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18. Januar 2013

Langenselbold: Kein Augenarzt mehr für Kassenpatienten

Weil eine Medizinerin nur noch Private behandelt, muss der Rest weite Wege gehen

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Simone Schäfer hat Ende vergangenen Jahres ihren Kassenarztsitz zurückgegeben und behandelt jetzt nur noch Privatpatienten. Besonders hart trifft dies die Kassenpatienten, weil der bislang in Bruchköbel praktizierende Augenarzt samt Kassensitz nach Hanau gehen wird – ob es eine Übergangslösung gibt, steht in den Sternen.

Nachdem Schäfer ihren Sitz zurückgegeben hat, ist dieser eigentlich frei. 20 Augenärzte sieht die Kassenärztliche Vereinigung (KV), die für die flächendeckende Ärzteversorgung zuständig ist, für den Kreis vor. Doch die Bedarfsplanung wird zurzeit von ihr überarbeitet – Ergebnis offen.

Während die Berechnungsgrundlage für Hausärzte laut einer KV-Sprecherin relativ feinmaschig ist, ist sie bei den Fachärzten gröber. Der Kreis gelte aufgrund der schon einige Jahre alten, derzeit noch gültigen Planung als mit Chirurgen, Frauen-, Haut- und HNO-Ärzten unterversorgt, bei Kinder-, Nervenärzten und Orthopäden als überversorgt.

In Schöneck hat erst kürzlich eine Frauenarztpraxis geschlossen. Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) hat davon wie bei der Schließung der einzigen Oberdorfelder Hausarztpraxis aus der Zeitung erfahren. Dagegen machen könne sie nicht viel, auch wenn die Bürger unzufrieden sind.

In Langenselbold hat jetzt die SPD vorgeschlagen, den bis 2016 laufenden Mietvertrag mit Schäfer zu ändern oder zu kündigen, weil diese in einer günstigen städtischen Immobilie praktiziert. Bürgermeister Jörg Muth (CDU) will daran jedoch nicht rütteln. Der SPD-Vorsitzende Bernd Kaltschnee wirft Muth deshalb vor, vor dem Problem die Augen zu verschließen.

Kaltschnee will erreichen, dass in einen neuen Mietvertrag mit Schäfer ein Passus aufgenommen wird, dass diese Kassenpatienten behandeln muss. „Wer sich daran nicht hält, sollte nicht die günstigen Konditionen der Stadt genießen“, findet der SPD-Chef.

Laut KV Hessen könnte sich zur Zeit ein Augenarzt in Langenselbold niederlassen. Allerdings wäre diese Lösung aufgrund der sich ändernden Bedarfsplanung provisorisch. Ihr Ziel sei, die Versorgung mit Ärzten zu verbessern – doch es fehlt an Nachwuchs. So werden auch in Frankfurt viele neue Ärzte gesucht.

Im vergangenen Jahr gelang es der hessischen Landesregierung mit ihrem neu eingerichteten Fördertopf nach KV-Angaben, gerade einmal acht Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen. Im Februar würden die nächsten Förderkandidaten bekanntgegeben. Auch der Bereitschaftsdienst solle reformiert werden.

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