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04. Dezember 2012

Bad Nauheim: Lokale Agenda will Carsharing

 Von Petra Zeichner
Martin Franke mit seinem Ausweis vor dem Wagen von Stadtmobil in Friedberg.  Foto: ROLF OESER

Viele Autos stehen häufig ungenutzt herum. Wer in Bad Nauheim aufs eigene Fahrzeug verzichten will, hat bald die Möglichkeit zum Carsharing. Ein Auto gibt es schon.

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Was kostet Carsharing

Informationen über Tarife und Verfügbarkeit gibt es unter: www.rhein-main.stadtmobil.de. Das Unternehmen informiert aber auch per Telefon unter 069 / 951179951.

Mit dem Tarifrechner lassen sich im Vorhinein die Kosten für eine Fahrt berechnen.

Beispielsweise werden für drei Stunden und 20 Kilometer an einem Nachmittag in der Woche 7,50 Euro fällig.

Teilen sich die Bad Nauheimer bald Autos? Wenn es nach dem Willen der Lokalen Agenda 21 in der Kurstadt geht, dann ja. Die Gruppe hat die Initiative für Carsharing ergriffen und die Aussichten auf einen erfolgreichen Start des Projekts sind gut. Acht interessierte Nutzer gibt es seit der Bad Nauheimer Energiemesse im August. Bei einer Informationsveranstaltung dieser Tage im Alten Rathaus kamen rund 15 Menschen, die mehr über Carsharing wissen wollten.

Als Betreiber steht die Frankfurter Firma Stadtmobil Rhein-Main bereit. Sie hat bereits zwei Autos in Friedberg stationiert, dort gibt es Carsharing seit 2010. „Mit elf Nutzern haben wir im Dezember 2010 angefangen, jetzt haben wir dort 33“, sagt Martin Franke, Marketingleiter bei Stadtmobil. „Für eine kleinere Stadt wie Friedberg ist das eine gute Entwicklung.“

Auch in Bad Vilbel steht seit einem Jahr ein Wagen des Unternehmens auf Abruf bereit. Gezahlt wird, was gefahren wird. In der je nach Tarif unterschiedlichen Zeit- und Kilometerpauschale sind die Benzinkosten bereits enthalten. Eine Tankkarte liegt in jedem Auto bereit. Jeder Nutzer erhält eine Chipkarte, die er vor die Windschutzscheibe hält, um das Auto zu entriegeln.

Mindestumsatz 20 Euro

Stadtmobil rechnet in Bad Nauheim zu Beginn mit 23 Nutzern. Von denen müsste jeder einen monatlichen Mindestumsatz von 20 Euro zahlen, damit ein Kleinwagen wirtschaftlich betrieben werden könnte. Dafür würde jeder Nutzer anfangs einen Zusatzvertrag unterschreiben.
In Friedberg ist man mittlerweile so weit, dass Stadtmobil auf diesen garantierten Mindestumsatz verzichtet. „Am Anfang hatten wir das auch“, sagt Doris Jensch, Carsharing-Nutzerin in Friedberg seit der ersten Stunde. „Aber Ende des Jahres läuft dieser Vertrag aus. Es war von Anfang an ein voller Erfolg.“ Jensch und ihre Familie nutzen das Auto etwa zweimal im Monat, dafür lohne es sich nicht, einen eigenen Wagen zu kaufen.

Ob zum Baumarkt oder für den Wochenendausflug – für sporadische Fahrten ist das Carsharing optimal. Deshalb kommt in Bad Nauheim auch das Angebot des dortigen Nachbarschaftsvereins gerade recht. Der hat an die 200 Mitglieder und ist Vorstandsmitglied Horst Mayr-Stein zufolge sehr daran interessiert, ein gemeinschaftliches Auto zu nutzen. „Wir brauchen für unseren Fahrdienst immer mal ein Auto“, sagt er. Ob es dabei um Fahrten zum Arzt geht oder zum Einkaufen, das sei ganz unterschiedlich. In der Regel aber fielen die Fahrten auf die Wochentage.

Das passt dem Auto-Anbieter gut, denn gerade diese Zeiten sind der Erfahrung nach oft nicht genug ausgelastet. Eng wird es hingegen manchmal am Wochenende. Dann hat Glück, wer die Autos zuerst reserviert. Denn eine Garantie auf einen Wagen gebe es nicht, so Franke.
Die Lokale Agenda erhofft sich für das Projekt die Unterstützung der Stadt. Ein kostenloser Stellplatz beispielsweise könnte die monatlichen Betriebskosten um 50 Euro senken. Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel gibt sich offen: „Wir werden das sehr wohlwollend prüfen.“ Allerdings müsse mindestens der Magistrat darüber entscheiden.

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