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13. Dezember 2012

Gebühren Maintal: Größere Belastung für Bürger

 Von Christoph Süß

Zum Jahreswechsel steigen in Maintal die Gebühren für Abwasser. Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) begründet dies mit höheren Kosten. Die Kläranlage der Stadt muss saniert werden, ebenso das Rohrnetz.

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Zum Jahreswechsel steigen in Maintal die Gebühren für Abwasser. Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) begründet dies mit höheren Kosten. Die Kläranlage der Stadt muss saniert werden, ebenso das Rohrnetz.

Die Entscheidung für die Anhebung der Abwassergebühren ist schon im September im Parlament gefallen. Doch Maintals Bürgermeister Erhard Rohrbach (CDU) und dem Ersten Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) ist es dennoch sichtlich unangenehm, sie mitzuteilen. Schließlich wollen sie im neuen Jahr noch die Steuer auf Grundbesitz in erheblichem Umfang anheben – aus ihrer beider Sicht ist die Änderung der Entwässerungssatzung jedoch notwendig.

Wasser

Das Frischwasser wird über die Maintal-Werke angeboten. Für die Entsorgung des Abwassers ist die Stadt zuständig. Sie lässt es jedoch über ihre Werke abrechnen. Lediglich die Gebühr für die Ableitung des Regenwassers zieht die Stadt direkt mit der Grundsteuer und den Abfallgebühren selbst ein.

Ab 1. Januar stellen die Maintal-Werke den Haushalten und Unternehmen zusätzlich zu ihren verbrauchsabhängigen Gebühren von 1,90 Euro pro Kubikmeter eine jährliche Grundgebühr in Rechnung. Diese beträgt für Einfamilienhäuser 39,80 Euro, für Mehrparteienhäuser 91,50 Euro. Die Gebühr für das Regenwasser erhöht sich um 11 Cent je Quadratmater versiegelter Grundfläche.

„Unsere Rücklagen sind längst aufgebraucht“, erzählt Sachtleber. Der Sanierungsstau beläuft sich mittlerweile auf mehrere hunderttausend Euro. Dabei müsste die Stadt dringend in ihr 140 Kilometer langes Rohrnetz investieren. Außerdem muss sie in den kommenden Jahren viel Geld für ihre Anteile an den sanierungsbedürftigen Kläranlagen von Hanau und Frankfurt an die beiden Städte überweisen. Da alle Kommunen vom Land immer strikter dazu angehalten werden, im Bereich Abwasser kostendeckend zu arbeiten, musste die Stadt die Gebühren erhöhen. Zum einen wird sie ab Anfang Januar eine Grundgebühr für das Schmutzwasser verlangen, die für Bewohner von Einfamilienhäusern verhältnismäßig hoch ist, die Mieter in den Hochhäusern jedoch weniger stark treffen dürfte. Zum anderen wird auch das Regenwasser teurer.

Eine Firma mit einem großen Wasseranschluss zahlt nach der neuen Entwässerungssatzung über 3000 Euro im Jahr zusätzlich für ihr Schmutzwasser, während für ein Einfamilienhaus mit kleiner Wasseruhr knapp 40 Euro mehr fällig werden. Für 100 Quadratmeter bebauter Grundstücksfläche müssen die Besitzer nun elf Euro pro Jahr bezahlen. Diese Gebühr war seit ihrer Einführung 2005 nicht erhöht worden. „Wir haben das so gerecht wie möglich gemacht“, sagt Sachtleber. Ein unabhängiges Institut habe die Stadt bei der Preisgestaltung beraten. Er riet Bürgern, ihr Abwasser weiter zu reduzieren, auch wenn das die Kommune vor Probleme stellt. Die Bürger produzieren immer weniger Schmutzwasser, gleichzeitig muss die Stadt das teure Leitungsnetz im gleichen Umfang aufrechterhalten. Um das Dilemma zu lösen, will Maintal schrittweise im gesamten Stadtgebiet getrennte Leitungen für Regen- und Schmutzwasser legen lassen. Die Einführung der Zusatzgebühr für das Abwasser und die Erhöhung für das Regenwasser sei jedoch kurzfristig notwendig, um die Kosten zu decken.

870.000 Euro mehr hat die Stadt für 2013 aus den Abwassergebühren in den Haushalt eingeplant. „Das wird für die nächsten Jahre reichen“, sagt Ralf Sachtleber. Er sieht im Gegensatz zu anderen Kommunen mittelfristig kein Problem bei der Aufrechterhaltung der Infrastruktur. Angst vor Leerstand von Häusern und in der Folge weniger Gebührenzahlern habe er nicht, genauso wenig vor sparsamen Verbrauchern. „Das ist ja unser Ziel“, sagt der Erste Stadtrat.

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