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Hanau und Main-Kinzig
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04. März 2016

Hanau: Der Rock'n'Roll kehrt zurück

 Von 
Der Stil der Band The Vampires ging in Richtung Punk.  Foto: Daniel Siebert

Daniel Siebert und Nicole Frost eröffnen Musikbar „Hanau A Go-Go“.

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Elvis Presley, James Brown und Bill Haley ließen sich im Hanauer Nachtleben treiben; die Stadt galt als hessisches St. Pauli und bot auch interessanten regionalen Bands wie der Psychedelic-Formation Orange Peel oder der Beatband The Vampires eine Bühne. Eine Musikbar nach der anderen wurde in den 50er und 60er Jahren eröffnet, eine spannende Subkultur entstand. Zu den treibenden Kräften gehörten viele der mehr als 30 000 in Hanau stationierten US-Soldaten, unter denen viele Musiker, Künstler und Freigeister waren.

Diese legendäre Zeit wollen Filmemacher Daniel Siebert und seine Lebenspartnerin Nicole Frost bald in einer Bar in der Hirschstraße 5 wieder aufleben lassen. „Hanau A Go-Go“ soll sie heißen. Siebert und Frost bauen dafür gerade den großen Raum im Erdgeschoss des früheren Hotels Nies aus.
„Sobald wir fertig sind, werden wir die Wände mit Fotos und Erinnerungsstücken aus der Hanauer Musikszene der 50er und 60er Jahre dekorieren“, sagt Siebert.

Unplugged-Konzerte und musikalische Themenabende

„Das Hanau A Go-Go wird an die ,big time‘ in Hanau anknüpfen, als die Stadt zu einer Hochburg amerikanisch geprägter Pop-Kultur aufstieg.“ Zu den Devotionalien gehören mehr als 100 historische Fotos, etwa von Bill Haley auf Hanau-Tour, Autogramme, Gitarren und Schilder aus den US-Kasernen. Ein verstaubtes Oldie-Museum soll die Bar aber nicht werden. „Man kann bei uns in diese Zeit eintauchen, wir lassen uns von ihr inspirieren. Aber gleichzeitig wollen wir zeitgemäß sein und werden deshalb auch zeitgemäße Musik spielen“, betont Daniel Siebert.

Siebert und Frost kündigen ein gemütliches Ambiente und kleine Snacks an. Auf der Getränkeliste sollen regionale Biere stehen. Doch das Wichtigste soll natürlich die Musik sein, „von Rock’n’Roll über Beat bis Soul“, so Siebert. Er und sein Team planen regelmäßige „musikalische Themenabende“ mit lokalen DJs und Unplugged-Konzerte auf der Kleinkunst-Bühne.

„Clivia Runklé, Hanaus erstes Go-go-Girl, wird die Bar managen. Sie verkörpert auch heute – nach all den Jahren – noch den Rock’n’Roll wie kaum eine andere in Hanau“, erzählt Siebert. Er ist von diesen Jahren fasziniert – auch weil er selbst in einer Zeit aufwuchs, in der das Hanauer Nachtleben fast nichts bot und er sehr dankbar über jede Neueröffnung war.

Über der Bar lässt Immobilienbesitzerin Frost gerade die Zimmer renovieren und einrichten. Bis zum Sommer soll das geplante „Hirsch Hotel Hanau“ fertig sein, kurz darauf soll die Bar eröffnen.

Auf die Aufgabe, diese Bar zu führen, ist Siebert gut vorbereitet. Er hat die bereits mehrfach im Fernsehen, unter anderem auf Arte gezeigten Dokumentarfilme „Hanau A Go-Go“ und „Roll over Hanau“ über die damalige Szene produziert: „Aus der Zeit, in der ich für die Filme recherchiert und gedreht habe, kenne ich jede Menge Hanauer Musik-Urgesteine und habe zudem noch viele Devotionalien auf Lager.“

Anfang der 70er Jahre war die Hochzeit des Rock’n’Roll in Hanau schon vorüber. Die Stadtverwaltung hatte angefangen, das Nachtleben zu reglementieren, weil wieder Ruhe herrschen sollte in der Brüder-Grimm-Stadt. Einige Hanauer hatten genug und schlossen sich zu Bürgerwehren zusammen. Außerdem wurde die Wehrpflicht in den USA nach dem Ende des Vietnamkriegs abgeschafft, unter den Soldaten waren kaum noch Künstlertypen. Nach und nach schwand die große kulturelle Vielfalt der 50er und 60er aus Hanau. Doch die Rock’n’Roll-Zeit hatte viele Hanauer für Musik begeistert und so ihre Spuren hinterlassen.

Auf Facebook kann man die Entwicklung der Bar verfolgen: Facebook.com/hanauagogo

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