Vor dieser Diagnose fürchten sich viele: Krebs. Oft geht es dann mit einer Bestrahlung, einer Chemotherapie oder einer anderen Behandlung weiter. Einen Aspekt sollten Betroffene dabei ebenfalls nicht unterschätzen - die richtige Ernährung.
„Gerade bei einer Krebserkrankung ist es ganz wichtig, dass der Körper stark und fit bleibt“, sagt Martin Strauch, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in München. „Gewichtsverlust sollte also vermieden oder herausgezögert werden.“ Wer an Krebs erkrankt ist, laufe oft Gefahr, dass der Körper mit der Zeit schwächer werde. „Das liegt an zwei Faktoren“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende der Gastro-Liga. „Die fortschreitende Krebserkrankung schwächt die Abwehrkräfte, und die Therapie zehrt ebenfalls am Körper.“ Es sei daher wichtig, den Körper auch durch Nahrung fit zu halten.
Das ist manchmal gar nicht so einfach. Denn Krebskranke leiden häufig an Appetitlosigkeit oder Übelkeit. Dennoch sollten sie versuchen, ausreichend zu essen, wie Chefarzt Prof. Richard Raedsch, Experte für Ernährungsmedizin, Gastroenterologie und Hepatologie am St. Josefs-Hospital in Wiesbaden, betont. „Bei langer Krankheit wird die Gewichtsabnahme sonst zu einem ernsthaften Problem. Teilweise werden die Patienten so schwach, dass sie anfällig werden für andere Infekte oder dass sie die Chemotherapie schlecht vertragen - oder sie gar nicht mehr machen können.“
Was ist eine gute Ernährung bei Krebs?
Grundsätzlich gelte die Regel, das zu essen und zu trinken, worauf man Lust hat, meint Martin Strauch, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in München. „Egal welches Essen: Es versorgt den Körper mit Energie - und sorgt gleichzeitig für ein gutes Allgemeinbefinden und den Erhalt der Lebensqualität.“
Doch gibt es auch Nahrungsmittel, die wirklich helfen im Kampf gegen den Krebs? „Man kann mit Essen den Krebs nicht heilen“, betont Gisela Krause-Fabricius aus Mühlheim, Ernährungswissenschaftlerin und Autorin des neuen Ratgebers „Wie ernähre ich mich bei Krebs?“ der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Aber man kann dem Körper helfen, den Krebszellen quasi ein Schnippchen zu schlagen.“ Krebszellen verändern demnach den gesamten Stoffwechsel des Körpers und verbrauchen vor allem Zucker für ihre eigene Energiegewinnung. „Fette verwerten sie dagegen nur geringfügig.“
Ihr Rat: Möglichst viel Fett zu sich nehmen und wenig Zucker, dann haben es die Krebszellen schwer, die zu ihrem Wachstum nötige Energie zu bekommen. Andere Experten bestätigen diese Ernährungsansätze. „Es gibt tatsächlich Studien, wonach fettreiche und kohlenhydratarme Kost für Krebskranke besser ist als normale Ernährung“, erklärt Strauch. Immerhin blieben dem Körper so länger Muskelmasse und Gewicht erhalten. Das schätzt Raedsch ähnlich ein: „Diese Ernährung hat einen wissenschaftlich begründeten Hintergrund.“ Betroffene sollten sich daher mit dem Thema auseinandersetzen und ihren Arzt oder Therapeuten darauf ansprechen, wenn sie das nicht von sich aus tun.
Worauf Krebspatienten bei ihrer Ernährung achten sollten und welche Tipps gegen Appetitlosigkeit und Übelkeit helfen, lesen Sie in der Bilderstrecke oben.
(dpa)
Schnell schlau machen
Eine Brustkrebs-Patientin hat innerhalb kurzer Zeit sehr viel zu bewältigen. „Von der Diagnose bis zur Operation vergehen ein bis drei Wochen“, sagt Frauenärztin Simone Wesselmann von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Denn fast immer müssen bösartige Tumore schnell operativ entfernt werden. Etwa fünf Tage dauert der Krankenhausaufenthalt in der Regel.
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