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25. Februar 2016

Nidderau: Besser lesen und verstehen

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Ehrenamtliche Mentoren in Nidderau begleiten Schüler ein ganzes Schuljahr lang, um gemeinsam mit ihnen zu lernen. Für alle Beteiligte ist das eine Win-Win-Situation, zeigt eine erste Bilanz.

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Es ist keine Nachhilfe und schon gar kein Nachsitzen. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen dem Kind und dem sogenannten „Leselernhelfer“. Und es hat dabei einen wahrhaftigen „Win-Win-Effekt“ zur Freude und zum Nutzen beider Beteiligten. Zu diesem Ergebnis kommt die Bürgerstiftung Nidderau, die im vergangenen Jahr das Kooperations- und Bildungsprojekt „Lesen, Schreiben, Verstehen“ zusammen mit dem Verein Mentor Hessen zunächst an der Kurt-Schumacher-Schule in Windecken verwirklicht hat.

Ehrenamtliche Mentoren begleiten hier jeweils eine Schülerin oder einen Schüler ein ganzes Schuljahr lang, lesen mit ihm gemeinsam, reden darüber, üben, lachen, trainieren dabei Sprache, Verständnis, Wortschatz – und Selbstbewusstsein. Das passiert zu festgelegten Zeiten außerhalb des Unterrichts mit Einverständnis der Eltern im geschützten Raum der Schule.

Nach den vergangenen Herbstferien startete die Aktion, inzwischen sind bereits zwölf Mentorinnen und Mentoren aktiv, die sich die Zeit nehmen. Und die sind davon ebenso begeistert, wie die Kinder und die Lehrkräfte, die eine solche Förderung und individuelle Zuwendung im Klassenverband nie leisten könnten. „Die Kinder sind hochmotiviert, es macht einen Riesenspaß, vor allem wenn man ihre Fortschritte und ihre Begeisterung erlebt“, berichteten einige der Mentoren gestern bei einer ersten Bilanz des Projekts in der Schule.

Nicole Heinrich, Lehrerin der Klasse 2c, will auf die „Lese-Omi“ Irmgard Krämer gar nicht mehr verzichten. Und „Lese-Opi“ Udo Bauer berichtet nur von guten Erfahrungen mit „seinem“ Schüler: „Wir haben uns schon richtig angefreundet.“ Das Angebot soll nun auf die Albert-Schweitzer-Schule in Heldenbergen ausgeweitet werden, auch die Bertha-von-Suttner-Schule sei interessiert, berichtet Horst Körzinger von der Bürgerstiftung. Das Projekt könnte beispielgebend für den ganzen Main-Kinzig-Kreis werden. In der Nachbarkommune Karben in der Wetterau läuft es dank der dortigen Bürgerstiftung schon seit längerem, wovon sich die Nidderauer ihre Initiative abgeguckt haben.

Laut Georg Kowalski, Landesvorsitzender des Vereins Mentor Hessen, betreuen derzeit rund 1000 Mentoren 1400 bis 1500 Kinder an 150 Schulen in Hessen. Ständig würden neue ehrenamtliche Mentoren gesucht, die Spaß am Lesen und der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben, um das Projekt noch mehr in die Region zu transportieren. „Es brauchen keine pädagogischen Profis zu sein.“ So auch in Nidderau. Wer Interesse hat, muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und wird in einem Einführungsgespräch auf seine Aufgabe vorbereitet, die in enger Abstimmung mit den Lehrkräften erfüllt wird. In regelmäßigen Abständen gibt es dann Mentorentreffen für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch und die Fortbildung in diesem pädagogischen Ehrenamt.

Hintergrund der Aktion sei, dass die Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen seit Jahren abnehme, so die Bürgerstiftung, die sich dabei auf die PISA- und OECD-Studien beruft. Es sei kaum mehr Zeit zum Vorlesen und Lesen in modernen Familien, Zeit zur Erschließung von Texten, Lesekultur gehe zurück oder fehle ganz, stattdessen sei die SMS-, Whats-app und Twitter-Sprache auf dem Vormarsch.

Wer ehrenamtlicher Mentor werden möchte, kann sich an die Bürgerstiftung wenden, alle Informationen auf www.buergerstiftung-nidderau.de sowie auf www.mentor-hessen.de. Mail: info@buergerstiftung-nidderau.de oder mentor@astheimer.net.

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