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Hanau und Main-Kinzig
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01. Juli 2010

"Hanau Radau": Lasst Blumen sprechen

 Von Ute Vetter
Wie eine kleine Gartenschau wirkt der neue Grünzug im Neubaugebiet Waldwiese an der Goethestraße in Großauheim. Stadtgärtner harken sich parlierend durch Rabatten mit weißen Rosen, junge Bäume spenden noch keinerlei Schatten. Hier präsentierte jetzt die Künstlergruppe "Hanau Radau" Teile ihrer Stadtbild-Verschönerung für die "Entente Florale". Hanau nimmt in diesem Jahr nach 2003 erneut an diesem bundesweiten Blumenschmuck-Wettbewerb teil. Unser Bild zeigt Steffen Ansorge (links) und Florian Lübke.  Foto: Renate Hoyer

Beim Wettbewerb "Entente Florale" will die Stadt Hanau punkten - mit allen Mitteln. Jetzt greift dieKünstlergruppe Hanau Radau ein und verwandelt graue Stromkästen in bunte Hingucker.

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Wie eine kleine Gartenschau wirkt der neue Grünzug im Neubaugebiet Waldwiese an der Goethestraße in Großauheim. Stadtgärtner harken sich parlierend durch Rabatten mit weißen Rosen, junge Bäume spenden noch keinerlei Schatten.

Hier präsentierte jetzt die Künstlergruppe "Hanau Radau" Teile ihrer Stadtbild-Verschönerung für die "Entente Florale". Hanau nimmt in diesem Jahr nach 2003 erneut an diesem bundesweiten Blumenschmuck-Wettbewerb teil.

Die sechs Aktiven der Gruppe, sämtlich Mediagestalter oder Grafik- und Kommunikationsdesigner, haben fast 50 Strom- und Postkästen im gesamten Stadtgebiet mit Blumenmotiven und anderen floralen Formen verschönert. An der Goethestraße etwa "erblüht" roter Klatschmohn auf einem Kasten oder strahlen weiße Lilien an grünen Blättern auf taupefarbenem Untergrund.

Am 6. Juli kommt die Jury

Alle Werke sollen bis zum 6. Juli vollendet sein, denn an diesem Tag bereist die Jury der "Entente Florale" die Stadt. Die Juroren sollen sehen, "dass wir die Wohn- und Lebensqualität kreativ steigern können", formuliert Sozial- und Gründezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) den Ansatz. Das malerische Herausputzen des sonst öde anzuschauenden Stadtmobiliars passe gut dazu.

An der Finanzierung der Aktion beteiligen sich unter anderem die Deutsche Post, die Telekom, Unitymedia, die Konzerne Dunlop und Heraeus, die Stadtwerke sowie städtische Eigenbetriebe. Einen der Kästen zu verwandeln, kostete laut Angaben der Stadt jeweils rund 370 Euro. "Dafür haben wir die Kästen grundgereinigt, also von Schmiereien, Moosen oder Vogelkot befreit, dann grundiert und bemalt oder besprüht", betont Steffen Ansorge (29) von "Hanau Radau".

Der Mediaplaner organisierte die Aktion seit Ende 2009 gemeinsam mit Florian Lübke (30) aus Maintal, einem Diplom-Kommunikationsdesigner, und dem Landschaftsarchitekten Hauke Wessels vom Hanauer Grünflächenamt.

Lübke betont, die Gruppe "Hanau Radau" wolle nicht in den "Graffiti-Topf" geworfen werden. "Wir haben alle eine Design-Ausbildung, arbeiten für Agenturen in Frankfurt und leisten vielfältige gestalterische Konzepte im Printbereich. Wir verschönern alles, von der Briefmarke bis zum Staudinger-Kraftwerk", sagt er. So hat die Gruppe "Hanau Radau" bereits 2007 die vormals düstere Unterführung am Nordbahnhof in einen bunten "stadtgeschichtlichen Zeitstrahl" verwandelt.

Zur Besichtigungstour der "Entente-Florale"-Jury gestalten die Kreativen derzeit auch die Unterführung am Westbahnhof künstlerisch neu. Sie bringen eine Mainlandschaft mit Motiven aus Kesselstadt und der Grimmschen Märchenwelt auf die hässlichen Mauern auf.

Stelen der Dunlop-Azubis

Ein weiteres Highlight im Grünzug Goethestraße sind stählerne Stelen mit Zitaten berühmter Zeitgenossen wie Heinrich Zille, Leon Feuchtwanger oder Franz Kafka, eingeritzt in Messingplatten. Dunlop-Azubis haben sie in der Lehrwerkstatt produziert.

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