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21. Januar 2013

Krimidinner: Hinter der Fassade der heilen Schlagerwelt

 Von Pamela Dörhöfer
Detlev Nyga als schmierig-widerlicher Moderator. Foto: Rolf Oeser

Im Wilhelmsbader Arkadensaal hatte am Freitagabend das neue Krimidinner „Mord zur besten Sendezeit“ Premiere.

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Irgendwie hat man es ja schon geahnt, dass die ach so heile Schlagerwelt verlogen ist. Dass die zur Schau gestellten Gefühle falsch sind, hinter den Kulissen ein ganz anderer Ton von Neid oder persönlichem Frust herrschen könnte. In diesem Milieu spielt das neue Krimidinner der Ermisch-Raggi-Theater-Company „Mord zur besten Sendezeit“, das am Freitag im großen Arkadensaal Wilhelmsbad Premiere hatte.

Autor und Regisseur Marc Ermisch präsentierte in dieser Eigenproduktion der Comoedienhaus Betriebsgesellschaft ein Kabinett an verkrachten Existenzen. So erleben die Zuschauer, die als vermeintliches Publikum der Show-Aufzeichnung Teil des Geschehens sind, C-Promis mit zwei Gesichtern: einem dauergrinsenden, wenn die Kamera läuft – und einem anderen, wenn sie aus ist.

Da gibt es den Tenor René mit einem wenig zum Image des Herzensbrechers passenden Geheimnis (Michael Senzig), die psychisch gebrochene Chansonsängerin Ursula (lebensnah: Sabine Koch) oder den noch hoffnungsvollen Stimmungsbarden (Rüdiger Schade spielt sich als Tony-Marschall-Verschnitt selbst). Die schillerndste Figur aber ist der zynische Moderator Harry Varell, ein abgehalfterter Widerling, der den Mord an Aufnahmeleiterin Andrea (Natalie Raggi) zum Neustart seiner Karriere machen will. Detlev Nyga spielt ihn in einer seiner bisher besten Vorstellungen in Hanau mit sichtlicher Lust.

Schade, dass sich die Inszenierung unter anderem auch durch die langen Essenspausen in der zweiten Hälfte arg zog. Viereinhalb Stunden – das ist trotz eines (zudem verbesserungswürdigen) Viergang-Menüs einfach zu lang.

Die nächsten Termine sind am 25. und 26. Februar, Reservierung: Telefon 06181/2958129. Preis: 69 Euro.

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