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20. September 2012

Welt-Alzheimer-Tag 2012: Sprachproblem oft erstes Anzeichen für Demenz

Vergesslichkeit im Alter kann aber muss kein Anzeichen für Alzheimer sein. Die Diagnose muss ein Arzt stellen.  Foto: dpa

Den Schlüssel verlegt oder eine Frage nicht verstanden: Dahinter kann Alzheimer stecken. 200.000 Neuerkrankungen werden in Deutschland jedes Jahr festgestellt. Eine Heilung ist nicht in Sicht. Doch je eher die Diagnose gestellt wird, desto besser wirken Therapien.

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Dass Prominente wie der langjährige Schalke-Manager Rudi Assauer mit ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit gehen, schärft das Bewusstsein für die Volkskrankheit Alzheimer, die häufigste Form von Demenz. Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind von dem Gedächtnisverlust betroffen und die Zahl wird stark ansteigen. Mit drei Millionen Alzheimer-Patienten rechnet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft im Jahr 2050. Denn trotz weltweiter Forschung ist die Gehirnerkrankung bisher nicht heilbar.

Die einzige Chance, der Krankheit etwas entgegenzusetzen, besteht bislang in einer möglichst frühen Diagnose. „Wir möchten den diesjährigen Welt-Alzheimer-Tag gezielt nutzen, um den Menschen die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen. Denn eine frühzeitige Diagnose sichert Lebensqualität“, sagt deshalb Christine Kerzel, Sprecherin der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI). Doch bei welchen Anzeichen sollten mögliche Betroffene oder Angehörige aufmerken? Beim Verlegen des Autoschlüssels oder wenn man einen Vornamen vergisst?

Demenz gegen andere Erkrankungen abgrenzen

Zeigt das Gedächtnis im Alltag Lücken, muss dahinter nicht zwangsläufig eine Erkrankung stecken. „Beteiligen sich Angehörige nicht mehr an Gesprächen, nehmen Termine nicht mehr wahr oder haben sie Schwierigkeiten, die richtigen Wörter zu finden, können das aber erste Anzeichen für eine Demenz wie Alzheimer sein“, sagte Prof. Jörg Schulz, Direktor der Neurologischen Klinik an der Universität Aachen. Um dies abzuklären, ist zunächst der Hausarzt die richtige Adresse. Steht die Diagnose fest, müssen Angehörige lernen, mit dem Erkrankten anders umzugehen.

Nur ein Arzt könne aber die einzelnen Bausteine richtig zu einer Diagnose zusammensetzen, erläuterte Schulz. Wichtig ist auch, die Demenz gegen andere Erkrankungen abzugrenzen. Denn einige der Symptome wie Antriebslosigkeit können auch Folge einer Depression sein. Für weitere Tests überweist der Hausarzt den Patienten an einen Neurologen oder Psychiater.

Netzwerk zur Unterstützung aufbauen

Hat ein Arzt eine Alzheimererkrankung diagnostiziert, wissen davon in der Regel erst einmal nur der Betroffene und der engere Familienkreis. Ist die Krankheit noch im Anfangsstadium, lassen Angehörige den Betroffenen am besten selbst entscheiden, wem er davon erzählt. „Es wäre gut, wenn er das selbst macht. Denn das Reden hilft ihm dabei, die Krankheit selbst zu begreifen“, sagte Schulz. Allerdings müssten es Angehörige auch hinnehmen, wenn der Erkrankte Freunde und Bekannte nicht informieren möchte.

In einem fortgeschrittenen Stadium der Demenz übernehmen das in der Regel die Angehörigen. „Sie sind dann in einer Vertretungsrolle“, erklärte der Neurologe. Oft sei es für die Familie entlastend, anderen von der Krankheit zu erzählen. Sie können sich so ein Netzwerk zur Unterstützung aufbauen. Verstecken lässt sich eine Demenz ohnehin nur schlecht. „Wird nichts gesagt, kommen schnell Gerüchte auf.“

Aktuelle Ereignisse geraten in Vergessenheit

Im alltäglichen Umgang mit dem Erkrankten müssen Angehörige sich umstellen. Offensichtlich falsche Äußerungen oder wirre Verhaltensweisen sollten sie nicht korrigieren. Denn das führe dazu, dass sich der Alzheimerpatient nur noch schlechter fühlt. „Nutzen Sie die Ressourcen, die es noch gibt“, rät Schulz. Das seien in erster Linie Dinge, die der Mensch in jungen Jahren gelernt habe. Sei jemand Schuster oder Bäcker gewesen, könne man ihn in der Küche oder im Haushalt werkeln lassen. Auch in Gesprächen könnten Angehörige versuchen, an diese Dinge anzuknüpfen.

Angehörige verzichten besser auf Fragen nach aktuellen Ereignissen wie „Was hast du denn gestern gegessen?“. Denn diese Dinge geraten bei einer Demenz als Erstes in Vergessenheit. (dpa/ef)

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Quelle: Onmeda

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