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22. Januar 2013

Schöneck: Kampf um kleine Klassen verloren

 Von Christoph Süß

Der Elternbeirat der zweiten Klassen der Friedrich-Ebert-Schule ist enttäuscht über das Vorgehen des Landes. Dieses hat keinen zusätzlichen Lehrer bewilligt, obwohl die Schülerzahl gewachsen ist. Die neuen Regeln zur Klassenbildung sind daran schuld.

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Nadja Servais wollte sich mit der Situation an der Friedrich-Ebert-Schule nicht abfinden. Seit dem Sommer kämpfte die Mutter mit dem Elternbeirat für eine bessere Beschulung der zweiten Klassen, doch das Land fährt bei der Lehrerzuweisung eine harte Linie. In einem Antwortschreiben auf einen Protestbrief wirft Kultusministerin Nicola Beer (FDP) Schulleiter Bernhard Engel sogar Fehlplanung vor.

„Das ärgert mich“, sagt Engel. Der Rektor hatte bei der Einschulung des betroffenen Jahrgangs im Sommer 2011 drei Klassen gebildet; denn die Anzahl der Schüler bewegte sich über der Grenze von maximal 25 Kindern pro Klasse – allerdings nur knapp. Das Land hatte diese neue Höchstgrenze kurz zuvor festgelegt – Stichtag ist jeweils das Schuljahresende. Beer wirft Engel in dem Schreiben vor, er hätte von vornherein nur zwei Klassen bilden dürfen.

Engel rechtfertigt die Aufteilung der Kinder auf drei relativ kleine Klassen damit, dass in den vorangegangen Jahren stets während des Schuljahrs Kinder durch Zuzug hinzugekommen seien – im vergangenen Jahr war dies jedoch ausgerechnet nicht der Fall.

Zum Stichtag gab es weniger Kinder, weshalb Engel die Klassen zusammenlegen musste. Die Eltern liefen nach den Sommerferien gegen die wesentlich größeren Klassen Sturm, vor allem, nachdem zu den Herbstferien aufgrund von Zuzug plötzlich wieder mehr als 50 Kinder den Jahrgang besuchten. In einem Schreiben an Beer beschwerten sie sich über die aus ihrer Sicht unnötige Zusammenlegung der drei Klassen und forderten eine zusätzliche Lehrkraft, um die Kinder in den großen Klassen besser zu beschulen.

Hintergrund der Forderung ist, dass mit dem laufenden Schuljahr die sogenannte Sternchenregelung in allen Jahrgängen abgeschafft worden ist. Die Schülerzahl darf demnach 25 in allen Grundschul-Klassen nicht mehr überschreiten. Beer stellt in ihrem Antwort-Schreiben jedoch klar, dass sich diese Zahl ausdrücklich auf den Schuljahresbeginn bezieht; die Zahl am 10. September sei die verbindliche Grundlage zur Nachsteuerung gewesen.

Beide zweiten Klassen haben nach dem Sommer zur besseren Gewöhnung eine zusätzliche Stunde mit ihrer Klassenlehrerin bekommen. Außerdem gibt es jahrgangsübergreifend eine zusätzliche Förderstunde in Deutsch und Mathematik sowie eine dritte Religionsgruppe. Doch Nadja Servais verlangte angesichts der über das Limit gewachsenen Schülerzahl eine zusätzliche Lehrerzuweisung von 22,5 Stunden zum zweiten Halbjahr.

Schulleiter Engel unterstützte diese Forderung von Elternseite, doch wurde sie vom Land längst abgelehnt. „Wozu gibt es Höchstzahlen“, fragt Engel bezüglich der Stichtagsregel und der Vorwürfe an seine Adresse. Den Eltern wäre es aus seiner Sicht nicht zu vermitteln gewesen, 2011 größere Klassen zu bilden. Gleichzeitig habe er 2012 keinen Spielraum gehabt, als die Höchstgrenze unterschritten wurde.

Aus Sicht von Nadja Servais ist eines klar: „Das Kindeswohl steht hier nicht im Vordergrund.“

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