antitranspirante sind meist nicht parfümiert. Da sie aber ohnehin nicht tagsüber eventuell auftretenden Schweißgeruch überdecken sollen, werden sie auch nicht morgens aufgetragen. „Wichtig ist die Anwendung vor dem Zubettgehen“, erläutert Raulin. Denn nachts sind die Schweißdrüsen ruhig gestellt, und der Wirkstoff könne besser eindringen. „Wenn das Antitranspirant perfekt passt, kann es sein, dass auch starke Schwitzer nach zwei bis drei Tagen keine nassen Achselhöhlen mehr haben“, versichert er.

Leichtes Kribbeln bis Juckreiz

Zwar sei es richtig, dass ein Antitranspirant die Schweißdrüsen stärker verengt, je mehr Aluminiumchlorid enthalten ist. Trotzdem gelte die Regel „Viel hilft viel“ hier nicht. „Man muss es sehr dünn auftragen“, sagt Raulin. Nebenwirkung der Mittel sei meist ein Kribbeln der Haut bis hin zum Juckreiz. In seltenen Fällen komme es auch zu leichten Entzündungen. „Je höher der Aluminiumchloridanteil, desto mehr brennt und irritiert es.“ Raulin empfiehlt deshalb, Mittel zu verwenden, die ohne Alkohol auskommen. „Gut sind Lösungen auf wässriger Basis, gelartige Sachen.“

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Wichtig sei auch, mit der Anwendung zu pausieren, sobald sich das Trockenheitsgefühl einstellt. „Wenn die Haut schon gereizt ist, sollte man Antitranspirante gar nicht verwenden. Zumindest sollten Betroffene erst mit einem Hautarzt sprechen“, rät Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. Hautärzte können auch Antitranspirante verschreiben, die in der Apotheke individuell gemischt werden. Diese hochkonzentrierten Lösungen unterliegen ebenfalls den Regelungen für Kosmetika. „Das heißt, sie müssen täglich anwendbar sein, ohne zu schaden“, erklärt Sellerberg.

Schwitzen ist eine natürliche Körperfunktion

Die Gefahr, dass die Blockade der Schweißdrüsen unter den Achseln den Stoffwechsel stören könnte, bestehe nicht. „Zwar dient das Schwitzen dem Temperaurausgleich, aber wir schwitzen ja nicht nur unter den Armen. Der Körper kann das auch anderweitig regulieren“, beruhigt die Apothekerin.

Außerdem gibt sie zu bedenken: Schweiß sei zwar manchmal unangenehm, aber eben doch eine natürliche Körperfunktion. So warnt auch Dieckmann davor, sich allzu sehr mit dem eigenen Schweißfluss zu beschäftigen. „Man darf das nicht übertreiben. Sonst fängt man an zu glauben, man sei krank, nur weil man im Sommer etwas mehr schwitzt als sonst.“ (dpa)

Blähungen, Fußpilz oder übermäßiges Schwitzen. Über manche Krankheiten sprechen wir lieber erst gar nicht. Mehr über die Symptome, Ursachen und Therapiemöglichkeiten dieser Tabu-Beschwerden lesen Sie in der Bildergalerie.

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Quelle: Onmeda

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