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18. Dezember 2009

Bad Orb: Abrisspläne liegen erst mal auf Eis

 Von Jörg Andersson
Eine Schönheit ist die 95 Jahre alte Kurklinik Willeminenhaus in Bad Orb. Der Denkmalschutz wehrt sich gegen einen Abriss.  Foto: Sascha Rheker

Kulturpreisträger Helmut Jahn soll das Bad Orber Willeminenhaus verlassen. Denn die historische Klinik sei "nicht sanierungsfähig". Doch jetzt legt der Denkmalrat sein Veto gegen den Abriss ein.

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Zehn Jahre hat der für großflächige Gemälde und wilde Farbenspiele bekannte Helmut Jahn jetzt seine Künstleradresse in der Spessartklinik. Weil sein offizielles Domizil im "Kleinsten Haus", einer Touristenattraktion in der Orber Altstadt, ihm nicht genug Freiraum bietet, hat Jahn (73) im Willeminenhaus eine komplette Etage genutzt.

Nun soll das 95 Jahre alte Klinikgebäude verschwinden. Mit dem Abrissantrag im Spätsommer wurde Jahn und der Orber Künstlerin Dorothee Becker mitgeteilt, dass die Versorgungsleitungen gekappt würden, nachdem auch die Comenius-Schule, in der Patienten unterrichtet werden, den Gebäudetrakt geräumt habe.

Helmut Jahn (73) aus Bad Orb: sein größtes Projekt - die Fassadenbemalung der örtlichen Sparkasse.
Helmut Jahn (73) aus Bad Orb: sein größtes Projekt - die Fassadenbemalung der örtlichen Sparkasse.
 Foto: Privat

"Nicht sanierungsfähig" sei das Willeminenhaus, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Karl Spindler. Zwei bis drei Millionen müssten investiert werden, dazu verschlinge der Bau jährlich 50.000 Euro Energiekosten.

Der klare Kurs der Klinik, die zuvor Ausstellungen im Haus sponsorte und mit Malkursen wirbt, hat die Künstlerszene bewegt. Main-Kinzig-Kulturpreisträger empörten sich über den Umgang mit Jahn, der die Auszeichnung 2008 erhalten hatte. Aktuell hat das Landgericht dem Maler auf der Suche nach einem neuen Atelier Aufschub verschafft. Weil für die Räume eine monatlich Nuzungsentschädigung von 100 Euro fixiert wurde, sprachen die Richter von einem Mietverhältnis. Nach einem Vergleich sind die Räume wieder warm und der Auszugstermin auf Ende Juni 2010 verschoben.

Am Dienstag rätselten die Stadtverordneten, wo man Maler und Werke unterbringen könnte. Die Stadt habe nichts Geeignetes, ließ Bürgermeister Wolfgang Storck wissen und brachte den Dachboden der Martinusschule ins Gespräch. Zuständig für das Gebäude ist der Kreis. Jahn hat die Räume noch nicht gesehen, sich dafür aber bereits in der Nachbargemeinde Jossgrund umgeschaut. "Prinzipill will ich nicht weg", sagt der Maler. Doch für seine Kunstwerke brauche er eben viel Platz. Für den Umzug will er fünf Lastwagen bestellen.

Das Willeminenhaus wird wohl über Jahns Auszug hinaus erhalten bleiben. Der Denkmalbeirat hat jetzt sein Veto zum Abriss eingelegt. Das Gebäude mit Terrassen, kleinen Balkonen, Balustraden und zwei kuppelförmigen Aussichtstürmchen steht unter Schutz. Mit dem Dach und Dreiflügelcharakter präge es die Ortssilhouette und den Klinikbau vom Beginn des 20. Jahrhunderts.

Auch Spindler spricht vom "Charme" und den "schönen Proportionen". Man sei im Einvernehmen mit den Behörden für alles offen. Allerdings müsse ein Konzept für das Willeminenhaus gefunden werden, was angesichts des Unterhaltungsaufwandes schwierig seien dürfte.

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