Hanau und Main-Kinzig
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24. Januar 2013

Main-Kinzig Kinderbetreuung: Herkules-Aufgabe für Kommunen

 Von Christoph Süß
Das katholische Gemeindezentrum Christkönig in Kilianstädten soll ab dem Sommer zwei Kleinkind-Gruppen beherbergen.  Foto: Monika Müller

Der Krippen-Ausbau geht im Main-Kinzig-Kreis unterschiedlich schnell voran – trotz Förderung. Während Bruchköbel genügend Betreuungsplätze für Kinder unter drei hat, bringt der Rechtsanspruch Niederdorfelden in die Bredouille.

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Der Krippen-Ausbau geht im Main-Kinzig-Kreis unterschiedlich schnell voran – trotz Förderung. Während Bruchköbel genügend Betreuungsplätze für Kinder unter drei hat, bringt der Rechtsanspruch Niederdorfelden in die Bredouille.

In Bruchköbel haben sie den Krippen-Ausbau schon im vergangenen Jahr beendet, in Niederdorfelden soll demnächst ein alter Supermarkt umgebaut werden, und in Schöneck wird das Parlament in einer Woche voraussichtlich die Umwandlung von ungenutzten Kirchenräumen für zwei U3-Gruppen beschließen. In den Kommunen warten viele weitere Vorhaben auf eine Förderung aus Wiesbaden, auch wenn diese nur einen Teil der Kosten deckt, was den Ausbau gefährdet.

Zahlen und Fakten

Der Kreis hat am vergangenen Freitag weitere Förderanträge von seinen Kommunen nach Wiesbaden weitergeleitet. Dabei handelt es sich um 21 neue Vorhaben sowie drei Ergänzungsanträge für Bauten, die im vergangenen Jahr aufgrund der vielen Anträge nur einen Teil der Fördersumme erhalten hatten.

Hessenweit stehen in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro (von Land und Bund) für den Krippen-Ausbau zur Verfügung. Der Kreis fungiert anders als bisher nur noch als Überbringer der Anträge und Fördermittel, das heißt: Die Kommune, die zuerst kommt, mahlt zuerst.





Ab August haben alle Eltern ein Recht auf einen Krippenplatz für ihr Kind unter drei Jahren, was einige Kommunen gewaltig in die Bredouille bringt. Während Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach (CDU) davon ausgeht, dass es in seiner Stadt nach den fast eine Million Euro schweren eigenen Investitionen in neue Anbauten genügend U3-Plätze gibt, sieht die Situation in Niederdorfelden schwieriger aus.

In die kleine Kommune am Frankfurter Speckgürtel sind in den vergangenen Jahren extrem viele Familien mit kleinen Kindern gezogen. Deshalb hatte der damalige Bürgermeister Matthias Zach (Grüne) schon vor zwei Jahren darauf gedrungen, dass es eine große Lösung gibt. Nach politischer Blockade, einem Bürgerentscheid sowie einem Wechsel im Rathaus soll es nun endlich mit dem Umbau losgehen – einziges Problem sind die Kosten.

Die Umwandlung des ehemaligen Supermarkts wird fast zwei Millionen Euro verschlingen – bei einem festen Landeszuschuss von 300.000 Euro. Im Bürgerentscheid, der aus Zachs Sicht positiv ausging, war nur die Rede von einigen hunderttausend Euro gewesen. Dafür soll in dem Gebäude schon bald Platz für drei U3- und zwei Kita-Gruppen sein. Außerdem soll es einen Multifunktionsraum geben, den beispielsweise auch Senioren nutzen sollen.

In Niederdorfelden denkt man auch darüber nach, das neue Krippenhaus für das benachbarte Schöneck zu öffnen. Schließlich gibt es schon heute eine Kooperation der beiden Gemeinden bei der Kinderbetreuung. Doch Schöneck verfolgt eigene Pläne. So will die Gemeinde freie Räume der katholischen Kirche Christkönig in Kilianstädten für zwei U3-Gruppen umbauen lassen.

Ein Neubau-Projekt am Waldrand von Kilianstädten sollen die Schönecker Abgeordneten nach dem Willen von Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) hingegen fallen lassen. Ihre Begründung: Angesichts der auf 750.000 Euro begrenzen Förderung kann sich die Gemeinde diese im Augenblick nicht leisten; 850.000 Euro müsste sie aus eigener Tasche zahlen.

Da eine gleichzeitige Förderung von Um- und Ausbau nicht möglich ist, würde Schöneck den Neubau-Antrag beim Kreis zurückziehen und stattdessen einen Zuschuss für den Umbau der Kirchenräume beantragen. Dieser Zuschuss beliefe sich auf maximal 81.000 Euro, und die Gemeinde müsste nur 90.000 Euro für die Investition aufbringen. Statt der geplanten 60 zusätzlichen U3-Plätze gäbe es so jedoch nur 20.

Das Schönecker Neubau-Projekt hätte bereits im vergangenen Jahr realisiert werden sollen. Die Gemeinde war da aber mit ihrem Förderantrag zu spät dran; erst jetzt soll neues Geld fließen.

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