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19. Januar 2013

Geschichtsprojekt: Schrecken des Weltkriegs

 Von Detlef Sundermann
Schülerin Lena Scherer spricht über das Projekt.  Foto: Rolf Oeser

Die Lindenauschule startet das Geschichtsprojekt „Hanau 1914“ und sucht Zeitdokumente aus der Bevölkerung.

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Schüler der Großauheimer Lindenau wollen Hanauer Geschichte entdecken und schreiben. In einem voraussichtlich zwei Jahre dauernden Projekt soll die Zeit Hanaus während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 beleuchtet werden. Die Jugendlichen sind gefordert, einen eigenen Blick auf den Krieg und die Stadt Hanau zu finden.

„Wie erklärt ein 18-Jähriger in der Feldpost seiner Mutter, dass er heute einen Gleichaltrigen erschossen hat?“, kann sich ein Schüler als eine Frage in dem Projekt vorstellen. Die junge Frau neben ihn sieht die Chance, über das Schicksal der jungen Soldaten zugleich auch mehr über das Leben im damaligen Hanau zu erfahren, was nicht schon in Büchern steht. Es sind nur zwei Reaktionen von Schülern aus einem Leistungskurs Geschichte, die sich gestern bei der Vorstellung äußerten.

Studiendirektor und Projektkoordinator Bernhard Schütz präsentierte ein erstes Konzept. Die spätere Arbeit beschreibt er als offenen, dynamischen Prozess. „Die eigentlichen Gestalter sind die Schüler.“ Anlass, den Ersten Weltkrieg unter dem Titel „Hanau 1914“ aufzuarbeiten, ist der 100. Jahrestags des Kriegsausbruchs im August 1914. Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand gilt als Auslöser für einen Krieg, an dem sich rund 40 Nationen beteiligten und der in seiner Brutalität 17 Millionen Tote, darunter sieben Millionen Zivilopfer, gefordert haben soll.

Lob vom Geschichtsverein

Obwohl auf Hanau keine Kanonen donnerten, war die damals rund 33.000 Einwohner große Stadt voll im Kriegsgeschehen ob etwa seiner Kasernen, dem Eisenbahnerregiment und der zweitgrößten Pulvermühle in damaligen Reich involviert. Mehr als 100.000 Soldaten machten Station in Hanau und knapp 60.000 Soldaten wurden in den Lazaretts verarztet.

In dem Projekt könnte untersucht werden, wie die Zivilbevölkerung unter den Folgen des Krieges zu leiden hatte, so Schütz. Überdies sollen die Schüler persönliche Dokumente auswerten, damit ein realistisches Bild dieser Zeit entstehen kann. Der Kern der Arbeitsgruppe soll aus rund 20 Personen bestehen. Nicht nur geschichtsaffine Oberstufenschüler werden sich beteiligen. Schulleiterin Ingrid Koch sprach von einem fächer- und jahrgangsübergreifenden Projekt.

Der Hanauer Geschichtsverein lobte das Vorhaben, dessen Ergebnisse später etwa in Form einer Ausstellung oder eines Theaterstücks präsentiert werden könnten – und sicherte Unterstützung zu. Hilfe brauchen die Schüler auch aus der Bevölkerung: Benötigt werden Feldpostbriefe, Bilder oder Tagebücher. Material, das das persönliche Erleben widerspiegelt. „Das Projekt wird mit jedem Dokument authentischer und dichter“, versprach Projektinitiator Wolfgang Hombach, Maintaler Schulleiter in Ruhestand. Er hat die Lindenauschule gewählt, weil sie sich in anderen Projekten eine Tradition im generationsübergreifenden Dialog erarbeitet habe.

Kontakt: Lindenauschule, Telefon 06181/951430 oder Geschichtsverein, Telefon 06181/22494.

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