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Hanau und Main-Kinzig
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen im Main-Kinzig-Kreis

07. Dezember 2012

Main-Kinzig: Glasfaser-Projekt nimmt an Fahrt auf

 Von Christoph Süß
Nach dem Verlegen der Kabel können die Daten fließen. Foto: ROLF OESER

In Hanau wurde die letzte Lücke im Breitband-Netz geschlossen – zahlreiche Kommunen folgen 2013.

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Anfang Oktober hatte Landrat Erich Pipa (SPD) in Mittelbuchen den Startschuss zum flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets gegeben – gestern war er erneut vor Ort, um sich die Verlegung der letzten Glasfasern bis in die Verteilerkästen anzuschauen. Die ersten vier Lücken in der Breitband-Versorgung im Kreis werden damit aller Voraussicht nach bis zum Frühjahr geschlossen – dann soll das Projekt an Fahrt aufnehmen.

Knapp 70 weitere Ortsteile will der Kreis im kommenden Jahr mit dem ultraschnellen Glasfaser-Netz an die Datenautobahn anschließen. Welche Firmen für die Tiefbauarbeiten den Zuschlag erhalten, wird die kreiseigene Breitband-Gesellschaft im Januar entscheiden – derzeit bereiten die Firmen ihre Angebote vor, 25 hätten ihr Interesse bekundet.

Welche Orte nach Hanau, Wächtersbach, Bad Soden-Salmünster und Bad Orb an der Reihe sein werden, hängt von mehrere Faktoren ab. Zum einen tingelt Pipa derzeit mit Breitband-Geschäftsführerin Susanne Simmler (SPD) durch die Orte, um das Projekt den Bürgern schmackhaft zu machen. Wo es am meisten Interessenten gibt, will der Kreis zuerst tätig werden. Andererseits darf Simmler nur dort mit Steuergeld das Netz aufbauen, wo es keinen privaten Anbieter gibt – so will es das EU-Beihilfe-Recht.

In Klein-Auheim und Großkrotzenburg wird es vorerst kein Glasfaser-Netz geben, weil es im ersten Fall einen Kabel-Anbieter gibt und im zweiten einen privaten Netzbetreiber mit Interesse an einer Investition. „Das reicht aus, dass der Ort als versorgt gilt“, sagt Simmler. Erst 2015, wenn alle derzeit als nicht oder unterversorgt geltenden Ortsteile nach Plan ans schnelle Internet angeschlossen sind, werde ihre Gesellschaft darüber hinaus aktiv werden.

Auch 2014 sollen rund 70 Dörfer angeschlossen werden. „Es kann sein, dass wir die Kabel erstmal an einem Ort vorbeilegen“, sagt Pipa. Entscheidend sei der Bedarf vor Ort. Schließlich bekommt der Kreis von seinem privaten Netzbetreiber m-net nur dann Pachtgebühren, wenn ein Kunde einen Vertrag bei diesem unterschrieben hat. Damit das Geschäft gut anläuft, hat ein Mitarbeiter von m-net in Gelnhausen eine eigene Zweigstelle beim Kreis eröffnen dürfen. Pipa rät seinen Bürgern auch offensiv zu dem privaten Anbieter. „Die Leute sollen alle von der Telekom zu m-net wechseln“, sagt er.

23 Kilometer Glasfaser-Kabel wurden seit Anfang Oktober in den vier Pilot-Orten verlegt. Die Leistungen dafür musste der Kreis nicht ausschreiben. Drei Firmen habe sie sich geteilt. Um das laut Pipa „größte Infrastruktur-Projekt des Kreises aller Zeiten“ zu finanzieren, musste die eigens gegründete Breitband-Gesellschaft einen Kredit der Wirtschaftsbank in Wiesbaden in Höhe von 50 Millionen Euro aufnehmen. Vom Kreis bekommt sie jährliche Zuweisungen für ihren Betrieb.

Im Gegensatz zum Odenwald-Kreis, der das Projekt vom Darmstädter Energieversorger HSE abwickeln lässt, nimmt mit dem Main-Kinzig-Kreis zum ersten Mal ein hessischer Landkreis Mittel aus einem Sonder-Bürgschaftstopf des Landes in Anspruch, der insgesamt 200 Millionen beträgt. Laut Simmler haben sich andere Kreise schon bei ihr erkundigt, schließlich haftet das Land für den Millionen-Kredit, falls sich die Investition nicht rechnet.

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