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Hanau und Main-Kinzig
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28. Februar 2011

Neues Material: Schmuck aus Tantal

 Von Pamela Dörhöfer
Stefan Weber von der Firma Tantec bei der Arbeit.  Foto: Renate Hoyer

Wer fertigt das originellste Schmuckstück aus dem Material Tantal? Die Hanauer Firma "Tantec" und die Staatliche Zeichenakademie schreiben einen Wettbewerb aus.

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Die junge Frau ist vor allem fasziniert von der außergewöhnlichen Farbe des Metalls: Eine solche dunkelgraue, lila schimmernde Oberfläche habe sie noch nie gesehen, sagt die Studierende der Staatlichen Zeichenakademie bei einer Führung durch die Firma „Tantec“. Auch ihre Mitschüler lassen sich begeistern von der Optik des Werkstoffs Tantal – der so anderes aussieht und sich auch gänzlich anders bearbeiten lässt als die herkömmlichen Materialien der Schmuckindustrie.

In der Halle des Unternehmens im Industriepark Wolfgang informieren sich die angehenden Gestalter über die Eigenschaften von Tantal, mit dem sie demnächst intensiv arbeiten könnten. Denn die Firma hat unter dem Titel „Ta73“ (der Ordnungszahl im Periodensystem) in Kooperation mit der Zeichenakademie einen Wettbewerb ausgeschrieben: Studierende und Schüler der Akademie, aber auch Auszubildende der edelmetallverarbeitenden Branche in Hessen sind aufgerufen, bis zum 3. Juni kunstvolle Stücke aus dem außergewöhnlichen Material zu entwerfen und zu fertigen.

Großes Interesse

Die Teilnehmer bekommen für ihre Arbeit von der Firma jeweils 100 Gramm Tantal kostenlos zur Verfügung gestellt. Was übrig bleibt, geht an das Unternehmen zurück, denn das Metall ist nicht billig, wie „Tantec“-Geschäftsführer Georg Raab sagt. „Mit dieser Menge hat man schon wirklich gute Möglichkeiten“, sagt Gabriele Jahns-Duttenhöfer, Leiterin der Staatlichen Zeichenakademie. Die Firma spendiert als Preissumme insgesamt 2000 Euro, die Sieger werden am 25. August im Deutschen Goldschmiedehaus gekürt, wo anschließend eine Ausstellung mit den Wettbewerbsarbeiten zu sehen sein soll. Eventuell werden sie später auch bei einer Schmuckmesse präsentiert.

Das Interesse bei den Schülern und Studierenden sei überaus groß, sagt Gabriele Jahns-Duttenhöfer. Ihr Stellvertreter Benjamin Pfister erzählt gar von den „leuchtenden Augen“, mit denen etliche von der Werksbesichtigung zurückgekommen seien. Er selbst verspreche sich „sehr viel“ von diesem Experiment, „neue Formen und neue Produkte“.

„Toll, dass die Industrie damit auf uns zugekommen ist“, freut sich Fachbereichsleiter Bruno Thiele. „Wenn der Wettbewerb zu guten Ergebnissen führt, wird dieser Werkstoff für Schmuck Schule machen“, ist Gabriele Jahns-Duttenhöfer überzeugt.

Hohes Gewicht

In der Schmuckherstellung ist Tantal bisher nur wenig bekannt. Nicht allein deshalb dürfte es für die jungen Kreativen zu einer großen Herausforderung werden. Das Metall sei sehr schwer, sagt Firmenchef Georg Raab, das Gewicht liegt weit über dem von Stahl. Vor Schwierigkeiten dürfte die künftigen Schmuckgestalter insbesondere die Tatsache stellen, dass Tantal einen überaus hohen Schmelzpunkt besitzt und sie mit den üblichen Methoden des Schweißens und Lötens beim Verarbeiten des Materials kaum weiterkommen werden. „Da müssen sie sich andere Lösungen ausdenken“, sagt Thomas Dierkes, Lehrer an der Zeichenakademie.

Wegen seiner Beständigkeit gegen Säure wird das Metall bevorzugt in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingesetzt; für sie fertigt Marktführer „Tantec“ etwa Wärmeüberträger, Rohre und verschiedene andere Bauteile. Auch in der Elektronik, vor allem in Handys, gibt es viele Bestandteile aus Tantal. Das Metall wird außerdem gerne in der Chirurgie für Schrauben, Prothesen und Implantate verwendet, weil es ungiftig ist und keine Allergien auslöst – eine Eigenschaft, die es ja auch wieder für Schmuck interessant macht.

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