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10. Dezember 2012

Main-Kinzig: Mehr Züge, weniger Busse

 Von Christoph Süß
Der Kreis will sein Angebot im öffentlichen Nahverkehr künftig stärker an der Nachfrage ausrichten.  Foto: Martin Weis

Der Kreis will sein Angebot im öffentlichen Nahverkehr künftig stärker an der Nachfrage ausrichten. Einen Bus, der sonntagsabends nur vier Personen befördert, wird es demnach künftig nicht mehr geben. Stattdessen soll das Angebot auf den stark frequentierten Strecken ausgebaut werden.

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André Kavai nimmt das Wort nicht gerne in den Mund, aber spricht es in jüngsten Zeit immer häufiger aus: Reduzierung. Der Erste Beigeordnete lud anlässlich des Fahrplanwechsels zur Pressekonferenz in die Räume der Kreisverkehrsgesellschaft und hatte nicht nur gute Nachrichten im Gepäck. Tenor: In Zukunft wird vor allem dort gefahren, wo es sich lohnt – der ländliche Raum könnte arg darunter leiden.

„Wir müssen sehr genau ausloten, was wir uns leisten können und wollen“, sagt Kavai, der für den öffentlichen Nahverkehr im Kreis verantwortlich ist. Während die Züge zwischen Maintal und Gelnhausen voll sind, sei dies auf vielen Buslinien nicht der Fall. Angesichts steigender Kosten und gleichbleibender Finanzmittel wird es laut Kavai in den kommenden Jahren zu Verschiebungen im Angebot kommen.

Einen Bus, der sonntagabends mit nur vier Personen an Bord von Schöllkrippen nach Gelnhausen fährt, wird es demnach künftig nicht mehr geben. Stattdessen soll das Angebot auf den ohnehin stark frequentierten Strecken ausgebaut werden.
Das soll die Einnahmen der KVG verbessern und Ressourcen für Experimente freimachen. So denkt ihr Geschäftsführer Volker Rahm laut darüber nach, neue Buslinien in und zwischen den Kommunen für Jugendliche, Familien und Senioren einzurichten. Gleichzeitig müssten neue Lösungen für schwach ausgelastete Strecken gefunden werden.

Per Taxe zu Einkauf oder Arzt

Kavai will in den kommenden fünf Jahren vor allem im Altkreis Schlüchtern sparen. Dort soll es wegen stark rückläufiger Schülerzahlen nur noch ein Grundangebot geben, das vor allem mit Blick auf die älter werdende Bevölkerung um alternative Formen des Nahverkehrs ergänzt wird, etwa Anrufsammeltaxen zum Einkaufen und für Arztbesuche.

Auch die Takte sollen gedehnt werden. „Die Leute müssen sich daran gewöhnen, dass sie nur noch alle zwei Stunden zum Einkaufen fahren können“, sagt Rahm. Einen Kahlschlag wird es laut Kavai aber nicht geben. Er ist sich des Sprengstoffs seiner Vorschläge zum neuen Nahverkehrsplan bewusst, den der Kreistag im März beschließen soll. Kavai sagt jedoch: „Das muss in die Köpfe hinein.“ Die Infrastruktur müsse heruntergefahren werden.

Im Kreis gibt es laut dessen Prognosen alle zwei Jahre fünf Prozent weniger Schüler zu befördern. Für den Bergwinkel geht er bis 2017 von fast einem Fünftel weniger Schüler aus. Die vorhandenen Mittel will der Kreis deshalb künftig stärker dort einsetzen, wo die größte Nachfrage nach Bussen und Bahnen besteht – den Gebieten in der Nähe des Frankfurter Ballungsraums.

Die Einschnitte sollen bis 2017 zunächst kleinerer Natur sein. Mittelfristig lässt der demografische Wandel laut Kavai jedoch kaum eine andere Wahl.

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