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13. Januar 2015

Maintal: Irritationen um den Bootshafen

 Von 
Bootseigner willkommen: Hafenmeister Bodo Scholz (links) und Eigentümer Heinz Uecke.  Foto: Rolf Oeser

Der Aschaffenburger Heinz Uecke ist der neue Eigentümer des Maintaler Bootshafens. Er will die Ex-Schleuse Mainkur aufwerten. Doch die Liegeplatzeigner fürchten, er wolle das Areal zubetonieren und eine Partymeile bauen.

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Er würde doch keinen Hafen kaufen, um ihn dann platt zu machen. Dazu hänge viel zu viel Herzblut dran. Nein, in diesen Hafen habe er sich verliebt. Heinz Uecke versucht, mit Gerüchten und Vorwürfen aufzuräumen, er wolle an der ehemaligen Schleuse Mainkur bei Bischofsheim „abholzen, zubetonieren und eine Partymeile bauen“.

Seit dem Jahreswechsel ist der 50-jährige Aschaffenburger neuer Eigentümer des Maintaler Bootshafens. Die Staustufe Mainkur an Mainkilometer 47,5 war eine der sechs Staustufen, die 1913 bis 1920 gebaut wurden. Wegen des Neubaus der Schleuse Offenbach im Jahr 1957 wurde die Stufe Mainkur überflüssig und 1980 bis 1983 abgerissen, womit man damals auch die Schleuse nicht mehr brauchte. Seither wird sie als Bootshafen genutzt. Für rund eine Million Euro hat Uecke die fünf Hektar inklusive der Wasserfläche nun von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erworben.

Bootseigner „weggemobbt“

Andreas Cochlovius gehört zu den Bootsbesitzern, die sich jetzt um die Zukunft ihres Liegeplatzes sorgen. „Da wurden Bootseigner weggemobbt“, erklärt er. Und er sei nicht der einzige. Er befindet zudem, dass die BIMA das Gelände im Landschaftsschutzgebiet Mainauen „sorglos und unter Wert“ an einen Investor mit kommerziellen Interessen veräußert habe. „Das ist doch ein Skandal. Investoren schaffen Fakten.“ Bis 25. Januar solle auch sein Schiff „Matilda“ verschwinden. Er habe auch schon die Naturschutzbehörde informiert.

Alles blanker Unsinn, wehrt sich Uecke. Es hätten ihm bereits Bootseigner die Liegeplätze gekündigt, ohne überhaupt mit ihm gesprochen zu haben. „Ich habe allen Anschlussverträge angeboten.“ Cochlovius habe nur einen anderen Liegeplatz zugewiesen bekommen. „Es kann jeder hierbleiben. Es wird sich nichts ändern“, versichert er.

Hafenmeister Bodo Scholz pflichtet ihm bei. „Da wurden böse Gerüchte gestreut.“ 130 Liegeplätze seien vorhanden, 75 davon derzeit belegt. Zehn Bootseigner seien bislang abgewandert. „Ich möchte den Hafen in den kommenden zwei, drei Jahren wieder voll bekommen, diese attraktive Idylle vor den Toren Frankfurts“, schwärmt Uecke. Die Untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung habe sich tatsächlich prompt bei ihm gemeldet. „Ich soll Bäume gefällt haben zu einem Zeitpunkt, als mir das Ganze noch gar nicht gehörte“, berichtet er kopfschüttelnd.

Er möchte das gut einen Kilometer lange Areal mit der 330 Meter langen Schleusenanlage aufwerten, ihm schwebt eine Art historischer Sportboothafen vor. „Ich wusste doch bis vor kurzem selbst nicht, dass ich den Zuschlag bekomme“, berichtet er. Mitbieter waren abgesprungen. Auch das alte, denkmalgeschützte Schleusenhaus will er sanieren. Es gebe allerdings einen enormen Investitionsstau. „Hier ist 20 Jahre lang nichts passiert“, sagt Scholz. Die bisherige Betreiberin des Bootshafens hatte ihre Pacht noch an die Wasser- und Schifffahrtsdirektion gezahlt und zum Jahresende aufgehört. „Die Leute sollen mich doch erst mal machen lassen, bevor sie mir Vorwürfe machen“, sagt der Aschaffenburger, der nach eigenen Angaben zwei eigene Motorboote in dem Hafen liegen hat.

Bei der Stadt Maintal weiß man um den Besitzerwechsel des kleinen Hafens auf ihrer Gemarkung vor den Toren Bischofsheims. „Wir sind gespannt, was da passieren soll“, erklärt Stadtsprecherin Nicole Sittig. Für Februar sein ein erstes Gespräch zwischen dem Fachbereich Stadtentwicklung und Uecke anberaumt. Und wer einen Bootsliegeplatz sucht, rennt bei Uecke buchstäblich offene Schleusentore ein: „Jeder ist willkommen.“

Infos unter Telefon 0171 / 5150007 oder info@bootshafen-mainkur.de

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