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10. September 2009

Adipositas in Hanau: "Dicke Freunde" kämpfen gegen Pfunde

 Von Ute Vetter
Bereits seit Anfang 1986 gibt es eine Adipositas-Selbsthilfegruppe in Hanau. Rund 50 Aktive treffen sich inzwischen regelmäßig jeden zweiten Montag.  Foto: dpa

Krankhaft Übergewichtige haben aus einer Hanauer Selbsthilfegruppe einen Förderverein entstehen lassen. Eine Hanauer Kanzlei hilft, ihre Interessen vor Gericht zu vertreten. Von Ute Vetter

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Der Verein

Bereits seit Anfang 1986 gibt es eine Adipositas-Selbsthilfegruppe in Hanau. Rund 50 Aktive treffen sich inzwischen regelmäßig jeden zweiten Montag.

Die Kontakte entstanden durch Magenband- und Magen-Bypass-Operationen, die das katholische St. Vinzenz-Krankhaus seit den 80er Jahren für krankhaft übergewichtige Menschen anbietet.

Die Gruppe hat im Frühjahr 2009 einen gemeinnützigen Förderverein gegründet: "Dicke Freunde Hanau". Vorsitzender ist Friedrich Weigand, Tel. 06181 / 54387, E-Mail: Dicke-Freunde-Hanau@t-online.de.

"Wir dicke Dicke werden dünne Dicke." Friedrich Weigand, Vorsitzender des neuen Fördervereins "Dicke Freunde Hanau", ist seit 2007 von 130 auf derzeit 111 Kilogramm geschrumpft. "Ich habe die Limonaden durch Wasser ersetzt, esse mehr Salat und Gemüse als früher", sagt er.

Doch er muss aus medizinischen Gründen weiter abnehmen, will sich einen "Schlauchmagen" operieren lassen. Derzeit kämpft er vor dem Sozialgericht um die Übernahme der OP-Kosten von rund 4500 Euro durch seine Krankenkasse.

Weigand hat viele Mitstreiter, die wie er seit 1986 ihre Adipositas bekämpfen: Krankhaftes Übergewicht. Zu den Treffen jeden zweiten Montag im St. Vinzenz-Krankenhaus am Frankfurter Tor kommen viele Betroffene meist mittleren Alters, darunter in der Mehrzahl Frauen.

Köche, Verkäuferinnen oder am Flughafen Beschäftigte sind darunter, die aufgrund ihres extremen Gewichts kaum noch den überwiegend stehenden Beruf ausüben können. "Ein Mann hatte sehr große Probleme, er kam zu uns mit 240 Kilogramm - durch eine Operation und verbesserte Ernährung hat er innerhalb von fünf Jahren 73 Kilogramm abgenommen", erzählt Weigand.

Der Förderverein entstand Anfang 2009 aus der Selbsthilfegruppe Adipositas am St. Vinzenz-Krankenhaus, die seit 1989 existiert. Denn der Chefarzt Jürgen Vogt, Leiter der Allgemein-und Viszeralchirurgie (innere Organe betreffend), wollte nicht nur Adipöse operieren, sondern auch für eine sorgfältige Vor- und Langzeitnachbehandlung sorgen. Weigand: "Die Selbsthilfegruppe und die Montagstreffen bleiben bestehen, ebenso die Internetseite und die Schwimm-Treffen im Lindenaubad sonntags um 16.15 Uhr." In Planung sei, mit Hilfe eines Turnvereins ein Sportangebot für Übergewichigte zu installieren.

Den gemeinnützigen Förderverein habe man vor allem aus finanzrechtlichen Gründen installiert. "Nur so sind wir berechtigt, Spendenquittungen etwa an jene Firmen auszustellen, die uns unterstützen, damit wir Flyer drucken oder Anwaltsberatungen bezahlen können", so Weigand. Der Jahresbeitrag kostet 12 Euro.

Zweck des Vereins ist weiter, Übergewichtigen bei Gesundheitsmaßnahmen mit dem Ziel der Gewichtsreduktion aktiv mittels Informationen zu unterstützen. Auch will er die Öffentlichkeit über Gesundheitsmaßnahmen aufklären, die Adipösen helfen. Hinzu kommen Beratungen, Gesprächsgruppen, Seminare und die "Unterstützung von Forschungsaufgaben auf dem Gebiet", so Weigand.

Eine Hanauer Kanzlei hilft, die Interessen kranker Adipöser vor Gericht zu vertreten. Und die "Dicken Freunde Hanau" wollen künftig mit dem Verein "Gesundes Hanau" und der Sekos (Selbsthilfekontaktstelle) zusammenarbeiten.

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