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Hanau und Main-Kinzig
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21. März 2016

Ostermarsch Bruchköbel: Gegen den Rechtsruck

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Der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Krieg ist ein großes Thema beim diesjährigen Ostermarsch.  Foto: Monika Müller

200 Teilnehmer werden zur Kundgebung und zum Ostermarsch am Freitag erwartet. Der Ostermarsch wird von der Hanauer Friedensplattform und dem DGB organisiert und steht unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“.

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Wir haben keine Flüchtlingskrise, sondern eine Krise der sozialen Gerechtigkeit. Die Saat des Neoliberalismus geht auf“, sagt Robert Weißenbrunner, erster Bevollmächtigter der IG Metall Hanau-Fulda. „Viele Menschen haben Abstiegsängste, fühlen sich an den Rand gedrängt und entwickeln eine Affinität zu rechten Parteien.“ Die Frage, wie man rechten und rechtsextremen Tendenzen entgegenwirken kann, sei hochaktuell.

Weißenbrunner wird zum Ostermarsch-Auftakt am Karfreitag in Bruchköbel eine der drei Reden halten. Außerdem werden Christine Buchholz, verteidigungspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, sowie Zarife Bulut von der Föderation der demokratischen Arbeitervereine (kurz DIDF) sprechen.

Bulut wird auf die Repressionen des türkischen Staates gegen die Widerstandsbewegung im Südosten des Landes eingehen. Hauptrednerin Buchholz wird sich mit dem Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Krieg auseinandersetzen.

Der Ostermarsch wird von der Hanauer Friedensplattform und dem DGB organisiert und steht unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“. Die Plattform wurde nach dem 11. September 2001 gegründet, vor dem Afghanistan-Krieg; in ihr haben sich Menschen zusammengeschlossen, die sich friedenspolitisch engagieren. Abgesehen vom vergangenen Jahr wollten Neonazis in der Vergangenheit immer wieder den Ostermarsch stören. Dabei kam es teilweise zu Auseinandersetzungen.

Rüstungskonversion Thema

Robert Weißenbrunners Ansprache an diesem Karfreitag wird von der sogenannten Rüstungskonversion handeln, also der Frage, wie sich Betriebe auf zivile Produktion umstellen lassen. „Deutschland und andere westliche Industrieländer fädeln einen Rüstungsdeal nach dem anderen ein und zwingen Menschen damit zur Flucht. Gleichzeitig betont die Bundesregierung ständig, dass die Fluchtursachen beseitigt werden müssten“, sagt Tobias Huth, Sekretär des DGB Südosthessen, und fügt hinzu, das sei grotesk. Huth hofft, dass angesichts der vielen aktuellen Krisen etwa 300 Menschen zum Ostermarsch nach Bruchköbel kommen, um sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen.

Das Polizeipräsidium Südosthessen rechnet derzeit mit etwa 200 Teilnehmern und geht von einem friedlichen Verlauf der Veranstaltung aus, sagt Polizeisprecher Rudi Neu auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Rechtsextreme aufmarschieren könnten. Die Polizei prüfe dies aber weiterhin und sei auf mögliche Konflikte vorbereitet.

Lars Manecke vom Bruchköbeler Bündnis Gemeinsam gegen Rechtsextrem nimmt schon seit vielen Jahren am Ostermarsch teil und hat sich den Rechtsextremen entgegengestellt. Manecke sieht bei manchen Bürgern einen Rechtsruck; rechtsextreme Parolen würden wieder häufiger geäußert, auch öffentlich, so Mannecke. Die rechte Szene in Bruchköbel war in letzter Zeit weniger aktiv, zumindest in der Öffentlichkeit. Dafür aber andere Gruppen im Main-Kinzig-Kreis, etwa die sogenannte Initiative Heimatschutz Kinzigtal. Diese hatte Landrat Erich Pipa (SPD) wegen seines Einsatzes für Flüchtlinge Morddrohungen geschickt.

In diesem Jahr, sagt Manecke, sei es besonders wichtig, zum Ostermarsch zu gehen und „ein Zeichen zu setzen“.

Die Kundgebung am Freien Platz in Bruchköbel beginnt am Karfreitag, 25. März, um 14 Uhr. Der Ostermarsch startet um 15 Uhr, das Friedensfest an der Dicken Buche um 15.30 Uhr.

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